47. HZ-Sportlerwahl

Viele leuchtende Augen: So lief der Ehrungsabend der HZ-Sportlerwahl

Viel Bewährtes, aber auch einige Neuerungen gab es bei der Sportlerwahl der Heidenheimer Zeitung. Am Donnerstagabend wurden von HZ-Verleger Martin Wilhelm die Preise in vier Kategorien an die beliebtesten Sportlerinnen und Sportler übergeben.

Tradition und Innovation: Die 47. HZ-Sportlerwahl vereinte beides. Am Donnerstagabend wurden im Margarete-Hannsmann-Saal der Heidenheimer Stadtbibliothek die Siegerinnen und Sieger ausgezeichnet, die die meisten Stimmen auf sich vereinen konnten. So viele Menschen wie noch nie hatten sich an der Abstimmung beteiligt, freute sich HZ-Verleger Martin Wilhelm: Mehr als 3800 Stimmen wurden abgegeben.

HZ Sportlerwahl in der Stadtbibliothek Heidenheim

HZ-Sportlerwahl 2025: Preisverleihung in der Stadtbibliothek Heidenheim

Am Donnerstagabend wurden in der Heidenheimer Stadtbibliothek die Preise der HZ-Sportlerwahl 2025 vergeben. Hier viele Eindrücke:
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Alles digital

Musste man bei der ersten Wahl im Jahr 1979 noch einen Coupon aus der Zeitung ausschneiden, um seine Stimme an die von der HZ-Sportredaktion vorgeschlagenen Athleten aus dem Landkreis Heidenheim zu vergeben, läuft der Wettbewerb seit 2017 komplett digital ab – was auch das Auszählen in der Redaktion überflüssig gemacht hat. Sportredakteur Thomas Jentscher erinnert sich noch an körbeweise Post, die sein früherer Kollege Klaus-Dieter Haas auszählen musste. Heute genügt ein Klick und die Stimmen können abgerufen werden.

HZ-Verleger Martin Wilhelm übergab Urkunden, Pokale und Preise bei der 47. HZ-Sportlerwahl. Rudi Penk

Im Kern geht es aber damals wie heute um die Vielfalt des Sports im Landkreis Heidenheim: Verleger Martin Wilhelm hob die Leistungen der Sportlerinnen und Sportler hervor, aber auch die Unterstützung durch Familie, Freunde und Ehrenamtliche, die diese Erfolge möglich machen. Neu war am Donnerstagabend nicht nur der Veranstaltungsort in der Bibliothek, sondern auch die Moderation, bei der Sportredakteur Dominik Florian seinen erfahrenen Kollegen Thomas Jentscher unterstützte.

Erstmals Auszeichnung für Trainer

Und auch eine neue Kategorie gab es bei der 47. Sportlerwahl: Erstmals wurde eine Auszeichnung in der Kategorie Trainerin/Trainer vergeben. Mehr als 2000 Euro an Preisgeldern verteilte die Heidenheimer Zeitung an die Siegerinnen und Sieger auf den ersten Rängen der vier Kategorien, dazu gab es Pokale und gestaltete Urkunden mit Fotos der Sportler in Aktion.

Es zeigte sich auch wieder, dass beim Sport große Emotionen im Spiel sind, dieses Mal besonders im unteren Brenztal: Ein ganzes Dorf hat mitgefiebert und abgestimmt, und am Ende landeten in drei von vier Kategorien Sportlerinnen und Sportler mit Bezug zu Sontheim/Brenz auf den ersten Rängen. Die Preise wurden quer durch verschiedene Sportarten vergeben, bei der Publikumsabstimmung wurde Schach genauso honoriert wie Turnen, Ringen oder Baseball.

