Heidenheim / Kathrin Schuler Maxi Räuchle will 2019 Deutscher Meister werden, doch bisher ist diese Saison der Wurm drin: Beim Windsurf-Cup an der Nordsee brach sein Mast. Ob es mit dem Titel noch klappt?

Es ist der dritte Tag beim Multivan- Windsurf-Cup am Wochenende in St. Peter Ording: Maximilian Räuchle fährt sein drittes Ausscheidungsrennen (Elimination) an diesem Tag. Er hat sich vorgekämpft bis auf Position zwei, ein Platz auf dem Podest ist ihm quasi sicher – sogar ein Sieg ist noch möglich.

Doch plötzlich landet der 16-Jährige in der kalten Nordsee: „Ich hatte ordentlich Druck durch den Wind als auf einmal bei voller Fahrt alles auseinander gebrochen ist“, erzählt der Heidenheimer. Im ersten Augenblick im Wasser, inmitten der drei Meter hohen Wellen, habe er gar nicht kapiert, was gerade passiert ist. Reflexartig schnappte er sich zuerst das Board, dann das Segel, die bereits dabei waren, auseinanderzudriften. Eine Viertelstunde trieb er so im Wasser, bis das Rettungsboot aufgrund des extremen Wellengangs überhaupt erst auf ihn aufmerksam wurde

Mastfuß gebrochen: Materialfehler

Für Maxi war das Rennen damit gelaufen. Doch was war überhaupt passiert? „Wie aus dem Nichts ist einfach mein Mastfuß gebrochen“, sagt der 16-Jährige. Anstatt Segel und Board zuverlässig miteinander zu verbinden, fiel die dicke Stahlhülle einfach auseinander.

Ein Materialfehler. Kann man nichts machen. Aber ärgerlich sei das schon gewesen: „Zuerst hatte ich eine richtige Wut im Bauch“, erzählt Maxi. Gleich zu Beginn des Wettbewerbs hatte er schwer mit den harten Bedingungen an der Nordsee zu kämpfen: „Ich trainiere hauptsächlich am Gardasee und war deswegen nicht an den starken Wind und die bis zu drei Meter hohen Wellen gewöhnt“, erklärt er. Deshalb seien die ersten Eliminations nicht ganz so gut wie geplant gelaufen.

Ein Sieg hätte drin sein können

Das hätte den 16-Jährigen jedoch nicht aufhalten können: Rennen für Rennen stellte er sich besser auf den schwierigen Spot ein. Am dritten Tag war geplant, noch einmal richtig Vollgas zu geben – und am besten direkt auf den ersten Platz zu surfen. Kein unrealistisches Ziel, wenn bloß der Unfall nicht passiert wäre: „Normalerweise hätte Maxi das Rennen gewinnen können“, meint Vater Matthias Räuchle.

Und eigentlich hätte der Windsurf-Cup in St. Peter Ording auch bereits das dritte erfolgreiche Rennen für Maximilian Räuchle in dieser Saison werden sollen. Doch irgendwie ist bei dem 16-jährigen Heidenheimer derzeit der Wurm drin.

Bei den Slalom-Weltmeisterschaften vor Sylt an Pfingsten startete er in der Altersklasse U 21 gegen internationale Konkurrenz und schaffte dabei einen sehr guten fünften Platz. Vor zwei Wochen stand dann die Juniorenweltmeisterschaft in Frankreich an: Doch drei Tage lang blieben Wind und Wellen aus, das Event fiel ins Wasser.

Und jetzt auch noch das Pech mit dem fehlerhaft verarbeiteten Mastfuß: Zwar landete der 16-Jährige letzten Endes trotz des Unfalls noch auf dem vierten Platz, doch der erhoffte Sieg blieb aus. „Dabei war Maxi zuvor umso motivierter und voller Elan, nach der ausgefallenen WM den Windsurf-Cup in Norddeutschland zu gewinnen“, sagt Matthias Räuchle.

Ziel: deutscher Meister werden

Aber es sollte wohl nicht sein. Nach der anfänglichen Wut und Enttäuschung schaut Maxi Räuchle jetzt wieder nach vorne: „Mit Rückschlägen zurechtzukommen gehört eben in jedem Sport dazu“, meint er achselzuckend. Und in zwei Wochen steht auch bereits das nächste Event an, das Maxi Räuchle jetzt ganz im Fokus hat: Vom 23. bis 28. Juli finden vor Sylt die deutschen Meisterschaften im Slalom statt.

Sein klares Ziel: deutscher Meister werden, nachdem er es im vergangenen Jahr bereits auf den zweiten Platz geschafft hat. „Das muss jetzt nach dem ganzen Pech einfach“, sagt er. Bis dahin wird trainiert: Jetzt am Wochenende am Gardasee, ansonsten stehen Fitness, Joggen und Krav Maga (israelische Selbstverteidigung) auf seinem Trainingsplan.

Der 15-jährige Heidenheimer Maximilian Räuchle ist deutscher Segelvizemeister im Slalom der U 17, startet bei Welt- und Europameisterschaften und träumt von einer Profikarriere.

Maxi Räuchle hat Olympia im Visier

Seinen ersten großen Erfolg im Windsurfen hatte Maximilian Räuchle 2017: Bei der italienischen Slalom-Meisterschaft bekegte der damals 14-Jährige als einziger deutscher Starter Platz 3 der Altersklasse U17.

Im vergangenen Jahr surfte der Schüler des Max-Planck-Gymnasiums dann bei den Deutschen Meisterschaften im Slalom auf den zweiten Platz, sein bisher größter Erfolg.

Für dieses Jahr hat er sich auf die Fahne geschrieben, den Meistertitel mit nach Hause zu nehmen. Sein langfristiges Ziel sind jedoch die olympischen Spiele.