Nach 14 Jahren in der 2. Liga hatte es die Turnerinnen des Heidenheimer Sportbundes 2021 erwischt, da Leistungsträgerinnen aufhörten und andere ausfielen, war der Abstieg war nicht mehr zu verhindern. Auch die erste Saison in der 3. Liga war von Krankheiten und Verletzungen geprägt, so reichte es nur zu Rang vier. Aber es gibt auch gute Nachrichten.

„Nein, enttäuscht sind wir nicht, aber es wäre sicher mehr als der vierte Platz drin gewesen“, sagt Trainerin Judith Schneider im Rückblick auf die Runde. Das zeigte der erste Wettkampftag, bei dem ihr Team weitgehend in Bestbesetzung antreten und sich als Tabellenzweiter noch Aufstiegschancen ausrechnen konnte.

Zu viele Ausfälle

Doch dann folgte eine dicke Pechsträhne. Die Lokalmatadorin und nominell stärkste Turnerin Elisa Kuen, die sich einige vorgenommen hatte und auch bei Einzelmeisterschaften nochmals angreifen wollte, wurde durch Corona so zurückgeworfen, dass sie letztlich keinen einzigen Wettkampf bestreiten konnte.

Das Virus erwischte noch weitere Turnerinnen, Elisa Horn verletzte sich am Fuß und vor dem letzten Wettkampf musste sich auch noch die bis dahin beste Punktesammlerin Lisa Dauth wegen Rückenproblemen abmelden.

„Bis auf den ersten Wettkampf hatten wir nie ein Streichergebnis, so war letztlich nicht mehr drin“, erklärt Judith Schneider. Junge Turnerinnen wie Hedwig Schönborn oder Julie Schlickenrieder schlugen sich bei ihren ersten Drittligaeinsätzen gut, ihnen fehlt aber nach zwei Jahren Corona noch die Wettkampferfahrung. So war der HSB weitgehend auf die aus Unterföhring und Unterhaching hinzugekommenen Turnerinnen angewiesen.

Beim eigenen Nachwuchs klafft jedoch eine Lücke. „Bei den Acht- bis Elfjährigen haben wir viele Mädchen dabei, die wirklich gut sind und sicher in ein paar Jahren Bundesliga turnen können. Aber bis dahin müssen wir noch eine gewisse Durststrecke überwinden“, so Judith Schneider.

Trainer Lengyel ist wieder weg

Die nächste schlechte Nachricht erreichte die Abteilung vor ein paar Wochen: Trainer Zsolt Lengyel, mit dem vor knapp drei Jahren die lange vermisste physische Komponente im Training hinzu gekommen war, hat sich wieder verabschiedet. „Er hat einfach ein finanziell deutlich besseres Angebot aus der Schweiz bekommen. Das mussten wir akzeptieren und ihn schweren Herzens ziehen lassen“, berichtete Judith Schneider.

So betreut sie nun wieder nur mit ihren Töchtern Jule Renner und Annika Krenz die rund 150 Turnerinnen aller Alters- und Leistungsklassen. Da ist es natürlich nicht einfach, entsprechend auf die Toptalente einzugehen. Ein reiner Mädelsverein ist die HSB-Turnabteilung aber nicht, seit einiger Zeit trainieren auch wieder Jungs aus Steinheim und Heidenheim, die vom früheren deutschen Spitzenturner Marcel Niess betreut werden.

Nun aber zu den guten Nachrichten: Elisa Kuen und Elisa Horn, die beide auswärts studieren, wollen dem HSB treu bleiben und kommendes Jahr wieder in der 3. Liga antreten. Da auch die aus dem Münchner Raum hinzugekommenen Turnerinnen gut integriert sind und weiter für Heidenheim starten wollen, zudem einige eigene Nachwuchskräfte den Sprung packen könnten, hofft das Trainerteam auf eine gute Saison 2023.

Gala im Januar

Und für weiteren Aufschwung könnte die Gala am 21. Januar 2023 in der Karl-Rau-Halle sorgen, haben die HSBlerinnen damit doch schon öfters die eigenen Mitglieder und das Umfeld begeistert. „Wir sind mitten in der Vorbereitungen, die Mädels sind megaaufgeregt“, berichtet Judith Schneider.

Alle HSB-Turnerinnen ab fünf Jahre werden dabei sein, die Bundesliga-Herren des TV Wetzgau, Tänzerinnen und ein Zirkusartist ergänzen das Programm. Und wie bei der letzten Auflage 2020 wird bei der Gala unter dem Titel „Termina“ wieder eine durchgängige Geschichte erzählt, ganz grob geht es um den Kampf von Licht gegen Schatten.