Herbrechtingen / Edgar Deibert Am Donnerstag schieden bereits alle drei HSB-Degenfechter beim Einzel-Weltcup aus. Stephan Rein knickte dabei in der Vorrunde um.

Doch, er war durchaus genervt. Und das war auch sein gutes Recht. Im Vorjahr belegte Stephan Rein beim Einzel-Weltcup in Heidenheim Platz 13 und war damit bester Deutscher. In Herbrechtingen sollte es in diesem Jahr nur zu Rang 100 reichen.

Nach einigen Minuten, in denen er das vorzeitige Aus im 126er K. o. gegen Alen Hadzic (USA/11:15) etwas verarbeiten konnte, zeigte sich Rein kämpferisch und erklärte auf die Frage, wie lange er noch weiter machen will: „So will ich mich nicht verabschieden.“ Auch in den kommenden Jahren will der 31-Jährige an den Heidenheimer Fechtertagen teilnehmen. Natürlich immer von der Gesundheit abhängig.

„Der Körper muss mitspielen, das hat man heute ja gemerkt“, so Rein. In der Vorrunde verletzte sich der HSBler nämlich. In seinem vierten Gefecht knickte Rein am Ende der Fechtbande mit dem linken Fuß um. Nach einer Verletzungspause konnte er zwar weitermachen, verlor aber 4:5.

Reins Fuß wird bandagiert

In der Folge gelangen dem Heidenheimer zwar zwei weitere Siege. Allerdings wäre er nur durch sechs Siege in sechs Gefechten vorzeitig in den zweiten Tag eingezogen. So musste Rein vor den anstehenden K.-o.-Gefechten seinen Fuß kühlen. Zudem wurde dieser bandagiert.

Nach einem Freilos musste sich Rein allerdings, wie oben beschrieben, dem US-Amerikaner geschlagen geben. „Ich hatte meinen Tagesrhythmus verloren. Auch meine Leistung war nicht gut“, so der HSB-Fechter. Der verbundene Fuß sei doch störend gewesen. Er habe sich auch nicht so wie gewohnt aufwärmen können, so der Heidenheimer.

In Absprache mit der Turnierärztin, Physiotherapeuten und dem Bundestrainer soll entschieden werden, ob Rein am Samstag, 11. Januar, beim Nationen-Weltcup starten wird oder nicht. Hier wäre er eigentlich gesetzt. Auch Reins Start beim Europacup der Vereinsmannschaften am Sonntag steht somit auf der Kippe.

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Auch Teamkollege Niklas Multerer war gestern enttäuscht angesichts seines frühzeitigen Ausscheidens. Wie Rein beendete auch Multerer die Vorrunde mit fünf Siegen bei einer Niederlage. „Mich wurmt es etwas, dass ich das eine Gefecht im Sudden Death verloren habe“, so der 31-Jährige, der zwar kein konkretes Ziel hatte, bei seinem wohl letzten Auftritt bei den Heidenheimer Fechtertagen allerdings allzu gerne in den zweiten Tag des Einzel-Weltcups eingezogen wäre.

Multerer traut sich zu wenig

Nach einem Freilos unterlag Multerer allerdings Yeisser Ramirez (USA) mit 10:15 und belegte Platz 106 (im Vorjahr wurde er grippegeschwächt 112.). „Ich kann gegen ihn verlieren. Allerdings hätte ich mir erhofft, dass ich mehr dagegen halte“, erklärte der Heidenheimer. Nur zwischenzeitlich war Multerer beim 4:6 dran, ehe Ramirez davonzog.
Ich bin mit ihm heute nicht gut zurecht gekommen und habe mir auch viel zu wenig zugetraut. Manchmal war ich zu vorsichtig“, so Multerer. Allerdings habe er das Training schon etwas reduziert. „Da brauche ich auch nicht erwarten, dass ich in fechterischer Topform ankomme.“

Chance für den Nachwuchs

Am Sonntag, 12. Januar, geht Multerer mit dem HSB beim Europacup der Vereinsteams an den Start. Zusammen mit den beiden Nachwuchsfechtern Lucas Fendt (siehe Artikel rechts) und Jakob Blum. Sowie – womöglich – Stephan Rein.

Youtube Die Heidenheimer Fechtertage: ein Rundgang durch die Bibrishalle

Im Vorfeld der Heidenheimer Fechtertage, die vom 9. bis 12. Januar in der Herbrechtinger Bibrishalle ausgetragen werden, zeigte der Catcher der Heidenheim Heideköpfe sein Können.

Fechtort Bibrishalle: Pro und Contra

Die neue Umgebung in der neuen Herbrechtinger Bibrishalle kommt bei den Fechtern insgesamt gut an. Diese nutzten dabei so ziemlich jeden freien Platz. So wurde auch auf dem Rundgang mit den Trainern trainiert. „Es ist hier etwas enger, aber sonst ganz gut“, sagt Stephan Rein. Die Zuschauer seien näher dran als im Congress-Centrum. Auch Niklas Multerer ist ähnlicher Meinung. Es sei praktisch, dass in Herbrechtingen zwei Hallen unter einem Dach sind. Allerdings bezeichnete der HSBler die Verhältnisse in der kleineren Mehrzweckhalle als „kuschlig“.

Die Fechtbahnen waren hier zunächst zu eng beieinander, was aber korrigiert wurde. Dafür seien die Temperaturen angenehmer, als in der deutlich kühleren Tennishalle auf dem Schlossberg neben dem Congress-Centrum, in der auch ein großer Teil der Gefechte sonst ausgetragen wird.