Elchingen / Edgar Deibert Am Wochenende gingen in Elchingen die Junioren-Segelflugmeisterschaften zu Ende. Auch Piloten aus dem Kreis Heidenheim waren erfolgreich.

Herausforderung gemeistert, könnte man sagen. „Wir hatten eine sehr schwierige Wetterlage“, sagt Michael Kost vom gastgebenden LSR Aalen abschließend zu den Junioren-Qualifikations-Segelflugmeisterschaften in der Club- und Standardklasse und den Ostalb-Pokal.

So konnten auch am Samstag, dem vermeintlich letzten Wertungstag, von Elchingen aus keine Wertungen geflogen werden. Die Wettbewerbsleitung um den Heidenheimer Wolfgang Gmeiner (Organisator und „Ruhepol“), Steffen Schwarzer (sportlicher Leiter) und Bernd Schmid (gebürtig aus Giengen/Flugmeteorologe) hatte zwar bis zuletzt auf ein kleines Wetterfenster gehofft, doch dieses öffnete sich nicht. Nach den starken Regenfällen von Freitag auf Samstag war es zu feucht, um noch einen Flugtag für die rund 60 Piloten auszutragen.

Ein Zanger auf Rang drei

Somit stehen nun endgültig die Sieger in den drei Wertungsklassen fest. In der Doppelsitzerklasse flogen die beiden Neresheimer Piloten Christoph Illenberger und Christian Hirschbolz aus Neresheim in ihrer Duo Discus auf den zweiten Platz im Ostalb-Pokal (1751 Punkte). Es siegte das „Familien-Team“ aus Ludwigshafen, Vater Charly Müller mit Jan Karol Müller und Sophie Müller (1797). Auch Piloten aus dem Landkreis Heidenheim nahmen erfolgreich an den Wettbewerben teil. Thomas Mannal aus Zang und Lars Ullmann (beide LSR Aalen) erreichten mit ihrer Duo Discus XL 1660 Punkte und wurden Dritter.

Die anderen Aalener Doppelsitzer flogen auf die Plätze 5 und 6. Maximilan Grandy flog abwechselnd mit Uli Mildenberger (Gerstetten) und Johanna Mattner (Schwäbisch Hall). Claus Schmidle (Bopfingen) und Markus Hertlen (Nattheim) erreichten Platz 6 im Vereinsdoppelsitzer Duo Discus des LSR Aalen.

Alles dreht sich ums Fliegen

Bei Mannal dreht sich dabei alles ums Fliegen. Der 26-Jährige, der seit Kurzem in Ebnat wohnt, fliegt seit 2011 und versteht sich mittlerweile eher als Fluglehrer. Als Co-Pilot konnte er seinem Piloten Lars Ullmann (Tannhausen) wertvolle Tipps geben. Der 18-Jährige hat erst im vergangenen Jahr seinen Flugschein gemacht.

„Früher bin ich wegen des Adrenalinkicks und der Geschwindigkeit geflogen“, erinnert sich Mannal an seine Anfangszeit. Heute nutze er die Zeit in der Luft, um die Natur zu genießen und vom Alltag abzuschalten. Kein Wunder also, dass er am Wettbweberbsfliegen eigentlich gar nicht so interessiert ist und am Flugplatz einen Wohnwagen stehen hat. „Das ist wie Urlaub“, schwärmt er.

Momentan befindet sich Mannal in Südfrankreich bei einem Bundesverbands-Lehrgang für Fluglehrer. Die Windsysteme an den Alpen sind dann doch etwas anderes als die über der schwäbischen Alb.

Über 52 000 Kilometer

In Elchingen flogen die Piloten in allen drei Klassen zusammen 52 838 Kilometer. Und zwar im reinen Segelflug, nur mit der Kraft der Sonne und Thermik. Die Segelflieger müssen lediglich hochgeschleppt werden, und zwar auf eine Höhe von 600 Meter. Im Durchschnitt waren die Piloten 112 km/h schnell, Jan Knischewski erreichte 119 km/h.

Ein Jahr haben die Vorbereitungen zu dieser Meisterschaft gedauert. Rund 40 freiwillige Helfer haben im Hintergrund 10 Tage Urlaub geopfert und mitgeholfen. Der Vizepräsident und Bundeskommisions-Vorsitzende Segelflug im Deutschen Aeroclub, Walter Eisele, sprach von Elchingen sogar als „schönstem Flugplatz Deutschlands“. Ein Flugplatz, der viel häufiger solche Meisterschaften ausführen könne. Vielleicht sogar einmal größere internationale.

Warten in 600 Meter Höhe

Bevor die Segelflieger ihr Können zeigen, werden sie in eine Höhe von 600 Metern geschleppt und dort ausgeklinkt. Oben warten die Piloten, bis alle Flugzeuge in der Luft sind. 30 Minuten, nachdem der letzte Segelflieger hochgezogen wurde, startet der Wettbewerb.