Heidenheim / Lis Fautsch Der Düsseldorfer Henri Breker startet seit dieser Saison für den HSB und lebt im Sportinternat – seine Erwartungen haben sich bisher voll erfüllt

Der 17-jährige Henri Breker hat in Düsseldorf alles stehen und liegen lassen, um sich dem Leistungssport zu widmen. Im Heidenheimer Fechtinternat hofft er, sich seinen Traum von Olympia erfüllen zu können.

Morgens um 7 Uhr klingelt bei ihm der Wecker. Dann geht es ab ins Fechtzentrum zum Frühstücken. Danach: Schule, Lektion, Nachmittagsschule, Hausaufgaben in den Freistunden, Abendtraining. Das ist der Alltag von Henri Breker.

Sofort Feuer und Flamme

Wie kam’s? „Als mich Thomas Zimmermann beim Ostercamp in Heidenheim gefragt hat, ob ich nach Heidenheim kommen will, war ich direkt Feuer und Flamme. In Düsseldorf waren wir nur noch drei Fechter, von denen einer mehr Leistungssport machen wollte und der andere noch in der U 15 ist. Mir war klar: Wenn ich es nach oben schaffen will, dann muss ich wechseln“, erklärt der junge Sportler.

Auch war die Schule in Düsseldorf nicht bereit, den Fechter für die nötigen Stunden freizustellen, damit er auf Turnieren im Ausland unterwegs sein kann. Hier in Heidenheim sei die Zusammenarbeit zwischen dem Fechtzentrum und dem Max-Planck-Gymnasium, das als „Partnerschule des Sports“ ausgezeichnet wurde, sehr eng und in der Nachmittagsbetreuung kann der Schulstoff nachgeholt werden.

„Es ist alles so schön nah. Die Wohnung, das Fechtzentrum, die Schule. Das ermöglicht es mir, zwischendurch auch mal nach Hause zu gehen.“ Zusammen mit dem jungen Baseballer Yannick Walther von den Heidenheim Heideköpfen teilt er sich eine Wohnung mit Küche und Bad.

Mittagessen gibt es im Fechtzentrum, Putzen und Waschen müssen die Internatler selbst. 42 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren aus den Sportarten Fußball, Baseball und Fechten leben derzeit im HSB-Sportinternat.

„Es war am Anfang schon eine Umstellung, zu Hause war man den Luxus gewöhnt, dass alles gemacht wird. Doch bis jetzt gab es noch keine größeren Katastrophen“ erzählt Breker lachend.

Von dem Wechsel nach Heidenheim erhofft sich der junge Athlet, den Sprung an Deutschlands Spitze der U 17 zu schaffen. Zudem träumt er von einer Qualifikation für die Europa- und Weltmeisterschaft der Kadetten. „Die deutsche Meisterschaft war für mich letztes Jahr ein Desaster. Ich denke, dass mir einfach die Trainingspartner gefehlt haben. Für die Zukunft ist noch einiges mehr drin.“

Das hat er nun auch schon zu Beginn der Saison gezeigt: Platz fünf gab’s beim ersten Ranglistenturnier der U 17 in Friedrichshafen, Breker musste sich nur im Viertelfinale gegen die Nummer eins der deutschen Rangliste geschlagen geben.

Vielleicht mal zur Bundeswehr

Doch Breker denkt auch schon weiter, an die Zeit nach der Schule: „Ich kann mir auch vorstellen, später einmal zur Bundeswehr zu gehen. Die Bundeswehr bietet in Deutschland einfach die passende Möglichkeit, sich ganz dem Leistungssport zu widmen.“

Und das ganz große Ziel ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen. Dafür heißt es in den nächsten Jahren: Training, Training und noch mal Training.

Das HSB-Internat gibt’s schon seit fast 50 Jahren

1970 war es Werner Zwiesler, Vorstandmitglied des Heidenheimer Sportbunds, der sich zum ersten Mal Gedanken machte, wie man die Pendelei vermeiden könnte. Er schlug ein Teilinternat vor, in dem junge Talente nach der Schule eine Betreuung haben bis zum Abendtraining.

1999 wurde es zum Vollinternat. Wilfried Gsching, der seit 2005 Internatsleiter ist, lenkt die Jugendlichen in Sachen Lebensführung. Sie sollen dort auch lernen, auf eigenen Beinen zu stehen.