In einem den Auflagen entsprechend ausverkauften Haus wurde die TSV Herbrechtingen ihrer Favoritenrolle in diesem Jahr gerecht und besiegte die TSG Nattheim beim Derby zum Saisonauftakt deutlich mit 27:5. Während bei der TSG einige Stammringer in dieser Saison aufgrund der Pandemie auf eine Teilnahme verzichten, waren beim TSV die Athleten größtenteils an Bord.

Zum Auftakt besiegte Muhammed Tasdelen den Nattheimer Fliegengewichtler Mohammad Sadiqi in der ersten Runde. Nach einem Takedown zur Führung konnte er in der zweiten Kampfaktion am Boden den Nattheimer auf beiden Schultern legen. Im anschließenden Schwergewichtsmatch traf der Nattheimer Martin Rößler auf Routinier Tuncay Yildiz. Der Nattheimer konnte mit einer Kopfklammer in Führung gehen. Anschließend setzte Yildiz seinen Spezialgriff an und konnte mit der Schleuder einen Schultersieg erringen. Im Duell der Nachwuchsringer zwischen Justin Jauk (TSG) und Sotirios Chochlionis behielt der Herbrechtinger wiederum die Oberhand. Die erste Kampfminute fiel ausgeglichen aus und es fiel keine Wertung. Dann konnte Sotirios Chochlionis mit einem Armzug in Führungen gehen und in einer weiteren Bodenaktion einen Schultersieg erkämpfen.

Die Begegnung zwischen Christoph Krämer (TSV) und Nik Wähner war die ausgeglichenste in der ersten Halbzeit. Der Herbrechtinger nutzte seine Gewichtsvorteile aus und der Nattheimer musste zuerst eine Akitivitätsphase gegen sich hinnehmen, aus der er nicht punkten konnte und mit der Christoph Krämer in Führung ging. In der zweiten Runde bekam der Herbrechtinger die Aktivitätsphase aufgebrummt und konnte im Bodenkampf kontern. In einer Situation am Mattenrand verkürzte Nik Wähner um einen Punkt. In der folgenden Schlussoffensive bekam er mit einem Beinangriff den Herbrechtinger mit beiden Knien an den Boden, was aus Sicht der TSG zu einer Wertung führen sollte. Diese wurde nicht gegeben und somit ging der Punktsieg an Christoph Krämer. Bis 66 kg konnte die TSG nicht besetzen und der TSV bekam weitere Mannschaftspunkte.

Gastringer Davidov punktet

In der zweiten Halbzeit feierte Tizian Frickinger sein Debüt in der ersten Mannschaft und traf auf das Herbrechtinger Aushängeschild Riccardo Caricato. Der zeigte seine Klasse und punktet den Nattheimer nach Überführung in die Bodenlage mit Durchdreherserien zum Sieg durch technische Überlegenheit aus. Nun sollte der erste Sieg für die TSG folgen. Der als Gastringer startende Eduard Davidov traf auf Eduard Kruse. Zum Auftakt war der Herbrechtinger aktiver und bekam den ersten Punkt. Kurz vor der Pause drehte der Nattheimer seinen Rückstand und konnte einen Angriffsversuch von Eduard Kruse aus der Passivität kontern und zwei Punkte erreichen. In der zweiten Runde punktete er durch die aktivere Ringweise weiter und erkämpfte den ersten Punktsieg für die TSG.

Mit Jan Riek und Sebastian Stängle trafen zwei Eigengewächse aufeinander, wobei der Nattheimer stets der Herr der Lage war und nach der ersten Wertung am Mattenrand die angeordnete Aktitivitätsphase des Herbrechtingers nutzte und seinerseits mit einem Abklemmer den Herbrechtinger in die gefährliche Lage bekam und eine Vier-Punkte-Wertung erzielte. Die Führung konnte er durch die aktivere Ringweise auf einen 10:0-Punktsieg ausbauen.

Bis 74 kg griechisch-römisch traf Jürgen Hartung für die TSG auf den Herbrechtinger Gastringer Tim Wist. Hartung konnte seine technische Vorteile nutzen und ging nach der angeordneten Bodenlage mit einem Ausheber in Führung. In der zweiten Runde zahlte sich die Fitness von Tim Wist aus und er konnte den Kampf mit etlichen kleinen Wertungen zu seinen Gunsten drehen.

Den letzten Kampf bestritt Alexander Esslinger (TSG) gegen den bulgarischen Legionär Mihail Georgiev. Der zeigte seine Überlegenheit mit Durchdrehern am Boden und erzielte seinen Schultersieg mit einem Beinfeger. Damit endete der Kampf mit 5:27 für den Gast.

Etliche Mannschaften zurückgezogen – wie geht’s weiter?


Wegen der Pandemie sieht die Saison bei den Ringern anders aus als sonst. In zwei Gruppen zu je vier Mannschaften sollte gerungen werden. Dann zog eine Mannschaft aus Gruppe A, in der Herbrechtingen und Nattheim antreten, noch zurück und mit dem SC Korb blieben nur drei. Jetzt haben auch noch drei der vier Mannschaften aus Gruppe B kurzfristig zurückgezogen, was eine Saison im Grunde unmöglich macht. Noch steht nicht fest, wie es weitergehen soll.