Der frühere Weltklasse-Degenfechter und Bundestrainer Josef Szepeschy wurde am Mittwoch, 13. Oktober, 75 Jahre alt. Er kam 1946 im siebenbürgischen Sathmar (Rumänien) als Sohn einer deutschen Mutter und eines ungarischen Vaters zur Welt. Szepeschy war bereits in der Spitzenklasse der Fechter bekannt, als ihm bei einem Länderkampf zwischen Rumänien und Deutschland sein späterer Freund, die Heidenheimer Fechtlegende Paul Gnaier, nahelegte, an die Brenz zu kommen.

WM-Titel als Höhepunkt

Am 25. Januar 1972 kam Szepeschy in Stuttgart an, drei Tage darauf holte ihn Gnaier ab. Von da an nahm die Karriere des Topfechters nochmals an Fahrt auf. Mit dem HSB feierte er als Aktiver und Trainer zahlreiche Erfolge. Sein Karriere-Höhepunkt war der Weltmeistertitel 1973 mit der deutschen Degen-Equipe gegen die damals als nahezu unschlagbar geltenden Ungarn.

Zwischen 1975 und 1983 war Szepeschy Bundestrainer am Landesleistungszentrum und Bundesstützpunkt Heidenheim. Für seine Verdienste wurde er unter anderem mit der höchsten sportlichen Auszeichnung Deutschlands geehrt, dem „silbernen Lorbeerblatt“.

Neben der glanzvollen Sportlaufbahn im Degenfechten war und ist Josef Szepeschy auch in der Wirtschaft gefragt. Seine kaufmännische Laufbahn startete 1983 mit dem Ausstieg aus dem Fechtsport.

Erfolgreicher Geschäftsmann

Bis 1987 war er als Berater für die Fechtsport-Ausrüster Allstar und Uhlmann aktiv, wurde dann Geschäftsführer bei den Andax-Bergbaumaschinenfabriken Herne/Budapest, gehörte 22 Jahre lang (1994-2016) als Exportmanager der Geschäftsleitung von Schuck-Armaturen an, wurde 2011 Berater für den Bereich Ungarn bei der Wintershall AG (Gazprom) und 2014 Inhaber und gesellschaftsführender Gesellschafter bei Martellus-Consulting.

Auch ehrenamtlich engagierte sich der 75-Jährige vielfältig. Heute freut sich der einstige Weltklasse-Degenfechter, wie er sagt, vor allem über die „vielen schönen Erlebnisse und Bekanntschaften“, die er auf seinem bunten Lebensweg habe sammeln dürfen. Nun möchte er „in Ruhe das Leben genießen“ und öfter die Oper besuchen. Um gesund zu bleiben, halte er sich nach wie vor fit: einmal die Woche ist er im Fitnessstudio zu finden.