Beide Staffeln hatten ihr bestmögliches Team gestellt, und so entwickelte sich eine hartnäckig umkämpfte Matten-Auseinandersetzung mit einer ganzen Reihe von ausgetragenen Spitzenkämpfen, welche die begeisterten Zuschauer emotional mitnahmen. Der knappe Zwischenstand von 5:6 spiegelte den beiderseits unnachgiebigen Kampfverlauf.

9:9 lautete der Ergebnisstand nach acht Kämpfen, und erst als „Henna“ Schmitt dann sein Gegenüber „aufs Kreuz legte“, da bogen die Bibrisfighter vollends auf die Siegesstraße ein.

Headcoach Bernd Biller traf den Nagel in seinem Statement auf den Kopf: „Außer im 61er haben wir keine Vierer abgegeben, was sich kampfentscheidend auswirkte.“ Auch Mannschaftsführer Werner Beck sagte: „Alle Vorhaben sind voll aufgegangen. Es waren knappe Kämpfe dabei, dies war von vornherein klar, aber ganz wichtig – wir haben das Siegen nicht verlernt.“

Eine Augenweide

Bereits die Auftakt-Begegnung bis 57 kg greco zwischen Muhammed Tasdelen (TSV) und dem ehemals Fünften der U-23-EM, Bence Kovacs, war eine Ringkampf-Augenweide. Der Ungar nahm über die erste Passivität durch einen Überwurf mit Rotation einen 5:1-Vorsprung mit in die Pause, doch der TSVler hatte längst den Vorwärtsgang eingelegt, machte Dampf, ging in der Schlussminute mit einer seinerseits großen Wertung, einem Vierer, in Führung und holte sich mit einer erstklassigen Willensleistung noch den 9:5-Punktsieg (2:0).

Daniel Wilhauk (in Rot) beim Kampf gegen den SV Ebersbach.
Daniel Wilhauk (in Rot) beim Kampf gegen den SV Ebersbach.
© Foto: Stefan Rühle

Bis 130 kg Freistil geriet Daniel Wilhauk (TSV) in einer von Taktik geprägten Begegnung nach einem Armdrehschwung von Markus Ganssloser in der Anfangsphase in Rückstand, was schon die 0:4-Punktniederlage des TSVlers ausmachte (2:2).

Hitziger Kampf

Bis 61 kg gingen vier kampflose Punkte an Ebersbach, ehe sich bis 98 kg greco Riccardo Caricato (TSV) und der deutsche Juniorenmeister von 2019, Nikolaos Papadopoulos, einen hitzigen Kampf lieferten. Den Hinkampf hatte der TSVler noch verloren, diesmal revanchierte sich Caricato von Beginn an mit einem entschlossen aggressiven Ringstil, drängte den Gast in die Defensive, konnte diesen abfassen und mit einem Durchdreher nach der zweiten Passivitätsahndung an Blau den kampfentscheidenden Vorsprung herausholen. Am Ende stand ein 7:0-Punktsieg des TSVlers, der gemessen an den Kampfanteilen eher zu gering ausfiel (4:6).

Der fünfte Kampf bis 66 kg greco, Wladimir Berenhardt (TSV) gegen Stefan Weller, war Kampf pur: Obwohl der TSV-Ringer durch zwei Passivitätsphasen in Rückstand lag, gelang ihm mit einem Abfasser zum Take-down der 2:2-Ausgleich, was zum Last-Minute-Punktsieg durch die höhere Bewertung führte (5:6).

Einen internationalen Spitzenkampf sah man bis 86 kg Freistil zwischen dem bulgarischen Ex-Meister Mihail Georgiev (TSV) und dem diese und letzte Saison schon in der Oberliga unbesiegten ungarischen Vizemeister 2020, Patrik Szurovszki, den letztendlich hauchdünn die Körperlichkeit entschied. Der TSVler war in der Gewichtsklasse von unten aufgerückt und der Ebersbacher Akteur hatte von oben nach unten abgekocht, so entschied eine einfache Mattenrandwertung die Begegnung zum 2:1-Punktsieg des Ungarn.

Pech am Geburtstag

Georgiev haftete großes Pech an seinem 26. Geburtstag an, dem mit der Schlusssirene eine zu spät angesetzte Take-down-Wertung und damit das persönliche Geschenk verwehrt blieb (5:7).

Bis 71 kg Freistil hatte Leomid Colesnic (TSV) wenig Mühe mit seinem Gegenüber Franco Meinero. Nach seinem dritten Achselwurf zum 16:0 gelang dem Moldawier der Schultersieg (9:7).

Auch Konstantin Schneider (TSV) stellte sich voll in den Dienst der Mannschaft, hatte als 47-jähriger Routinier erheblich in die Kategorie bis 80 kg abgekocht und traf hier im Zweikampf der Ex-Bundesligaringer auf Hans-Jörg Scherr, der insgesamt im Kampfverlauf etwas agiler auftrat. Der TSV-Ringer musste gegen Ende dem Gewichtmachen Tribut zollen, und so ging ein leistungsgerechter 1:5-Punktsieg an den Gäste-Ringertrainer.

Leon Rul (in Rot) beim Kampf gegen den SV Ebersbach.
Leon Rul (in Rot) beim Kampf gegen den SV Ebersbach.
© Foto: Stefan Rühle

Ebersbach hatte zum 9:9 ausgeglichen. Die Entscheidungsphase war eingeläutet, als bis 75 kg greco Henrik-Lars Schmitt (TSV) auf Andre Steinwand traf. Gleich mit der ersten Aktion im zweiten Abschnitt, einem Hüftschwung, bretterte Schmitt seinen Gegner auf die Schultern. Die Halle war da, die Begeisterung schwappte über.

Die Kampfentscheidung war beim Stand von 13:9 beinahe schon herbeigeführt, als bis 75 kg Freistil Leon Rul (TSV) taktisch sehr reserviert seinen Gegner Ismail Tashuev „zurechtlegte“. Über einen 4:0-Pausenstand rang der TSV-Youngster einem souveränen 9:0-Punktsieg zum 16:9-Gesamterfolg entgegen.