So richtig fit war Maxi Räuchle nicht, als er sich auf den Weg nach Sylt machte: Von einer kleinen Grippe wollte er sich die einmalige Chance, deutscher Meister im Windsurfen zu werden, allerdings nicht verderben lassen. Also hieß es Zähne zusammenbeißen und trotzdem alles geben.

Vor Ort  an der rauen Nordsee zeigte sich jedoch schnell: Die Bedingungen waren hart. „Auf dem Wasser hatten wir eine Windstärke von bis zu 30 Knoten“, sagt der 16-jährige Heidenheimer, der in den Disziplinen Foil und Slalom in der Altersklasse U 17 antrat.

Je mehr Wind, desto kleiner das Segel beim Foil. Doch Räuchle, vom Training an die Bedingungen am Gardasee gewöhnt, schätzte den Wind nicht ganz richtig ein – und verwendete ein zu kleines Segel. So heftig wie gedacht war der Wind dann doch nicht. In einer starken Aufholjagd machte er das fast wieder gut. Doch am Ende der fünftägigen Meisterschaft blieb der Wind dann aus: Räuchle konnte nicht genügend Rennen machen, um den Fehlstart wieder auszugleichen.

Trotz Krankheit aufs Podest

Dass er noch nicht ganz auskuriert war, rächte sich bei der Witterung dann zudem: „Kräftetechnisch hat es einfach nicht gereicht.“ Fünf Stunden auf dem Wasser, fünf Tage in Folge – körperlich war das in seinem Zustand zu viel. An der starken Konkurrenz vorbei auf den ersten Platz zu surfen war dieses Mal für den Heidenheimer nicht drin: Dritter im Slalom, Zweiter im Foil – in der Gesamtwertung holte Maxi Räuchle Bronze.

Damit könnte man eigentlich zufrieden sein, trotz Krankheit reichte es schließlich fürs Treppchen. Doch der 16-Jährige ärgert sich: „Ich weiß, dass ich fahrtechnisch besser bin.“ An Konzentration habe es ihm gefehlt, die Euphorie sei ausgeblieben. Morgens musste er sich regelrecht aus dem Bett quälen. „Ich hatte schon Bock, aber es ging einfach nicht“, sagt er.

Zwar konnte er bei der Meisterschaft trotzdem wichtige Erfahrungen sammeln – gerade aufgrund der ungewohnten nordischen Bedingungen. Doch die Enttäuschung bei Maxi Räuchle ist groß: Es ist nicht das erste Rennen in dieser Saison, das nicht so lief wie erhofft. Die Juniorenweltmeisterschaft in Frankreich fiel ins Wasser, weil der Wind ausblieb. Und beim Multivan Windsurf Cup in St. Peter-Ording brach sein Mastfuß, sodass Rettungskräfte ihn aus dem Wasser ziehen mussten. Unterkriegen lässt sich der Schüler trotzdem nicht: Für ihn geht es jetzt erst mal drei Wochen zum Training an den Gardasee – schließlich sind Sommerferien. Und für den Saisonabschluss kann er sich dort optimal vorbereiten: „Die Bedingungen bei den Europameisterschaften im September in der Türkei werden ganz ähnlich sein wie am Gardasee“, meint Maxi Räuchle.

Allerdings will sich der 16-Jährige jetzt vor dem letzten Wettkampf auch nicht zu sehr unter Druck setzen: „Sonst macht der Kopf nicht mit. Aber ich glaube schon, dass ich dort was erreichen kann.“