Sichtlich zufrieden zeigt sich Eduard Marker, Sambo-Abteilungsleiter beim HSB, mit der deutschen Meisterschaft, die am Samstag in der Karl-Rau-Halle ausgetragen wurde: „Die Halle war knallvoll. Wir mussten am Mittag sogar die zweite Tribüne öffnen.“ Von den 200 registrierten Sportlern traten jedoch nur knapp 150 an. Manche hätten krankheitsbedingt abgesagt, anderen seien abgesprungen, als sie festgestellt hatten, dass sie in ihrer Klasse nur einen Gegner haben, so Marker.

Der HSB schickte 22 Kämpfer auf die Matte. Mit deren Leistung ist der Abteilungsleiter sehr zufrieden: Neun HSBler wurden Deutscher Meister. „Einige Jungs sind international erfahren und kämpfen auf einem hohen Niveau“, sagt Marker.

Nach 30 Sekunden gibt der Gegner auf

Einer von ihnen ist Denis Borisov. Der 25-Jährige trat in der Gewichtsklasse bis 82 kg mit sieben weiteren Kämpfern an. Kampfmodus waren in seiner Alters- und Gewichtsklasse 5-Minuten-Runden im K.-o.-System. Somit musste sich Borisov in drei Kämpfen beweisen. Gerade einmal eine halbe Minute dauerte der erste an. Mittels eines Armhebels zwang der HSB­ler den Gegner zum Aufgeben.

Die zweite Runde lief ebenso gut: Nach anderthalb Minuten und einem Stand von 8:0 hatte Borisov einen Überlegenheitssieg erzielt. Denn liegen acht Punkte zwischen den beiden Sportlern, ist der Kampf beendet. Nach einem guten Wurf, der ihm vier Punkte einbrachte, hielt Borisov den Gegner 20 Sekunden am Boden fest. Dadurch folgten weitere vier Zähler.

Alter Bekannter im Finale

Im Finalkampf traf der HSB-Sportler auf den Deutschen Meister im Judo. Insofern Judokas einen Sambopass besitzen, seien auch sie zu Sambo-Meisterschaften zugelassen, so Marker. Allerdings hätten sie viel mehr Wettkampferfahrung. Das bestätigt auch Borisov: „Er war ein sehr schwerer Gegner.“ Unbekannt war er ihm aber nicht. Bereits bei der deutschen Sambo-Meisterschaft im vergangenen Jahr traf Borisov im Finale seiner Gewichtsklasse auf den Judoka, musste sich aber mit 4:6 geschlagen geben. Nicht so in diesem Jahr: Nachdem die Zeit abgelaufen war, ging Borisov bei einem Stand von 5:2 als Sieger hervor. „Das war richtig hart. Ich war danach ein Totalschaden. Es kam mir vor, als hätte ich drei Stunden Crossfit trainiert“, beschreibt er den Kampf, der nicht nur viel Kraft, sondern auch Nerven gekostet habe.

Combat-Sambo: Nichts für schwache Nerven

Angetreten werden konnte in zwei Wettkampf-Stilen des Sambo: Sport-Sambo und Combat-Sambo. Dabei lassen die Regeln beim Combat-Sambo erheblich mehr Spielraum als jene des Sport-Sambo. Erlaubt sind neben Würfen, Fixierungen und Hebeln auch Schläge und Tritte sowie Würgegriffe. „Die Kämpfe sind schon heftig, weshalb hier oft wenige antreten“, sagt Marker. Bei der DM entschieden sich drei Sportler für den Combat-Kampfstil.

Die Stimmung nach dem Wettkampf beschreibt Marker als euphorisch. „Alle waren baff. Auch die Jugendlichen waren überwältigt, dass die Meisterschaft bei uns in Heidenheim stattgefunden hat und so gut lief.“ Dazu beigetragen hätten neben dem 80-köpfigen Organisationsteam auch drei Profis aus Russland – ein Kampfrichter und zwei Sekretäre, die sich etwa um das Wiegen oder die Paarungen kümmern.

Deutsche Meisterschaft 2021 wieder in Heidenheim?

Von der Veranstaltung überzeugt seien auch einige Offizielle des Samboverbands gewesen, die Heidenheim zur deutschen Meisterschaft 2021 vorschlagen wollen, so Marker: „Das wünsche ich mir.“ Zunächst einmal muss aber das 80-köpfige Organisationsteam der HSB-Samboabteilung sein Okay geben.