Heidenheim / nr Die Leiter der HSB-Abteilung haben einen Wettbewerb im Internet ins Leben gerufen, an dem sich jetzt auch Teilnehmer aus dem Ausland beteiligen.

Durch die Coronapandemie war auch die Sambo-Abteilung des Heidenheimer Sportbundes dazu gezwungen, neue Wege zu gehen. Übers Internet statt in der Halle trainieren lautete das Motto. „Jede Krise birgt auch Chancen, man muss sie nur erkennen, offen sein für neue Lösungen und sich die Arbeit auch machen wollen“, so Abteilungsleiter Eduard Marker.

Kurze Zeit nachdem alles heruntergefahren war, hat die Sambo-Abteilung (Sambo ist eine russische Abkürzung und bedeutet Selbstverteidigung ohne Waffen) entsprechende Trainings angeboten, mitunter auch Einzeltrainings für die Leistungssportler. So wurden Sambo, Kettlebell und Tanzen direkt nach Hause übertragen. Auch das HSB-Projekt „Respect together“ ging weiter.

„Es war nicht leicht, sich umzustellen. Es hat Unmengen an Zeit der Trainer verschlungen und für viele Teilnehmer war es zu kompliziert. Manche haben in der Zeit sogar den Verein verlassen”, berichtet Marker. Ein weiteres Problem: Viele Kinder und Jugendliche konnten nicht an den Angeboten teilnehmen, weil die Eltern nicht genug Geld für Smartphone oder Laptop haben. „Das hat die Kinder total vom Rest der Welt abgeschnitten”, so Marker.

Alles in allem sei die Bilanz des Onlinetrainings aber positiv ausgefallen und der Weggang mancher Mitglieder konnte durch Neuzugänge kompensiert werden. Statt 115 sind es jetzt sogar 117 Mitglieder.

Als große Motivation fürs Training hat sich der „Online Battle Sambo Süd“ erwiesen. Das Konzept wurde vom Trainerteam der Sambo-Abteilung entwickelt. Lurie Leu, Sambo-Weltmeister 2007, der aus Moldawien nach Heidenheim gezogen ist, hat als Schiedsrichter, studierter Sambo-Trainer und Sportlehrer viel Erfahrung in der Entwicklung von Trainingsplänen. Juri Marker, Deutscher Meister 2020 im Combat Sambo und studierter Sozialpädagoge, brachte indes die nötige Fachkompetenz mit, um Jugendliche zu betreuen. Anastasia Weber hat in ihrer Heimat Kirgistan eine Ausbildung zur Tanzlehrerin absolviert und bietet in der Sambo-Abteilung Tanztrainings für Mädchen an.

Burpees, Crunches, Step Jumps und Squats

Der „Online Battle Sambo Süd“ umfasste vier Übungen: Burprees, Crunches, Step Jumps und Squats. Dabei sollte jeder Sportler in 30 Sekunden so viele Wiederholungen machen, wie er schafft. Zudem stand es den Sportlern frei, sich eine der Übungen auszusuchen oder mehrere zu machen.

Weiter bestand die Möglichkeit, die Übungen auf Video aufzunehmen und an die Veranstalter zu senden, die die einzelnen Elemente bewerteten. Insgesamt hatten sich 100 Sportler im Alter zwischen sieben und 45 Jahren am Online-Battle beteiligt und es kommen täglich neue Videos dazu.

Vor kurzem wurden die Ergebnisse der ersten Runde verkündet. Die Sieger bekamen im Sparkassen-Sportpark Urkunden überreicht. Die Videos und Fotos werden verarbeitet und im Netz veröffentlicht. Sieger des Online-Battles war Sambo-Weltmeister Lurie Leu, dicht gefolgt von seinen Schülern Devid Friese und Berkan Daller.

Nachdem das Konzept bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gleichermaßen gut ankam, planen die Verantwortliche weitere Onlinewettbewerbe – auch international. Gingen am Anfang nur Sportler aus Heidenheim, Giengen und Schwäbisch Gmünd an den Start, kommen mittlerweile auch Videos aus Moldawien, Portugal, Russland oder Irland bei den Organisatoren in Heidenheim an.