Die drei Präsidenten des badischen, südbadischen und württembergischen Fußballverbandes haben sich erneut mit einem gemeinsamen persönlichen Schreiben an die Politik gewandt. Die Verbände bringen darin den Unmut der baden-württembergischen Fußballvereine über die Vorgaben der neuen Corona-Verordnung zum Ausdruck und fordern „realitätsnahe, praktikable Regelungen für den Freiluft-Mannschaftssport“, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung.

Die Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg vom 13. Mai 2021 sieht Lockerungen für den Amateur- und Freizeitsport vor und definiert – abhängig von der Entwicklung des Infektionsgeschehens – weitere Öffnungsschritte. „Die Fußballverbände erkennen ausdrücklich das Bemühen an, den fast 3000 Mitgliedsvereinen in Baden-Württemberg eine Rückkehr in den Trainingsbetrieb zu ermöglichen“, heißt es in der Presseerklärung weiter. „Allerdings ist die aktuell gültige Ordnungslage und die Vielzahl an teilweise inkonsistenten oder widersprüchlichen Vorgaben nicht mehr zu überblicken, geschweige denn, den Ehrenamtlichen in den Vereinen zu vermitteln.“

Erheblicher Handlungsbedarf

Es sei den Verbänden und Vereinen faktisch nicht zumutbar, unter diesen Rahmenbedingungen auf einer gesicherten rechtlichen Grundlage einen Trainingsbetrieb zu organisieren. Hier sehen die Fußballverbände einen erheblichen kurzfristigen Handlungsbedarf.

Konkret fordern die drei Verbände, dass bei stabilen Inzidenzwerten unter 100 ein Freiluft-Mannschaftssport weitgehend frei von Auflagen ermöglicht wird. Dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass mittlerweile mehrfach mit wissenschaftlichen Studien dargelegt und untermauert worden sei, dass eine Infektionsgefahr hier weitgehend ausgeschlossen werden könne und der gesundheitliche Nutzen des Sporttreibens die Risiken bei Weitem überwiege.

„Mit Blick auf die aktuell sinkenden Infektionszahlen sollte alles dafür getan werden, dass Amateur- und Freizeitsport mit klar formulierten Rahmenbedingungen tatsächlich wieder stattfinden kann“, heißt es in der Presseerklärung.

Über 83 000 Unterzeichner

In einer gemeinsamen Kampagne unter dem Motto „Draußen muss drin sein” fordern der DFB, seine Landesverbände sowie der Deutsche Olympische Sportbund  (DOSB) mehr Lockerungen im Sport. Begleitet wird die Kampagne durch eine Online-Petition, die bereits über 83 400 Mal unterzeichnet wurde (das Ziel sind 100 000).

Für Rainer Schaller ist es wichtig, dass der DOSB die Petition mitträgt. Er selbst unterstützt ebenfalls die Petition, weil er besonders für Kinder und Jugendliche Nachteile befürchtet. „Es fehlt die sportliche Betätigung und es fehlen auch die sozialen Kontakte“, so Schaller, der innerhalb des Sportkreises Heidenheim für die Jugend zuständig ist.

Schaller ist es jedoch auch wichtig, dass die Petition für alle Sportarten, die im Freien ausgeübt werden können, gilt – nicht nur für den Fußball. Er hofft, dass möglichst viele Sportler aus dem Landkreis Heidenheim ihre Stimme dafür abgeben.

Zur Petition geht’s hier