Heidenheim / Nadine Rau Schwere Rückschläge, bittere Niederlagen und dennoch starke Erfolge: Im Congress-Centrum wurden die Lieblingssportler der HZ-Leser des Jahres 2019 für ihre Leistungen ausgezeichnet.

Skifahrerin Katharina Haas kommt mit einer Schiene am Bein auf die Bühne. Sie hat sich bei den Olympischen Jugendspielen in Lausanne das Kreuzband gerissen. HSB-Degenfechterin Lis Fautsch erzählt von der Weltmeisterschaft, bei der ihr die Chance auf eine Medaille wegen einer Fehlentscheidung des Schiedsrichters genommen wurde. Mountainbikerin Mirjam Schlecht berichtet davon, wie sie nach ihrer schweren Krankheit wieder von ihrer Mannschaft aufgenommen worden ist und sie sich gemeinsam die Goldmedaille bei der Zwölf-Stunden-Europameisterschaft erkämpft haben.

Sie alle, und auch die anderen Sportler, die es bei der HZ-Sportlerwahl unter die ersten drei geschafft haben, verbindet eines: unheimlicher Kampfgeist. Und sie alle haben 2019 bemerkenswerte Erfolge feiern können, was dieses Mal von knapp 3400 abstimmenden Lesern anerkannt worden ist.

Haas, die es bei den Frauen auf den ersten Platz geschafft hat, wurde unter anderem bei den schwäbischen Meisterschaften im Slalom Erste. Das Größte für sie war aber die Nominierung für Lausanne. „Das hätte ich am Anfang der Saison noch nicht gedacht.“ Nach der Operation geht es bei ihr wieder bergauf – und danach, so Moderator und HZ-Sportredakteur Thomas Jentscher – hoffentlich schnell wieder bergab. Auf Skiern versteht sich.

Die Zweitplatzierte Lis Fautsch war nur eine von vielen Fechtern, die an diesem Abend geehrt worden sind. Allerdings war sie die erste und wohl auch letzte Athletin bei der HZ-Wahl, die aus Luxemburg stammt. „Die Auszeichnung kommt in meiner Heimat bestimmt gut an“, sagte sie lachend. Ihr großes Ziel: erneut bei einer Weltmeisterschaft angreifen und eine Medaille holen. Bis heute kann sie nicht verstehen, wie der Obmann in Ungarn auf einen Bodentreffer entscheiden konnte, obwohl Fautsch ihre Gegnerin getroffen und damit eigentlich gewonnen hätte.

Auch nicht so recht glauben konnte Mirjam Schlecht, dass sie nach langer Krankheit die Kraft hat, mit ihrer Mannschaft den Titel bei der Zwölf-Stunden-EM zu holen. „Ich selbst hätte es mir nicht zugetraut“, erzählte sie. Von den Lesern im Kreis auf Platz drei der Mannschaften gewählt worden zu sein, war jetzt noch ein krönender Abschluss.

„Das war unbeschreiblich“

Auf Platz drei bei den Einzelsportlerinnen landete HSB-Turnerin Elisa Kuen. Sie trat 2019 erstmals bei Hochschulmeisterschaften an und sicherte sich Bronze, Silber und Gold. „Die Stimmung ist dort viel besser als bei Ligawettkämpfen, das war unbeschreiblich“, erzählte die Medizinstudentin. Im März schreibt sie ihr Physikum, fürs Training bleibt da nicht mehr so viel Zeit. Trotzdem will sie gleich danach wieder angreifen und mit ihrer Mannschaft den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga erreichen.

Frauenpower übrigens auch auf dem ersten Platz bei den Mannschaften: Die HSB-Degenfechterinnen holten bei der deutschen Meisterschaft Silber und bei der HZ-Wahl Gold. „Wir haben uns auch gefragt, warum wir so viele Stimmen bekommen haben“, gaben sie zu. Ein Erklärungsversuch: Mittlerweile haben die HSB-Fechter auch ihre Fans, weil sie mit ihrem Training und bei Wettkämpfen überall in Deutschland unterwegs und damit weit verstreut sind. Die Zukunft sieht vielversprechend aus für das Team, bei den deutschen Meisterschaften waren sie die jüngste Mannschaft. Als Nächstes soll es mit der Goldmedaille klappen.

