Stuttgart / dpa Die Präsidentschaftsanwärter Riethmüller und Vogt vertreten in Grundsatzfragen ähnliche Positionen.

Christian Riethmüller und Claus Vogt ging es 38 Tage vor der Mitgliederversammlung im Dezember so wie den mehr als 70 000 Mitgliedern des VfB Stuttgart: Wie sich die beiden Kandidaten für das Präsidentenamt im wichtigsten Sportverein Baden-­Württembergs und die Nachfolge von Wolfgang Dietrich inhaltlich unterscheiden, war den beiden selbstbewusst und sympathisch wirkenden Unternehmern bei der gemeinsamen Vorstellung selbst noch nicht so ganz klar.

So halten beide den erst kürzlich ernannten Ex-Profi Thomas Hitzlsperger (37) für eine gute Besetzung als Vorstandsvorsitzenden der VfB Stuttgart 1893 AG. Beide sind wohlhabend genug, um die intensive Aufgabe als Präsident und designierter Aufsichtsratsvorsitzender beim Fußball-Zweitligisten ohne zeitliche Einschränkung im Neben- oder Ehrenamt zu übernehmen. Auch den Umgang des Klubs mit Vereinsgrößen wie Guido Buchwald, der selbst gerne Präsident geworden wäre, empfinden beide als verbesserungswürdig. Einzig: Rieth­müller – im blauen Anzug – trug einen VfB-Anstecker am Revers, Vogt – mit Sakko und hellbrauner Jeans – nicht.

Wolf-Dietrich Erhard aber, der Vorsitzende des Vereinsbeirats, kennt aus dem Auswahlverfahren die Unterschiede: „Der Schwerpunkt beim Christian Riethmüller ist mehr das Thema Wertediskussion die beim VfB letzten Endes eine große Rolle spielen kann. Bei Claus Vogt war der Tick strategische Ausrichtung des VfB in den Gremien eine wichtige Position.“

Tatsächlich wurde Riethmüller, Chef beim Buchhändler Osiander, auch direkt deutlich und kritisierte Ex-Sportvorstand Michael Reschke. Dass Reschke rund um die Entlassung von Trainer Tayfun Korkut Lügen als Notwendigkeit bezeichnet habe, „geht gar nicht“. Vogt, der als Gründer des FC Playfair („Verein für Integrität im Profifußball“) auf ein solides Netzwerk in der Szene zurückgreifen kann, brachte für die Suche nach einem zweiten Investor die Möglichkeit eines Konsortiums aus mittelständischen Unternehmen der Region ins Spiel.  Am Montag gibt es bei einer ersten Veranstaltung für Mitglieder die Gelegenheit, sich selbst ein Bild zu machen. dpa