Den Anruf von der Heidenheimer Zeitung kann Bernd Schmid gerade noch so annehmen. „Ich komme eben vom französischen Team. Die hatten ein Problem und brauchten ein Stück Schweißdraht“, sagt der 69-Jährige. Auch solche Kleinigkeiten gehören manchmal zu den Aufgaben eines Weltmeisterschafts-Direktors.
Doch eigentlich ist Schmid für den sportlichen Teil der Junioren-WM, die auf dem Flugplatz Elchingen ausgerichtet wird, zuständig. So stellt er – in Rücksprache mit dem Wetterdienst – die Tagesaufgaben für die Segelflieger zusammen. Soll heißen: Schmid gibt die Routen, die geflogen werden müssen, vor. Kein Wunder also, dass er als Dreh- und Angelpunkt der WM gilt.
Bernd Schmid war Kapitän der Nationalteams
Warum er das kann? Schmid war drei Jahre Teamkapitän der deutschen Segelflug-Nationalmannschaft, gewann mit Deutschland bei den Weltmeisterschaften in England, Frankreich und Australien jeweils den Teamcup, und war bei einer Europameisterschaft und bei deutschen Meisterschaften regelmäßig im Einsatz.

Jetzt ist Bernd Schmid der Mann im Hintergrund. Und der Mann, der das Projekt Junioren-WM in Elchingen initiiert hat. „2023 haben wir die deutschen Juniorenmeisterschaften ausgerichtet. Dann kam die Frage auf: Was ist der nächste Schritt?“, erinnert sich Schmid. Sein Wunsch: Es sollte international werden. Also bewarb sich der Luftsportring Aalen um die Junioren-Weltmeisterschaft – und setzte sich beim Bewerbungsprozess gegen Teams in Australien und der Slowakei als Ausrichter durch.
Die Anfänge gab es bei der Fliegergruppe Giengen
Aufgewachsen ist Bernd Schmid in Giengen. Und auch auf dem Flugplatz, wie er anmerkt. Denn sein Vater war viele Jahre Vorsitzender der Fliegergruppe Giengen. Mit 14 Jahren begann Bernd Schmid mit dem Segelfliegen. „Mit 17 hatte ich meine Fluglizenz und habe von der Irpfel aus auch meinen ersten Alleinflug gemacht“, erinnert er sich.
Nach dem Abitur zog es Bernd Schmid zum Studium (Verfahrenstechnik und Kunststoffverarbeitung) nach Stuttgart. Später ging es für ihn aus beruflichen Gründen nach Pirmasens, Ravensburg, Leipzig oder München – seine Leidenschaft fürs Segelfliegen, eine „Familienkrankheit“, wie er scherzhaft sagt, hat er sich aber immer bewahrt. Jetzt fiebert Bernd Schmid, der mittlerweile in Aalen lebt, dem Start der Junioren-WM entgegen. Dann wird er für 81 Segelflieger aus 22 Nationen verantwortlich sein. „Wir sind ready for competition (bereit für den Wettkampf)“, betont er.
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