Heidenheim / Thomas Jentscher Trotz schwieriger Bedingungen konnte der Heidenheimer in Alacati (Türkei) letztlich zufrieden sein.

Irgendwie passte die Slalom-Europameisterschaft der Junioren in Alacati zum Jahr des Heidenheimer Windsurfers Maximilian Räuchle. Nach einer Saison mit einigem Pech und Pleiten wollte auch an der türkischen Westküste der Wind einfach nicht so blasen wie erhofft. Als Zehnter in einem erstklassig besetzten Feld war der 16-Jährige letztlich aber nicht unzufrieden. Und so fällt auch sein Fazit aus: „In dieser Saison lief einiges schief, aber dagegen konnte ich ja nichts machen. Auf der anderen Seite war zu sehen, dass bei mir das Potenzial da ist.“

Nach Ankunft der Familie Räuchle in Alacati blies der Wind die ersten drei Tage verheißungsvoll, doch mit Beginn der Wettkämpfe war weitgehend die Luft raus. „Wir waren mit zwölf Knoten am unteren Limit“, erzählt Maximilian Räuchle – schlechte Voraussetzungen für ihn, der etwas mehr wiegt als die meisten seiner Konkurrenten in der U17 und dessen Segel bei ordentlichem Wind besser funktionieren.

Der Wettkampf verlief etwas zäh, es wurden nur vier Eliminationen ausgetragen. Räuchle kam dennoch gut durch die ersten Rennen, war immer wieder vorn dabei. Im vorletzten Durchgang riskierte er dann einiges, wollte beim Start von hinten am Feld vorbei ziehen. „Ich war mit einem Konkurrenten aus der Türkei in dieser Position, wir haben gepumpt und gepumpt, aber es war einfach kein Wind da“, so Räuchle.

Am Ende wurde er dann Erster im B-Finale und belegte so insgesamt Rang zehn unter gut 100 Startern. 2018 hatte es bei der EM zu Platz vier gereicht, allerdings war die von der Besetzung her mit dem Wettkampf in der Türkei überhaupt nicht zu vergleichen.

Insgesamt wäre für Räuchle in diesem Jahr sicher mehr drin gewesen. Die Juniorenweltmeisterschaft in Frankreich fiel aus, weil der Wind ausblieb, beim Multivan Windsurf Cup in St.-Peter-Ording brach sein Mastfuß, bei der deutschen Meisterschaft verwendete er ein zu kleines Segel und wurde zudem krank.

Trotzdem hat der Heidenheimer, der ja erst seit vier Jahren surft, sich nichts vorzuwerfen und wieder deutliche Fortschritte gemacht. Bei der WM im vergangenen Jahr war ungefähr das gleiche Teilnehmerfeld wie jetzt bei der EM am Start und da musste er sich noch mit Rang 30 begnügen. Wenn auch nicht alles wie erhofft klappte, konnte er doch sehr viel trainieren und Erfahrungen sammeln.

In den Herbstferien geht es noch nach Frankreich, im Winter dann voraussichtlich auf die Kanaren. Denn trotz Ausgleichssport (Räuchle betreibt weiterhin die israelische Selbstverteidigung Krav Maga), Joggen und Fitnessstudio – richtig trainieren können die Surfer nur auf dem Brett.

Nächstes Jahr rückt Räuchle, der im Januar 17 wird, im Verband IFCA in die Altersgruppe Youth auf, hat es dann mit bis zu 21-jähriger Konkurrenz zu tun. Dazu kommt der Schüler des Heidenheimer Max-Planck-Gymnasiums in die elfte Klasse, muss also auch hier Gas geben.

Trotzdem hat er sich einiges vorgenommen, will den World Cup vor Sylt und die Weltmeisterschaft auf dem Gardasee, seinem wichtigsten Trainingsort, bestreiten. In den ersten Jahren in der Youth-Klasse entscheidet sich dann auch meistens, wohin der Weg führt, ob sogar ein Karriere als Profi-Surfer drin ist.

Das Material spielt eine große Rolle

Die Windsurfer müssen neben ihren körperlichen Fähigkeiten auch ständig das Material verbessern. Maximilian Räuchle hat in diesem Jahr deutlich gemerkt, dass er mit seinen Segeln bei zu schwachem Wind Probleme bekommt. Die Segel kommen von der Firma Point7, die Bretter von Starboard Windsurfing, für die er Testfahrer ist. Verbesserung bei den Segeln ist in Sicht, denn Point-7-Chef Andrea Cucchi, ein langjähriger Weltklasse-Surfer, war in der Türkei selbst am Start und hatte die gleichen Probleme. Ebenfalls eine sehr große Rolle spielen die an der Unterseite des Brettes montierten Finnen, die für Richtungsstabilität sorgen.