Schnaitheim / Wolfgang Gentner Bei ihrem 43:36-Heimsieg im Derby gegen den HSB zeigte die TSG Schnaitheim vor allem in der ersten Hälfte ihre beste Saisonleistung.

„Tore, Punkte und Leidenschaft“, so steht es auf dem Hallenheft der TSG Schnaitheim geschrieben und mit rekordverdächtigen 79 Toren blieben beim 43:36-Erfolg der Schnaitheimer Bezirksliga-Handballer im Stadtderby somit auch die Punkte bei den Hausherren.

Dazu kam eine von Beginn an leidenschaftliche und hochkonzentrierte Leistung der Gastgeber. die vor allem in der ersten Halbzeit ihre mit Abstand beste Saisonleistung zeigten.

Auf Gäste-Seite konnte auch Benjamin Hug mit einer überragenden Vorstellung und seinen 16 Treffern die Niederlage nicht verhindern. Allerdings hatten auch die Grün-Weißen mit Patrick Chaudari einen herausragenden Akteur. Der Linkshänder konnte zu keiner Phase der Partie vom HSB gestoppt werden und war mit insgesamt 13 Toren und zahlreichen Assists der Schlüssel zum Erfolg.

In bester Derby-Atmosphäre erwischte die TSG einen glänzenden Start. Im Gegensatz zu den Gästen lief in der Offensive bei den Gastgebern alles in höchstem Tempo und die sich bietenden Möglichkeiten wurden resolut verwertet. Der HSB dagegen wandelte gegen die bewegliche 6:0-Deckung der Schnaitheimer immer wieder am Rande des Zeitspiels und nach einem erneuten Gegenstoß, den Oliver Aeugle zum 7:3 abschloss, nahm HSB-Coach Bayram Somogyi bereits nach neun Minuten die Auszeit.

Doch auch danach fand sein Team keine Einstellung gegen die wie aufgedrehten TSG-Handballer, die auch immer wieder über außen durch Kevin Bayer sowie Lennart Schmeißer erfolgreich waren. Dazu zog Spielmacher Chaudari stets im richtigen Moment das Tempo an und auch eine zeitweilige enge Deckung an ihm konnte die TSG an diesem Tage nicht erschüttern.

Dazu konnten die Gäste trotz Torwartwechsel auf dieser Position überhaupt keine Akzente setzen, während Schnaitheims Keeper Sebastian Mruk immer wieder gut parierte. Beim 17:9-Zwischenstand (22.) konnten es die vielen HSB-Anhänger kaum fassen, denn so eine Demontage hatten sie nicht erwartet. So sehr sich insbesondere Benjamin Hug auf Gäste-Seite auch dagegen stemmte verhinderte er nicht, dass beim 22:14-Halbzeitstand schon mehr als eine Vorentscheidung gefallen war.

Nach dem Wechsel sorgte der eingewechselte TSG-Torhüter Thilo Hotz mit seinem Wurf ins leere Tor zum 24:16 für den ersten Höhepunkt. Die Partie wurde nun auch etwas hektischer, doch insgesamt blieb es trotz der großen Rivalität der beiden Lager immer im Rahmen, dazu trug auch der Hallensprecher viel dazu bei, der aufkommende Beleidigungen von den Rängen im Keim erstickte

Den Gästen gelang es vorerst trotz aller Bemühungen nicht den Rückstand zu verkürzen. Zwar schlichen sich nun bei der TSG auch immer wieder Fehler ein, doch beim 34:25-Zwischenstand eine Viertelstunde vor dem Ende schien alles auf einen klaren Schnaitheimer Erfolg hinauszulaufen. TSG-Coach Jochen Ruoff gönnte danach Chaudari eine Verschnaufpause, sein Team schaltete einen Gang zurück und urplötzlich kam der HSB durch vier Tore in Folge auf 35:29 heran.

Doch damit nicht genug, denn beim 36:31-Zwischenstand (50.) hatte der HSB für fast zwei Minuten eine doppelte Überzahl und schnupperte nochmal etwas Morgenluft. Aber die Gäste stellten sich alles andere als clever an, denn nach unerklärlichen Ballverlusten konnte die TSG durch Tobias Stegmaier sowie Fabian Kirschbaum sich aus dieser prekären Situation befreien und gar auf 38:31 erhöhen. Spätestens nach dem 39:31 (53.) durch Aaron Benz aus dem Rückraum war das Spiel entschieden.

Am Ende diese Torfestivals stand ein 43:36-Erfolg für die TSG und Trainer Jochen Ruoff zeigte sich sehr erfreut: „Die erste Halbzeit von uns war grandios und da gibt es wirklich überhaupt nichts auszusetzen. Wir waren äußerst konzentriert und der Sieg ist mehr als verdient.“

Gäste-Coach Bayram Somogyi war dagegen bedient: „Wir haben die erste Hälfte total vergeigt und haben es dem Gegner viel zu einfach gemacht. Wir hatten überhaupt keinen Zugriff und dazu sind auch unsere beiden Torhüter überhaupt nicht in die Partie gekommen.“