Für Glatzel Racing ging es zum Saisonfinale an den Nürburgring, dort startete das Königsbronner Team mit sieben Fahrzeugen in drei verschiedenen Serien.

In der Spezial Tourenwagen Trophy gingen Ralf Glatzel und Markus Eichele (beide BMW M4 GT4) sowie Dirk Ehlebracht und David Stein (beide Ford Fiesta ST) an den Start. Im ersten Qualifying dominierten Eichele und Glatzel in ihrer Division und holten die Startplätze eins und zwei. Dirk Ehlebracht hatte immer wieder mit Aussetzern seines Fiestas zu kämpfen, sicherte sich aber in seiner Division den zweiten Platz. Gaststarter David Stein konnte sich jede Runde etwas verbessern und schloss das Qualifying als Dritter ab.

Beim letzten Rennen standen Ralf Glatzel (Mitte) und sein Teamkollege Markus Eichele (Zweiter von links) auf dem Siegerpodest.
Beim letzten Rennen standen Ralf Glatzel (Mitte) und sein Teamkollege Markus Eichele (Zweiter von links) auf dem Siegerpodest.
© Foto: Sabrina Gühna

Schreck in der ersten Runde

Im Rennen ließ sich Eichele nicht von der Spitze verdrängen und gewann. Glatzel fiel in der ersten Runde etwas zurück, da ihm ein Kontrahent in die rechte Seite seines BMW fuhr. Der Königsbronner holte aber wieder auf und beendete den Lauf auf Rang zwei. In der anderen Gruppe verteidigten Ehlebracht und Stein ihre Plätze zwei und drei.

Auch im zweiten Qualifying sicherten sich Eichele und Glatzel den ersten und zweiten Startplatz. Da Ehlebracht erneut Probleme hatte, musste er sein Fahrzeug nach wenigen Runden in der Box abstellen. Für Stein lief es besser, er konnte sich den zweiten Platz erkämpfen. Im letzten Rennen der Saison hatte der Gmünder Eichele einen sehr guten Start und konnte sich etwas Vorsprung herausfahren.

Nach einigen Runden bekam er Probleme mit seinem BMW, woraufhin Glatzel ihn überholen konnte. Nach spannenden 20 Rennminuten und einigen packenden Dreikämpfen fuhr Glatzel knapp vor seinem Teamkollegen über die Ziellinie.

Damit lagen die beiden Fahrer des Racing-Teams in ihrer Division auch insgesamt auf Rang eins und zwei. In der Gesamtwertung der Spezial Tourenwagen Trophy wurde Glatzel Zweiter hinter dem ehemaligen DTM-Fahrer Uwe Alzen, konnte also mit seinem Team die deutsche Vizemeisterschaft feiern. „Das war mehr als wir erwartet haben, es war für uns eigentlich eine Lernsaison“, berichtet Glatzel, der seit 2017 in der Trophy fährt, in diesem Jahr aber von Ford Fiesta auf BMW umgestiegen ist.

BMW-Debüt besser als erwartet

So gab es auch das ein oder andere Problem, unter anderem bekam Glatzel erst zwei Tage vor dem ersten Rennen einen zugelassenen Tank für sein Fahrzeug, konnte so nicht richtig testen. Eichele, der seit diesem Jahr für die Königsbronner fährt (zuerst auf Fiesta, dann auf BMW), hatte zwei Rennen verpasst und landete so auf Rang fünf der Gesamtwertung. „Er war aber echt schnell, hätte er alle Rennen bestritten, hätten wir uns wohl einen Zweikampf um den Sieg in der Division geliefert“, lobt Glatzel seinen Kollegen.

Ehlebracht durfte trotz abgebrochenem Qualifying das Rennen von hinten starten und erkämpfte sich kurzzeitig Rang zwei, musste dann sein Fahrzeug wegen eines Getriebeschadens abstellen. Stein verteidigte den im Qualifying erkämpften Platz zwei.

Bei den Tourenwagen Classic ging Stammfahrer Steffen Schwan an den Start (Ford Fiesta ST). Im ersten freien Training war er Drittschnellster seiner Klasse. Auf Grund der instabilen Wetterverhältnisse lief das Qualifying nicht so gut und er musste sich mit dem 16. Startplatz zufrieden geben.

Das erste Rennen verlief gut, bis Schwan ins Rutschen kam und im Kiesbett landete – am Ende wurde er 21. Im letzten Rennen der Saison konnte er sich deutlich verbessern, war aber vom Pech verfolgt: Ein Kontrahent fuhr ihm ins Auto, weshalb er auf den 18. Rang zurückfiel.

Im Tourenwagen Junior Cup starteten der 18-Jährige Linus Hahne und die 17-Jährige Jule Weimann. Im ersten Qualifying wurde Hahne Dritter und Weimann Zehnte. Im Rennen hatte Hahne leichte Probleme mit dem nassen Asphalt und fiel einen Platz nach zurück. Weimann wurde in der ersten Kurve nach dem Start von einem Kontrahenten berührt, kam ins Rutschen und stand quer auf der Strecke. Hierbei ging viel Zeit verloren, sie beendete den Lauf auf Rang neun.

Juniorteam auf Rang zwei

Beim zweiten Qualifying fuhren Hahne und Weimann den vierten und elften Startplatz heraus. Dieses Rennen entschied den Meister der jungen Serie und da für Hahne noch die Chance auf den Titel bestand, ging es zur Sache. Er schaffte es nach mehreren Zweikämpfen als Drittschnellster auf das Podium. Für den Titel reichte es am Ende nicht, mit dem dritten Platz in der Gesamtwertung konnte Hahne aber zufrieden sein. Weimann kämpfte sich drei Plätze vor und beendete das Rennen auf dem siebten Platz. In der Teamwertung belegte H&R, das Juniorteam von Glatzel Racing, den zweiten Platz und holte damit eine weitere Vizemeisterschaft nach Königsbronn.

So geht‘s weiter

Nach den Rennen am Nürburgring geht es für das Glatzel-Racing-Team nun mit Tests weiter. Am kommenden Wochenende sind die BMW im Einsatz, sieben Tage später dann die VW Up. Im Winter will das Team in Spanien trainieren und auch eine Rennserie bestreiten. 2023 wollen Ralf Glatzel und Markus Eichele dann wieder auf ihren BMW angreifen, möglichst in einer noch höheren Serie.