Durch sein Engagement beim TSV Blaustein wird Sandro Jooß der ranghöchste Trainer im Landkreis sein. Denn der TSV belegt momentan den ersten Platz in der Oberliga (vierthöchste Klasse in Deutschland) und hat damit sogar noch Chancen auf einen Aufstieg in die 3. Liga. Doch ihn habe die Aufgabe unabhängig der Ligazugehörigkeit gereizt, sagt Jooß.

Nach der Ankündigung ihres bisherigen Trainers, Tim Graf, am Saisonende aufhören zu wollen, kamen die Blausteiner auch auf Jooß zu. Den Kontakt hatte Jan Behr hergestellt, mit dem Jooß einst beim SC Vöhringen gespielt hat. „Ich habe mit der Abteilungsleitung, dem Co-Trainer und auch mit dem Mannschaftsrat gesprochen. Ich wollte natürlich wissen, wie das Team tickt“, erzählt Jooß.

Doch auch beruflich musste der Herbrechtinger zunächst abklären, ob so eine zeitaufwendige Aufgabe überhaupt möglich ist, fügt Jooß an. So legte Jooß nach der Saison 2017/18 sein Amt bei den SHB-Handballern nieder, nachdem das Team zum zweiten Mal in Folge den Klassenerhalt in der Württembergliga gesichert hatte. Als Grund gab Jooß an, aus beruflichen Gründen nicht mehr so viel Zeit für den Sport investieren zu können.

Dies habe sich aber in der Zwischenzeit deutlich entspannt, erklärt Jooß. „Damals standen bei mir weite Reisen an. Nun hat sich meine berufliche Situation geändert“, sagt der Diplom-Ingenieur (Chemie), der nun als Laborleiter in Ulm arbeitet. „Jetzt bin ich deutlich weniger unterwegs. Und wenn, dann innerhalb der EU. Ich muss zum Beispiel nicht mehr zu unserem Partnerlabor nach Brasilien. So kann ich wieder eine Männermannschaft trainieren.“

Demnächst heißt es also für Jooß: zurück in den Fokus. Dies sei aber auch spannend, sagt der 35-Jährige. Das Traineramt wird sich Jooß mit Co-Trainer Jan Behr teilen. Behr ist dabei für die Abwehrarbeit zuständig. „Mir liegt mehr der Angriff“, fügt Jooß an.

Bis Saisonende wird Jooß weiter die A-Junioren des VfL Günzburg zusammen mit Stephan Hofmeister, den er ebenfalls aus Vöhringer Zeiten kennt, trainieren. Hier ist der Klassenerhalt in der Bundesliga Süd anvisiert.

Und wie sieht es mit einer Rückkehr zur SHB aus? Mit seinem ehemaligen Verein habe es keine konkreten Gespräche gegeben, sagt Jooß, fügt aber im Hinblick auf die sportliche Situation der SHB an: „Das tut schon weh.“