Heidenheim / Detlef Groninger Beim 0:2 gegen Sandhausen offenbart Heidenheim eklatante Schwächen. Die Verantwortlichen wollen aber keine Personaldiskussion führen. Von Detlef Groninger

Nichts wurde es mit der von Trainer Frank Schmidt erhofften Reaktion nach der schwachen Vorstellung des FC Heidenheim bei der 1:2-Niederlage in der zweiten Fußball-Bundesliga bei Dynamo Dresden. Beim FCH war gegen den SV Sandhausen zwar in Nuancen ein kleiner Fortschritt zu erkennen. Trotzdem gab es über die verdiente 0:2-Niederlage im baden-württembergischen Derby keine Diskussion.

Dabei war der SVS ohne Rurik Gislason angereist. Trainer Uwe Koschinat hatte den isländischen WM-Teilnehmer wegen eines Trainingsvorfalls aus disziplinarischen Gründen für die Partie suspendiert.

„Man sieht von außen, dass es bei uns an einigen Ecken derzeit fehlt. Es ist vieles schief gelaufen und uns hat wieder einmal die Durchschlagskraft gefehlt“, bekannte Mittelfeldakteur Niklas Dorsch, der immer wieder um einen ansehnlichen Spielaufbau bemüht war. Es blieb aber bei Stückwerk. „Das Spiel war grausig“, sagte Schmidt. „Es gab viele Ballverluste. Wer dann einen Fehler macht, wird bestraft.“

Die Folgen von Patzern mussten die Platzherren durch einen Doppelschlag durch Philipp Förster (60., Handelfmeter) und Kevin Behrens (63.) verkraften. „Dann waren wir raus aus dem Spiel“, gestand Schmidt. Zuvor hatte Timo Beermann (52.) mit seinem Kopfball an die Latte für den einzigen offensiven Glanzpunkt der Platzherren gesorgt. „Das war zwar eine kleine Steigerung gegenüber Dresden. Das reicht aber bei weitem nicht aus“, sprach Torwart Kevin Müller Klartext und ergänzte: „Wir sind in dieser Saison bisher immer in Rückstand geraten. Da fehlt dir irgendwann die Energie, das wieder zu begradigen.“

Die Art und Weise der Niederlage in Dresden scheint gewisse Nachwehen hervorzurufen. In allen Mannschaftsteilen waren Defizite erkennbar. „Das Spiel in Dresden hat die Fassade eingerissen. Das Selbstvertrauen fehlt ein wenig. Das zieht dich ein Stück weit runter“, meinte Müller. Der Schalter muss nun jedenfalls schnell wieder umgelegt werden. „Eine weitere Niederlage wäre richtig bitter. Wir müssen uns aus der Spirale befreien und brauchen ein Erfolgserlebnis“, forderte Frank Schmidt.

Wobei die nächste Aufgabe am kommenden Freitag (18.30 Uhr/Sky) bei Bundesliga-Absteiger 1. FC Nürnberg mit Ex-FCH-Leistungsträger Nikola Dovedan kein Zuckerschlecken wird. Müller: „Die Qualität haben wir ja. Wir müssen in Nürnberg als Team bestehen.“

Panikmache ist allerdings fehl am Platz. „Wir sind noch früh in der Saison und befinden uns in einer Umbruchphase“, betonte FCH-Boss Holger Sanwald. Gedanken, bis zum Ende der Transferperiode am 2. September personell nachzulegen, werden jedenfalls noch nicht angestellt. Sanwald: „Natürlich beobachten wir den Markt. Generell gibt es keine neuen Überlegungen, nur weil wir zwei Spiele verloren haben. Ich halte es für falsch, über neue Spieler zu diskutieren. Es geht darum, dass es jeder unserer Spieler um zehn bis 20 Prozent besser macht. Sie haben alle noch Luft nach oben und müssen an ihre Leistungsgrenze kommen.“

Turbulente Tage bei den Favoriten

Nervenprobe Der Hamburger SV hat mit dem 4:2 beim Karlsruher SC wieder die Tabellenspitze in der zweiten Bundesliga übernommen. Dabei war Erfolg nach einer Aufholjagd der Karlsruher von 0:3 auf 2:3 zwischenzeitlich sogar noch in Gefahr geraten.

Trainerdiskussion Beim ebenfalls als Aufstiegskandidat gehandelten VfL Bochum steht Trainer Robin Dutt vor der Ablösung. Scheinbar soll die Mannschaft ihn beim 0:3-Rückstand gegen Wiesbaden in der Pause entmachtet haben. Einen Tag nach dem 3:3 leitete er zwar das Training der Reservisten. Angeblich steht aber die Trennung unmittelbar bevor.