Im dritten Jahr in der Liga behaupten? Worauf die Fans des 1. FC Heidenheim wohl nur noch eine Resthoffnung setzen, dürfen die Damen der SG Volley Alb/Brenztal bereits stolz sein. Nach dem Aufstieg 2023 hat sich das Oberliga-Team einmal mehr behauptet und landete mit dem sechsten von neun Tabellenplätzen laut Trainer Stephan Kaiser „da, wo wir uns vor der Saison gesehen haben“. Ihre Punkteausbeute steigerte die hochklassigste Mannschaft der SG im Vergleich zur Vorsaison sogar von 22 auf 26 Zähler.
Ein Duo an der Seitenlinie
Am Spielfeldrand standen dabei Stephan Kaiser, der das Team seit der ersten Oberliga-Saison betreut, und Bettina Peller. Sie hatte in der Saison zuvor als Kapitänin noch selbst für die erste Damenmannschaft der SG aufgeschlagen. Unter anderem eine hartnäckige Verletzung und der Wunsch Kaisers, bei der Herrenmannschaft wieder selbst mehr zu spielen, sorgten dafür, dass Peller auf die Trainerbank wechselte. Und das trotz Schwankungen mit Erfolg. „Die Hinrunde war eher wacklig“, sagt Peller, die das Team mal allein und mal zusammen mit Kaiser coachte. Nach einer Steigerung in der Rückrunde war der Ligaverbleib dann am vorletzten Spieltag gesichert.
Dabei bringe die Arbeit als Trainer-Duo mit unterschiedlichen Ansichten und Charakteren auch Herausforderungen mit sich: „Ich bin eher die Ruhigere und Stephan der Aktive.“ Der gibt zu: „Am Anfang hat es gar nicht funktioniert. Da mussten wir erst einmal einen Weg finden.“ Kaiser agierte fortan mehr als Pellers „Souffleur“ und sie gab dessen Anweisungen, Eindrücke und Tipps an die Mannschaft weiter. „Es hat echt gut funktioniert und war sehr positiv für mich, auch als Entlastung“, resümiert Kaiser und lobt seine Trainerkollegin: „Sie hatte immer einen Plan und einen roten Faden im Training.“
Wie geht's weiter?
Wer die Leitung der Mannschaft in der kommenden Saison übernimmt, steht allerdings bislang nicht fest. „Die Trainings sehe ich sehr unkompliziert, es wird immer jemanden geben“, meint SG-Urgestein Kaiser. Spannender werde es mit Blick auf die vielen Wochenenden. „Ich werde nicht jeden Spieltag mitfahren können.“ Noch unsicher ist auch die Zukunft von Bettina Peller, die klar macht: „Der Stephan war eine Stütze für mich. Ohne ihn hätte ich das nicht geschafft.“
Dafür haben mittlerweile fast alle Spielerinnen wieder zugesagt. Lediglich die junge Zuspielerin Lara Janik wird studienbedingt wohl erst einmal nicht mehr für die SG am Ball sein. Zwei Knackpunkte sieht Kaiser: den mit zwölf Spielerinnen eher kleinen Kader und die oftmals zu geringe Trainingsbeteiligung. So sollen künftig noch mehr Damen aus der zweiten Mannschaft integriert werden. Und: „Wir haben uns für die nächste Saison vorgenommen, noch mehr Nachwuchsspielerinnen im Training aufzunehmen.“
Der Kader soll größer werden
Um die weibliche Jugend kümmern sich bei der SG Volley Alb/Brenztal Rolf Grimm und seine Frau Andrea. Sein Blick auf die Personalsituation: „Es sieht gut aus im Frauen- und Mädchenvolleyball.“ Auch Kaiser spricht von einem „Luxusproblem“, doch der Fahrtaufwand für die Eltern und die späten Trainingszeiten der Damenteams stünden mitunter im Weg. In jedem Fall kündigt der 39-Jährige an: „Der Kader könnte größer werden.“
Dass die SG neben einem Gerüst aus erfahrenen Spielerinnen auch immer wieder auf neue Kräfte bauen kann, zeigt die abgelaufene Saison. Nach dem Abgang der starken Außenangreiferin Elli Schneider bekam die 22-jährige Emma Heußler ihre Chance und macht laut Kaiser einen „Wahnsinns-Entwicklungsschritt“. Die ebenso junge Mittelblockerin Elli Mezcenev fügte sich genauso stark ins Team ein. Auch Ex-Kapitänin Peller lobt ihr Team: „Jede Spielerin hat eine Schippe draufgelegt“. Kaiser wiederum hebt die Flexibilität der Spielerinnen hervor, die bei Ausfällen immer wieder auf ungewohnten Positionen einsprangen: „Das war wahnsinnig gut.“
Herren der SG Volley Alb/Brenztal: Verpasster Aufstieg und wohl mehrere Abgänge
Während die Oberliga-Damen schon länger in der Saisonpause sind, war die erste Herrenmannschaft der SG noch in der Relegation gefordert. Dabei verpasste das Team von Trainer Steffen Schober, wie berichtet, als Vierter von sechs Teilnehmern den Aufstieg in die Verbandsliga. „Ich habe den Jungs gesagt, es ist ein Erfolg, dass wir hier sind“, erinnert sich Schober an seine Worte vor dem Turnier. Im ersten Gruppenspiel gelang dann auch ein überzeugender Sieg gegen die TSG Tübingen II, wohl der Knackpunkt war aber die 1:2-Niederlage gegen Gastgeber TV Rottenburg IV. „Das Spiel hat uns Kraft gekostet, auch mental. Danach waren wir schon geknickt.“ So unterlag man im Duell der Gruppenzweiten auch dem starken TSV Wernau und der Traum vom direkten Wiederaufstieg war dahin.

Trotzdem lobt der Coach: „Alle haben eine gute Entwicklung gemacht.“ Dass er von einer „tollen Saison“ spricht, habe auch damit zu tun, dass die Arbeit mit den jungen Spielern mehr und mehr Früchte trägt. Hervorzuheben sei dabei ein 19-jähriges Trio: David Hirschle als Zuspieler sowie Jonathan Spielvogel und Ole Moch auf Außen. Sie wurden in Schlüsselpositionen noch mehr zu verlässlichen Stammspielern des Landesliga-Zweiten.
Klar ist aber auch: Die Mannschaft wird sich personell erneut verändern. Wer bleibt und wer geht, ist noch unklar, mehrere junge Spieler werden wohl ein Studium beginnen. Die Mannschaftssitzung steht dabei laut Schober noch bevor. Der sagt schmunzelnd: „Ich finde es positiv, wenn die Jungs studieren gehen und dann höherklassig spielen.“
Fünf Mannschaften im Spielbetrieb
Die SG Volley Alb/Brenztal konnte vergangene Saison bei den Aktiven fünf Mannschaften zum Spielbetrieb melden. Während die erste Damenmannschaft auf Rang sechs der Oberliga landete, musste die zweite als Drittletzter der Landesliga in die Relegation. Hier lief es nicht so gut, die SG steigt in die Bezirksliga ab. Die Damen III belegten den letzten Platz in der Bezirksklasse.
Die erste Herrenmannschaft erreichte als Tabellenzweiter die Aufstiegsrelegation zur Verbandsliga, konnte sich aber nicht durchsetzen und bleibt in der Landesliga. Und schließlich kamen die Herren II in der Bezirkslga auf Rang fünf.

