Stuttgart / dpa Der Trainer ist stinksauer auf den Schiedsrichter. Ob er bestraft wird, ist offen.

Wie reagiert der Deutsche Fußball-Bund (DFB) auf Tim Walters Kritik am Unparteiischen Felix Zwayer nach dem 0:0 beim FC Erzgebirge Aue? Der Fußball-Zweitligist VfB Stuttgart wird seinen Coach jedenfalls nicht bestrafen. „Natürlich nicht“, sagte Sportdirektor Sven Mislintat lachend. Walter legte sogar nach. „Wir können das lange diskutieren. Oder wir können einfach sagen: Jemand hat einen Fehler gemacht im Videoraum in Köln“, sagte der 43-Jährige. Unterhalten habe er sich mit Zwayer nach der Partie nicht mehr: „Da hätte ich im Nachgang wahrscheinlich noch mal vier Gelbe Karten auf einmal gekriegt.“

Walter wirkte auch am Tag nach dem Remis in Aue zum Teil noch ungehalten, als er auf die Schiedsrichter-Leistung angesprochen wurde. Schon im Erzgebirge hatte er sich vor allem über ein Foul an seinem Spieler Nicolas Gonzalez (32. Minute) aufgeregt, für das Zwayer trotz Rücksprache mit dem Video-Assistenten keinen Elfmeter gegeben hatte. „Vielleicht war er gerade wieder Pausenbrot essen“, wetterte er danach in Richtung Video-Referee. Auch den Platzverweis für Borna Sosa (67.) nach einer mutmaßlichen Schwalbe konnte er nicht nachvollziehen. „Ich dachte, meine Frau pfeift heute. Die pfeift auch immer für die mit den schönsten Trikots“, meinte er am Freitagabend.

Eine Reaktion von Zwayer oder vom DFB blieb zunächst aus. Walter rechnet auch nicht damit, dass noch etwas kommt. Denn er habe ja niemanden beleidigt. „Ich habe nur meine Meinung gesagt. Wenn ich die nicht mehr sagen darf, dann höre ich lieber auf. Ich glaube, dass es normal ist, dass man seinem Unmut auch mal freien Lauf lässt.“

Was das Foul an Gonzalez anging, war Walters Ärger nachvollziehbar. Die Schwalbe von Sosa war jedoch relativ eindeutig. Zwar hatte es im Strafraum einen Kontakt zwischen Aues Clemens Fandrich und dem Kroaten gegeben, Sosa war jedoch schon vorher gefallen. „Gelb-Rot für Borna kann man geben“, gab Mislintat dann auch zu. dpa