Klare Ergebnisse

„Es war lange ein spannendes Rennen“, so Thomas Jentscher, am Ende standen aber klare Ergebnisse. Am deutlichsten fiel das Votum beim Trainer des Jahres aus. Hier erhielt Baseball-Trainer Klaus Eckle von den Heidenheim Heideköpfen 1037 Stimmen und damit 26 Prozent aller abgegebenen Wertungen. Dass dies auch objektiv verdient ist, führte Jentscher auf das erfolgreichste Jahr der Baseballer in ihrer Vereinsgeschichte zurück. Eckle sah das Geheimnis seines Erfolgs darin, dass er viele Jahre als Nachwuchstrainer gearbeitet habe: „Das kann ich jedem empfehlen, die Basisarbeit ist wichtig.“

Die Trainer des Jahres 2025: Bei der HZ-Sportlerwahl bekamen Klaus Eckle (Mitte, Heidenheim Heideköpfe), Sascha Baß (links, TSG Giengen) und Bernd Biller (rechts, TSV Herbrechtingen) die meisten Stimmen. Rudi Penk

Auf Platz 2 landete Leichtathletik-Trainer Sascha Baß von der TSG Giengen. Dominik Florian wies darauf hin, dass dieser auch selbst sportlich sehr erfolgreich sei. Er profitiere von dieser Doppelrolle, meinte Baß auf Nachfrage: „Ich kenne auch die Fehler, die Athleten machen können, aus eigener Erfahrung.“

Ebenfalls auf eine sportlich äußerst erfolgreiche Saison kann Bernd Biller zurückblicken: Der Trainer der Ringer der TSV Herbrechtingen landete mit 783 Stimmen auf Platz 3. „Ich sehe das als Auszeichnung für unser ganzes Trainerteam“, so Biller.

In der Kategorie Sportlerinnen gewann die aus Sontheim stammende Läuferin Ciara Elsholtz, die für die TSG Giengen an den Start geht. Bereits im vergangenen Jahr schaffte sie es auf Platz 3 bei der HZ-Sportlerwahl, dieses Mal lag sie mit 795 Stimmen ganz vorn. Während eine erfolgreiche Saison mit vielen Bestzeiten und Siegen hinter Elsholtz liegt, ist sich die Athletin noch nicht sicher, wie es in diesem Jahr weitergehen wird: Ihr stehen die Abschlussprüfungen als Landschaftsgärtnerin bevor, die sie mit ihrer sportlichen Aktivität in Einklang bringen muss. Auf die Frage von Sportredakteur Florian nach ihrer Motivation gestand die Sportlerin: „Ich muss mich manchmal auch zusammenreißen, um nach einem langen Arbeitstag noch rauszugehen.“

Die beliebtesten Sportlerinnen waren Ciara Eisholtz (Mitte, TSG Giengen), Marie Brachert (rechts, SG Herbrechtingen/Bolheim) und Katharina Haas (links, SC Gerstetten). Rudi Penk

Auf Platz 2 kam die junge Handballspielerin Marie Brachert, die mit der SG Herbrechtingen/Bolheim um den Klassenerhalt in der Oberliga kämpft. Die Stimmung in der Mannschaft sei gut, berichtete die erfolgreiche Spielerin, man habe sich mittlerweile auch an die Gegner in der Liga gewöhnt. Für sie selbst, die zuvor bei der TSG Schnaitheim gespielt hat, sei der Wechsel ein guter Schritt gewesen, um das Potenzial in einer höheren Liga abzurufen.

Karriere mittlerweile beendet

Für Skirennfahrerin Katharina Haas vom SC Gerstetten war die Auszeichnung mit dem dritten Platz bei der HZ-Sportlerwahl auch ein Schlusspunkt ihrer Karriere: Nach einem turbulenten Jahr mit vielen Siegen arbeite sie nun als Skilehrerin und Ausbilderin von Skilehrern, erzählte die Sportlerin. Sie war extra aus Oberstdorf angereist, um an der Veranstaltung teilzunehmen. „Es war eine coole Zeit, aber ich genieße das jetzt auch“, so Haas zu ihren neuen Aufgaben.

Auch bei der Feuerwehr muss es schnell gehen.

Sportredakteur Dominik Florian über Läufer Max Feinauer, der einen Feuerwehr-Lehrgang besucht.

Ein ganz junges Talent wurde zum Sportler des Jahres 2025 gewählt: Der 14-jährige Schachspieler Neil Albrecht vom SK Sontheim bekam 964 Stimmen. Nicht nur bei der HZ-Abstimmung, sondern auch bei der deutschen U-14-Meisterschaft ließ der Gerstetter alle anderen hinter sich und holte den 1. Platz, obwohl viele andere Jugendliche aus großen Klubs kamen.