Und Gold hat auch Klaus Eckle, Trainer der Heidenheim Heideköpfe, im Sinn. Seine Baseballer, die 2019 die deutsche Meisterschaft geholt und den Europacup gewonnen haben, sind von den Lesern auf Platz zwei gewählt worden. In Ostrava treten die Heideköpfe dieses Jahr beim europäischen Champions-Cup an. „Bei der Sportlerwahl ist es eine Ehre, Zweiter zu werden. Sonst ist der Zweite aber der erste Verlierer“, so Eckle, der ein großes Versprechen gab: „Wenn wir ins Finale kommen, dann gewinnen wir auch.“

Sind die Heideköpfe doch auf der CC-Bühne schon fast daheim, waren dieses Mal auch neue Gesichter unter den Siegern. Samuel Schoger wurde zum ersten Mal für die Sportlerwahl nominiert und schaffte gleich den Sprung auf Platz zwei. Seine Paradedisziplin: Fourcross. Aber was ist das überhaupt?

Munter erklärte der 15-Jährige drauflos, erzählte von Rennen in ganz Europa und vom K.-o.-System der Mountainbike-Renndisziplin. Von vier Startern erreichen die zwei Schnellsten die nächste Runde, dann muss man sich noch mal durchsetzen. Schoger hat vergangenes Jahr jedes einzelne Rennen gewonnen. Warum? „Ich weiß nicht genau. Das hat einfach alles fehlerfrei funktioniert.“

Auf den dritten Platz bei den Männern schaffte es Schwimmer Lukas Wenzel. Er war bei den deutschen Jahrgangsmeisterschaften und bei den süddeutschen Meisterschaften erfolgreich – trotz Verletzungspausen. „Verletzt habe ich mich aber nicht beim Schwimmen“, verriet er schmunzelnd. Bald beginnt er sein Freiwilliges Soziales Jahr in Neu-Ulm, mit dem Training wird es dann vielleicht ab und an etwas knapp. Obwohl es schwierig wird, will Wenzel aber für die Qualifikation für die süddeutschen und deutschen Meisterschaften kämpfen, bei denen er gegen die „ganz Großen“ antreten würde.

Eingereiht in die Liste der ganz Großen hat sich dieses Jahr bei der Wahl HSB-Degenfechter Stephan Rein: Er wurde mit beachtlichen 808 Stimmen Erster. Weil er sich momentan in San Diego in Kalifornien auf den nächsten Weltcup in Vancouver vorbereitet, konnte er die Ehrung zwar nicht persönlich entgegennehmen, sendete aber eine Videobotschaft. „Ich bin wirklich stolz, in einer Reihe mit Fechtern wie Ralf Bißdorf und Ralf Prenting zu stehen“, so Rein, der 2019 bei der Europameisterschaft bester Deutscher und 13. beim Weltcup in Heidenheim war.

Momentan hält er noch an einer minimalen Chance fest, über den Kontinentalentscheid zu den Olympischen Spielen zu kommen. Als Nächstes steht außerdem wieder die Europameisterschaft an. Die Frage nach seinem Alter und seiner weiteren Karriere beantwortet er ganz schlagfertig. Als Fechter sei man mit 31 Jahren nämlich „erst“ 31 und nicht „schon“ 31. Auch das klingt doch nach einem kleinen Versprechen, oder?

Sportlerwahl der Heidenheimer Zeitung Die Gewinner stehen fest

Die Entscheidung ist gefallen, die Sieger der 41. Sportlerwahl der Heidenheimer Zeitung stehen fest. Das sind die Gewinner: