Mehr als zwei Monate lang kämpfte der Heidenheimer Samboathlet Rizvan Abakarov den schwersten Kampf seines Lebens. Nun ist es traurige Gewissheit: Der 38-Jährige ist am Sonntagabend auf der Corona-Intensivstation des Ulmer Uniklinikums verstorben.

Rizvan Abakarov war vollkommen gesund, hatte keine Vorerkrankung und trainierte regelmäßig mit den Sambokämpfern des Heidenheimer Sportbundes. Das waren unter anderem die Gründe, warum der Mann sich hatte nicht impfen lassen.

Infektion im Oktober

Mitte Oktober steckte der Familienvater sich bei seinem Sohn an. Nur wenige Tage später ging es rapide bergab. Seine Kräfte verließen ihn, er hustete Blut. Um seinen schweren Hustenreiz unterdrücken zu können, wurde Rizvan Abakarov ins künstliche Koma verlegt. Schließlich war der Sportler so schwach, dass er an eine Herz-Lungenmaschine im Ulmer Uniklinikum angeschlossen werden musste.

Heidenheim/Ulm

Es vergingen Tage, Wochen und Monate, zwischen ständigem Hoffen und Bangen. Während es zu Beginn kaum Überlebenschancen für den Mann gab, und die Abschaltung der Maschinen im Raum stand, gaben kleine Lichtblicke, wie die Nachricht, dass seine Lunge selbstständig wieder ein wenig arbeite oder dass sein Gehirn noch intakt sei, der Familie Mut. Den Mut, um an ein Wunder zu glauben.

Kurze Hoffnung auf Besserung

Zwischendurch versuchten die Ärzte sogar, ihn aus dem Koma zu holen. Doch die Rückschläge, die der Kämpfer einstecken musste, wogen zu schwer. Am Sonntagabend erreichte die Familie die Nachricht, dass Rizvan seinen Kampf verloren hat.

„Er hatte ein Herz aus Gold und wir konnten uns immer auf ihn verlassen“, sagt sein gesetzlicher Vertreter Eduard Marker, der Rizvan und seine Familie begleitet und unterstützt hat.

Unvergessen sind die vielen Nächte, in denen der Sportler gemeinsam mit seinen Vereinskameraden der Samboabteilung rund um den „Imbiss Blickfeld“ für die Sicherheit am Heidenheimer Busbahnhof sorgte. Unvergessen sind auch seine vielen ehrenamtlichen Einsätze für den HSB, als Hilfstrainer, Betreuer oder Fahrer. „Auf Rizvan war immer Verlass“, sagt Marker. „Er bleibt als fröhlicher, gutmütiger und hilfsbereiter Mensch immer in unseren Herzen.“

Auf dem Höhepunkt seiner sportlichen Karriere stand der Samboathelet im Jahr 2015 im Finale der Deutschen Meisterschaft.

Familie seit 2012 in Deutschland

Rizvan Abakarov, der als politisch Verfolgter im Jahr 2012 aus der Republik Dagestan im Nordkaukasus nach Deutschland flüchtete, hinterlässt in seiner Familie eine große Lücke: Seine Frau und seine beiden Kinder (sechs und zwölf Jahre), sowie seine Mutter, die sich noch immer von den Folgen ihrer schweren Corona-Infektion erholt, sind nun auf sich alleine gestellt.

Heidenheimer Sportler schwer an Corona erkrankt Der Kampf um Rizvan Abakarovs Leben geht weiter

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