Budapest / dpa Die deutsche Equipe reist von der WM in Budapest ohne Medaille heim.

Ein kurzes Händeschütteln, ein Kopfnicken – der Kampf um die letzte Medaillen-Chance bei der Fecht-WM in Budapest ging fürs deutsche Team emotionslos zu Ende. Auf der grünen Nebenbahn vor knapp 300 Zuschauern in der spärlich gefüllten Halle schieden am Dienstagmittag auch die Florettherren im Viertelfinale aus. Wie schon 2018 in China tritt der Deutsche Fechter-Bund die Heimreise ohne Edelmetall an.

Die Vize-Europameister Peter Joppich, Benjamin Kleibrink, Luis Klein und André Sanita unterlagen in der Neuauflage des Düsseldorfer EM-Finals vor gut vier Wochen Frankreich klar mit 24:45. Peking-Olympiasieger Kleibrink blieb als letztem Fechter auf der Planche nur die faire Gratulationen an Kontrahent Erwann Le Pechoux. In der Platzierungsrunde unterlagen die Deutschen erst Hongkong, dann China jeweils 42:45 und wurden Achte.

Beste Platzierung: Rang sechs

Das beste Einzel-Ergebnis in der ungarischen Hauptstadt hatte Säbelspezialist Max Hartung mit Platz sechs erreicht. Das Team um den EM-Dritten war am Sonntag am nächsten dran an einer Medaille, das Europameister-Quartett verlor aber das Gefecht um Platz drei gegen Italien (38:45). Vor 2018 hatte es zuletzt 1971 eine WM ohne deutsche Medaillen gegeben. In der Olympia-Qualifikation, für die es in Budapest etliche Punkte zu holen gab, sammelten die Säbel- und Florettherren immerhin Zähler. Hartung und Co. ist die Teilnahme an Tokio 2020 praktisch nicht mehr zu nehmen. Kleibrink, Joppich, Sanita und Klein haben weiter gute Aussichten. Auch die Florettdamen liegen voll im Rennen.

Damit wären immerhin neun deutsche Fechter in Tokio dabei. Die pro Mannschaft drei Starter sind zudem automatisch für die olympischen Einzel-Wettkämpfe qualifiziert. 2016 hatte es nur ein deutsches Rumpfteam mit vier Fechtern nach Rio geschafft, Medaillen gab es dort erstmals seit 1980 keine. Nach zwei Weltmeisterschaften ohne nennenswerte Erfolge dürften die Sommerspiele deshalb zur Nagelprobe für den kriselnden DFeB werden.

„Internationale Erfolge sind extrem wichtig für die Förderung der Sportart“, hatte Verbandspräsidentin Claudia Bokel, die Ex-Weltklassefechterin, unlängst betont. „Zumindest helfen uns aktuelle Erfolge, wieder ein bisschen mehr wahrgenommen zu werden – auch von potenziellem Nachwuchs.“ Die leicht gestiegenen Erwartungen nach der stimmungsvollen Heim-EM mit vier Medaillen wurden in Budapest aber nicht erfüllt. dpa