Sportredakteur Thomas Jentscher, selbst früher aktiver Schachspieler, waren die Begeisterung genauso wie die Fachkenntnis anzumerken, als er Neil Albrecht auf der Bühne interviewte. Schachtraining habe viel damit zu tun, Muster zu erlernen und einzuüben, berichtete Neil Albrecht. Zwei bis drei Stunden pro Tag verbringe er am Schachbrett, nebenbei halte er sich aber auch mit Tennis und Krafttraining fit, erzählte er.

Dann wurde es digital, als Dominik Florian versuchte, den 2. Sieger der Sportlerwahl per Videoanruf in den Saal zu holen. Nach kleinen Anlaufschwierigkeiten gelang dies auch: Max Feinauer, erfolgreicher Läufer der TSG Giengen, konnte von Bruchsal aus zugeschaltet werden. Dort nimmt er gerade an einem zweiwöchigen Lehrgang an der Landesfeuerwehrschule teil. Nach Ernährungstipps für Läufer gefragt, verriet Feinauer seine Schwäche für die schwäbische Küche, aber auch für Pizza und Burger. „Ich bin der Typ, der von morgens bis abends essen kann“, so der Sportler.

Videotelefonat auf großer Leinwand: Läufer Max Feinauer nahm die Ehrung in Bruchsal entgegen. Rudi Penk

Aus seiner Heimat Kanada hatte der Baseballer William Germaine eine Videobotschaft fürs Heidenheimer Publikum geschickt: Er wurde mit 579 Stimmen auf Platz 3 gewählt und freute sich aus der Ferne über die Auszeichnung. Er bringe nicht nur mit seinen Homeruns die Heidenheim Heideköpfe immer wieder auf Kurs, sondern zeige auch glänzende Leistungen als Catcher und am dritten Base, beschrieb Sportredakteur Jentscher die Bedeutung des Athleten.

Das Moderatoren-Duo der HZ: die Sportredakteure Thomas Jentscher (li.) und Dominik Florian. Rudi Penk

Noch einmal stark vertreten war Sontheim in der Kategorie „Mannschaft des Jahres“: Die Turnerinnen des FV Sontheim haben nicht nur eine tolle Saison hinter sich, sondern konnten auch viele Menschen mobilisieren, die für sie abgestimmt haben. „Wer will, findet Möglichkeiten“, nannte Trainerin Dorothee Kammerer als sportliches Motto ihrer Mannschaft. Aber auch das Umfeld scheint zu stimmen: „Hinter uns steht ein toller Verein“, lobte sie. Manche der Turnerinnen trainiere sie schon seit dem Kindergartenalter, berichtete Kammerer, beispielsweise Louisa Römer, die von einem „sehr schönen letzten Jahr“ berichtete. Nach dem Aufstieg in die Oberliga müssen sich die Sontheimerinnen nun an das neue Niveau gewöhnen, scheinen Herausforderungen aber mit viel Teamgeist zu begegnen.

Augen zu und durch.

Ringer-Trainer Bernd Biller über das Geheimnis des Erfolgs seiner Mannschaft.

Diesen benannten auch Trainer Klaus Eckle und Spieler Simon Gühring von den Heidenheim Heideköpfen als entscheidenden Faktor auf dem Baseball-Feld: „Wir spielen mit einer stimmigen Mannschaft.“ Der sportliche Erfolg des vergangenen Jahres der Heidenheimer Baseballer wird wohl kaum zu toppen sein, die Heideköpfe wurden sowohl deutscher Meister als auch Sieger im European Champions Cup. Der zweite Platz in der Mannschaftswertung der HZ-Sportlerwahl scheint da nur folgerichtig. Als Wunsch für die aktuelle Saison bleibt für Gühring die Titelverteidigung, wobei er auch bekannte: „Das wird schwer.“

Überraschend aufgestiegen sind die Ringer der TSV Herbrechtingen, die mit 477 Stimmen auf Platz 3 in der Mannschaftswertung kamen. Damit gerechnet hatte Trainer Bernd Biller nicht, aber er berichtete von einer Dynamik, die sich im Lauf der Saison entwickelt und die Kampfsportler in die Regionalliga geführt habe. Was bei der Aufstiegsfeier Verrücktes passiert ist, ließ sich Biller von Redakteur Dominik Florian nicht entlocken: „Wir genießen und schweigen“, so der Herbrechtinger.