sid/dpa Die Rumänin erreicht in Wimbledon souverän das Finale gegen Superstar Serena Williams. Die 37 Jahre alte US-Amerikanerin ist Favoritin im Endspiel am Samstag. Dort peilt sie ihren 24. Major-Titel an.

Nach 59 Minuten erfolgreicher Kurzarbeit auf dem Centre Court von Wimbledon fiel der Jubel bei Serena Williams dezent aus. Eine Siegerfaust in Richtung der eigenen Box, ein kurzer Dank ans Publikum, dann lag der Fokus offenbar schon auf dem Finale. Winkend verabschiedete sie sich von den rund 15 000 Zuschauern in der Tennis-Arena. Es wirkte beinahe, als hätte sie sich die große Jubelgeste für das Endspiel am Samstag gegen die rumänische Spitzenspielerin Simona Halep aufgespart.

In nicht einmal einer Stunde hatte Williams die ungesetzte Tschechin Barbora Strycova 6:1, 6:2 vom Platz gefegt und war damit wie im Vorjahr ins Endspiel gestürmt. Die US-Tennis-Queen scheint bereit für den nächsten Griff nach ihrer Krone.

„Ich genieße es einfach. Es ist ein großartiges Gefühl“, sagte Williams, die im Vorjahr im Endspiel gegen die Deutsche Angelique Kerber den Kürzeren gezogen hatte: „Ich habe einfach ein paar Matches gebraucht, um mich gut zu fühlen. Und jetzt, wo ich mich gut fühle, kann ich das tun, was ich liebe: gutes Tennis spielen.“ Das will Williams auch in ihrem elften Wimbledon-Finale, in dem sie auf besagte Rumänin Simona Halep trifft – und nebenbei auch erneut einen Grand-Slam-Rekord anpeilt.

Älteste Finalistin

Bei einem Erfolg an diesem Samstag würde Williams durch ihren dann 24. Major-Titel mit der Australierin Margaret Court gleichziehen. Es wäre zudem der erste seit der Geburt ihrer Tochter 2017. Einen anderen Rekord hat Williams dagegen bereits sicher. Mit 37 Jahren und 291 Tagen ist sie nunmehr die älteste Grand-Slam-Finalistin in der Ära des Profitennis. Bislang wurde die Bestmarke von der großen Martina Navratilova gehalten, die 1994 in Wimbledon exakt 33 Tage jünger war.

„Es geht nicht darum 23, 24 oder 25 Titel zu haben, sondern darum, alles zu geben“, sagte Williams: „Ich werde auch ohne den Titel immer auf eine große Karriere zurückschauen können.“ Die US-Amerikanerin Williams machte gegen Strycova einen konzentrierten Eindruck, verzog kaum eine Miene, platzierte mit Präzision ihre Schläge. Strycova (33) hatte in ihrer Halbfinal-Premiere bei einem der vier Majors dieser Wucht von Williams kaum etwas entgegenzusetzen.

Unmittelbar vor Williams‘ Sieg hatte sich Halep im anderen Halbfinale gegen die Ukrainerin Jelena Switolina 6:1, 6:3 durchgesetzt und spielt nun um ihren zweiten Major-Titel nach dem French-Open-Sieg 2018. „Das ist ein großartiges Gefühl. Es ist einer der schönsten Momente meines Lebens“, sagte Halep nach dem deutlich verlaufenden Match auf dem Centre Court in London: „Es war nicht so einfach, wie das Ergebnis vermuten lässt.“

Das Duell mit Switolina am Donnerstagnachmittag war von Beginn an geprägt von langen Grundlinienduellen. Den ersten Satz gewann Halep praktisch ohne einen echten Netzangriff. Doch auch so diktierte sie zumeist das Geschehen nach Belieben, Switolina versuchte aus der Defensive heraus zu kontern. „Ich musste in jedem Ballwechsel lange kämpfen. Aber ich denke, ich habe die richtige Taktik gewählt“, sagte Halep.

Für die 27-Jährige ist es nun die fünfte Endspiel-Teilnahme bei einem Grand-Slam-Turnier und die erste im Tennis-Mekka Wimbledon. Nicht allzu vielversprechend ist allerdings ihre Bilanz gegen die Tennis-Königin Serena Williams aus den USA. Von bislang zehn Duellen hat Simona Halep nur eines gewinnen können.
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Nach elf Jahren die Chance zur Revanche

Geschichte In emotionalen Worten erfasste Rafael Nadal die Dimension des Wimbledon-Duells mit Roger Federer am Freitag. „Es ist eine einmalige Situation. Es ist aufregend, diese Gelegenheit wieder zu haben“, sagte der 33-Jährige. Elf Jahre nach einem der größten und packendsten Endspiele der Tennis-Geschichte fasziniert das Halbfinale der beiden Topstars Wimbledon. Zum 40. Mal stehen sich die zwei seit mehr als einem Jahrzehnt prägenden Tennis-Protagonisten gegenüber.

Triumph In London spielte sich 2008 eines der aufregendsten Matches dieser beiden außergewöhnlichen Spieler ab. Es war schon fast dunkel, als Nadal nach sage und schreibe fast fünf Stunden 6:4, 6:4, 6:7 (5:7), 6:7 (8:10), 9:7 siegte. Die Regentschaft von Federer auf dem Heiligen Rasen nahm nach fünf Triumphen in Serie ein Ende. Nur drei Kräftemessen zwischen den beiden Tennis-Stars hat es auf Rasen gegeben (2:1 für Federer), alle anderen Duelle trugen sie auf Sand- oder Hartplätzen aus.