Mit einem französischen Sieg endete gestern das Weltcupturnier um den Heidenheimer Pokal in der Karl-Rau-Halle. Im Finale standen sich zwei Kontrahenten gegenüber, die sich bereits seit vielen Jahren kennen und auch schon einige Gefechte gegeneinander ausgetragen haben.

Das liegt daran, dass El Kord bis ins Jugendalter in Frankreich trainierte. Der 29-Jährige entschied sich erst später für seine zweite und damit die marokkanische Staatsbürgerschaft, lebt in Frankreich, ficht aber für Marokko. Überhaupt war El Kord der erste marokkanische Fechter, der es unter die ersten acht beim Heidenheimer Pokal und schlussendlich sogar ins Finale schaffte.

Erster Marokkaner im Finale

Der Franco-Marokkaner machte es dem amtierenden französischen Olympiasieger Romain Cannone (Colmar) keineswegs einfach, setzte sogar den ersten Treffer und gestaltete die Partie bis zum 7:7 ausgeglichen. Danach spielte Cannone seine Qualitäten aus, führte im zweiten Drittel früh mit fünf Treffern Vorsprung und bezwang El Kord am Ende mit 15:11. Mit seinem Sieg setzte sich Cannone gegen 262 Kontrahenten aus 44 Nationen durch.

„Ich bin sehr glücklich über diesen Sieg. Es ist jetzt schon einige Zeit her, dass ich meinen letzten Weltcup-Sieg eingefahren haben“, sagte Cannone im Anschluss an den Wettbewerb und ergänzt: „Es war immer ein Traum, den Heidenheimer Pokal zu gewinnen. Mein Name wird auf der Tafel neben all den anderen Fechtgrößen verewigt und das macht mich stolz.“

Romain Cannon widmet diesen Sieg einem seiner besten Freunde, der am Donnerstag Vater wurde. „Dieser Sieg ist für die kleine Zoe“, sagt er und strahlt übers ganze Gesicht. Rang drei belegte der Italiener Gabriele Cimini.

Der einzige Vertreter des Heidenheimer Sportbundes, Stephan Rein, schied indes bereits am ersten Wettkampftag im 128-K.o. gegen den Venezolaner Jesus Limardo knapp aus. „Ich bin absolut nicht zufrieden“, sagte der 33-Jährige, der am ersten Tag fünf Gefechte für sich entscheiden konnte und ergänzt: „Wenn man bedenkt, dass ich mich mit sechs Siegen in der Runde direkt für den zweiten Tag qualifiziert hätte, ist das sehr ärgerlich und natürlich wurmt das erstmal.“

Rein hatte sich vorgenommen mindestens in den zweiten Wettkampftag einzuziehen und dort noch die ein oder andere Runde zu gewinnen. Nach zwei unfreiwilligen Tagen Pause steht Rein am morgigen Sonntag nochmal mit dem HSB-Team im Kampf um den Coupe d’Europe auf der Planche. „Wir sind leider etwas ersatzgeschwächt und es geht hauptsächlich darum, teilnehmen zu dürfen“, so Rein.

Erfahrungen sammeln

Auch der Heidenheimer Cheftrainer Thomas Zimmermann betont, dass es mit der neuen und jungen Mannschaft darum geht, internationale Erfahrung zu sammeln. Vom organisatorischen Aspekt her betrachtet ist Zimmermann sehr zufrieden mit der Durchführung und dem Ablauf der ersten beiden Wettkampftage. „Wir waren überall im Zeitplan und zurück an alter Stätte. In der Karl-Rau-Halle herrscht ein anderes Flair als im Congress-Centrum oder in der Herbrechtinger Bibrishalle, weil die Zuschauer näher am Geschehen sind“, so Zimmermann.

Fechtertage in der Karl-Rau-Halle: 68. Weltcupturnier um den Heidenheimer Pokal

Bildergalerie Fechtertage in der Karl-Rau-Halle: 68. Weltcupturnier um den Heidenheimer Pokal

Wie nach Hause kommen


Erstmals seit dem Jahr 2010 finden die Fechtertage wieder in der Karl-Rau-Halle statt. „Es ist ein bisschen wie nach Hause kommen“, kommentierte Stephan Rein den Auftritt an alter Wirkungsstätte. Die Corona-Pandemie macht die Austragung der 68. Fechtertage zwar möglich, dennoch herrschen für Athleten, Trainer und Helfer strenge Regeln. Für Zuschauer ist die Veranstaltung ohne Maskenpflicht zugänglich.