Wo die Liebe hinfällt – da gibt es manchmal die überraschendsten Geschichten. So freuten sich diese Woche die Damen der SG Volley Alb/Brenztal über einen unerwarteten Trainingsbesuch. Zu Gast war die israelische Beachvolleyball-Nationalspielerin Noga Maor.

Die 21-Jährige fiel mit ihren 1,92 Metern und dazu noch einer enormen Sprungkraft gleich auf. „Sie war schon herausragend“, schmunzelt Silke Pusch, Spielerin der SG und Abteilungsleiterin des TSV Gussenstadt. Es sei sehr interessant gewesen, eine Spielerin dieser Klasse im Training zu haben. Obwohl das Hallentraining für Noga Maor ungewohnt war, habe sie sich gut eingefunden. „Wenn sie mal wieder nach Heidenheim kommt, ist sie natürlich herzlich willkommen“, so Silke Pusch. Was aber hatte Noga Maor in die Dettinger Lindenhalle geführt?

Zu Besuch beim Partner

Der Grund könnte nicht schöner sein: Die Israelin ist für einige Wochen zu Gast bei ihrem Freund in Heidenheim, bei Jonas Engelhart. Der ist selbst ein nicht ganz unbekannter Sportler, spielt – ebenso wie sein jüngerer Bruder David – in Würzburg in der Regionalliga Basketball. Seine Mutter Eva (geborene Ruzickova) führte einst die Heidenheimer Korbjägerinnen in die 1. Bundesliga und Vater Bernd und Onkel Frank waren viele Jahre wichtige Spieler bei den Basketballern in Heidenheim und Giengen.

Den Besuch in Deutschland nützt Noga Maor natürlich gemeinsam mit ihrem Freund Jonas Engelhart zum Sightseeing, unter anderem besuchten die beiden Prag, München und Neuschwanstein samt (Foto) Alpsee.
Den Besuch in Deutschland nützt Noga Maor natürlich gemeinsam mit ihrem Freund Jonas Engelhart zum Sightseeing, unter anderem besuchten die beiden Prag, München und Neuschwanstein samt (Foto) Alpsee.
© Foto: privat

Jonas Engelhart studiert in Würzburg Anglistik und Politikwissenschaften und absolvierte vergangenes Jahr ein Auslandssemester in der Nähe von Chicago. Im November fuhr er mit zwei Freunden für ein paar Tage nach Orlando in Florida. Und dort schlug das Schicksal zu: Kurz vor der Abreise begegnete er in einem Restaurant Noga Maor, die in Orlando ein Trainingscamp mit der israelischen Nationalmannschaft bestritt.

In Orlando hat‘s gefunkt

„Kurz bevor wir gingen, habe ich es einfach gewagt und sie angesprochen“, berichtet der 22-Jährige. Die jungen Sportler verstanden sich sofort blendend, blieben per Telefon in Kontakt und zwei Monate später entschloss sich der Heidenheimer zu einem Besuch in Israel. Dort hat es dann endgültig zwischen den beiden gefunkt und seither führen sie eine überraschend gut funktionierende Fernbeziehung.

Die Israelin begann vor neun Jahren mit ihrem Sport, wurde sozusagen zufällig von einem Trainer am Strand entdeckt. Sie spielte übrigens nie wettkampfmäßig Hallenvolleyball, legte im Sand aber eine außergewöhnliche Karriere hin. In den verschiedenen Altersstufen schaffte Noga Maor jeweils den Sprung in die israelische Auswahl und spielte unter anderem auf der World Tour – als bestes Ergebnis steht hier ein fünfter Platz zu Buche.

Von Deutschland begeistert

Zwar war Noga Maor durch ihren Sport schon auf der ganzen Welt unterwegs, in Deutschland ist sie nun aber zum ersten Mal. „Ich finde es sehr schön hier, wenn auch ganz anders als in meiner Heimat“, sagt die junge Sportlerin, die schon einige Freundschaften schließen konnte und sich hier generell wohl fühlt.

Politische Themen spielen dabei eher keine Rolle. „In meiner Generation sieht man das Verhältnis zu Deutschland eher positiv“, sagt Noga Maor, die in Israel in einer kleinen Stadt rund 45 Autominuten von Tel Aviv entfernt wohnt.

Noga Maor (links vom Netz) demonstriert ihre Sprungkraft.
Noga Maor (links vom Netz) demonstriert ihre Sprungkraft.
© Foto: privat

Studium hat Vorrang

Künftig wird sie aber mehr Zeit in der Metropole verbringen, möchte demnächst ein Ingenieurstudium der Elektrotechnik beginnen. Deshalb – und wegen Rückenbeschwerden – macht Noga Maor derzeit auch mit dem Beachvolleyball Pause. Eine Fortsetzung ihrer Karriere ist aber durchaus denkbar, zu sehr hängt ihr Herz auch an diesem Sport.

Für Jonas Engelhart geht das Studium in Würzburg weiter, die beiden haben aber schon genaue Vorstellungen, wie sie ihre Fernbeziehung in Zukunft führen können. So will Noga Maor auf jeden Fall wieder nach Heidenheim kommen und die Chancen stehen gut, dass sie dann auch wieder mit der SG Alb/Brenztal trainieren wird.