Ein Jahr gemeinsam im DSV-Kader

Im Olympiafieber: Womit Medaillengewinnerin Emma Aicher die Gerstetter Skifahrerin Katharina Haas besonders beeindruckt hat

Obwohl Katharina Haas vom SC Gerstetten ihre aktive Karriere als Skifahrerin bereits beendet hat, verfolgt sie die Rennen bei den olympischen Winterspielen in Cortina D’Ampezzo intensiv. Was die 23-Jährige mit den deutschen Medaillengewinnern Emma Aicher und Philipp Raimund verbindet und warum sie in Oberstdorf aktuell selbst auf den Skiern steht:

Als Emma Aicher in den vergangenen Tagen bei den Olympischen Winterspielen in Cortina d’Ampezzo auf dem Skihang gleich zu zwei Silbermedaillen gerast ist, drückte Katharina Haas fest die Daumen. Die frühere Skifahrerin des SC Gerstetten konnte die Auftritte ihrer ehemaligen Teamkollegin im Kader des Deutschen Skiverbands (DSV) aber nur mit einem Auge verfolgen. Denn trotz ihres Karriereendes steht die 23-Jährige in diesen Tagen selbst viel auf zwei Brettern. „Ich mache gerade meine Ausbildung zur staatlich anerkannten Skilehrerin“, erzählt sie. Deshalb könne sie die olympischen Ski-Alpin-Wettbewerbe aktuell nur am Rande verfolgen, über die deutschen Erfolge habe sie sich „wahnsinnig gefreut“, so Haas. Und war auch ein wenig überrascht.

Die ehemalige Teamkollegin im Mittelpunkt: Emma Aicher raste bei den Winterspielen in der Abfahrt und der Teamkombination zu Silber. Foto: Eibner-Pressefoto/Michael Memmler

„Dass Emma Aicher eine so gute Speedfahrerin geworden ist, damit habe ich nicht unbedingt gerechnet“, blickt sie zurück. Denn als die 22-Jährige sich in der Saison 2020/21 für den Wechsel ins deutsche Team entschieden hatte, gehörte sie gemeinsam mit Haas zu den Spezialistinnen in den Slalom-Disziplinen. „Sie hat sich nach der Ankunft aus Schweden schnell zurechtgefunden, wir sind dann ein Jahr im C-Kader zusammengefahren“, sagt sie. Mit der Silbermedaille in der Abfahrt hat Aicher, die einen deutschen Vater und eine schwedische Mutter hat, eindrucksvoll bewiesen, dass sie auch auf den längeren Skiern schnell unterwegs sein kann. Und nicht nur die starken Leistungen, sondern auch die Lockerheit ihrer ehemaligen Mitstreiterin bei diesen großen Rennen hat Katharina Haas beeindruckt. „Sie nimmt das viel gelassener, als ich das getan hätte“, sagt sie.

Olympisches Flair bei der Universiade im Vorjahr

Das olympische Flair hat Katharina Haas im vergangenen Jahr selbst erlebt. In ihrer letzten Saison startete sie bei der Universiade – den Olympischen Spielen der Studierenden – in Turin. „Es waren die Athletinnen und Athleten aller Nationen in einem Hotel, das waren schon tolle Eindrücke“, erzählt Haas, die in Bardonecchia in ihren Spezialdisziplinen, dem Slalom und Riesenslalom, auf Zeitenjagd ging.

Der Jubel muss raus: Philipp Raimund holte auf der Kleinschanze in Predazzo überraschend die Goldmedaille. Er trainiert und lebt wie Katharina Haas in Oberstdorf. Foto: Eibner-Pressefoto/Michael Memmler

Nach einem Sieg im Rahmen eines FIS-Rennens und zwei Starts im Europacup beendete Katharina Haas im Sommer zwar ihre aktive Karriere, die Ski an den Nagel hängen wird sie aber noch lange nicht. „Ich liebe den Sport immer noch“, sagt sie. Deshalb schaut Haas nicht nur gerne zu, sondern verbringt aktuell auch jede freie Minute auf der Skipiste. „Aktuell ist der Lehrgang, und im März folgen die Prüfungen, da ist noch einiges zu tun“, sagt die Gerstettenerin, die seit einigen Jahren in Oberstdorf lebt.

Als Skilehrerin in den Semesterferien auf den Brettern

In dem deutschen Wintersportzentrum in den Alpen begegnet sie hin und wieder einem weiteren deutschen Athleten, der jüngst in Italien für Furore gesorgt hat. Der frisch gebackene Skisprung-Olympiasieger Philipp Raimund lebt – wenn er nicht gerade auf den Schanzen der Welt unterwegs ist – ebenfalls in Oberstdorf. „Er trainiert in einem anderen Kraftraum, aber man läuft sich schon manchmal über den Weg“, sagt sie.

Abstecher in die Heimat: In der vergangenen Woche schaute Katharina Haas (links) in Heidenheim vorbei und landete bei der HZ-Sportlerwahl auf dem dritten Platz. Foto: Rudi Penk

Und das könnte auch in den kommenden Wintern weiter passieren. Wenn es mit der Prüfung klappt, wird Haas nämlich weiter als Skilehrerin arbeiten – aber nur in den Semesterferien. Die meiste Energie steckt sie in ihr Projektmanagement-Studium. „Mir fehlt nur noch die Bachelorarbeit, danach möchte ich den Master machen“, sagt Haas – die in den kommenden Tagen trotz der fordernden Lehrgangseinheiten bestimmt weiter fleißig mit den deutschen Olympia-Skiassen mitfiebern wird.

Katharina Haas hat sich auf der Piste eindrucksvoll zurückgemeldet.

Gerstetter Skirennläuferin Katharina Haas startet erstmals im Europacup

Sie gibt nicht so schnell auf. Obwohl Skirennläuferin Katharina Haas in den vergangenen Jahren durch zwei Kreuzbandrisse weit zurückgeworfen wurde, greift die 22-Jährige vom SC Gerstetten wieder an – und hat nun einen großen Schritt nach vorn gemacht.
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Gerstetten/Oberstdorf
Wieder im Aufwind