Die Siegesserie der Herbrechtinger Ringer geht weiter. Gegen den bisher noch unbesiegten KSV Musberg gelang den TSVlern am Samstag ein 17:12-Heimsieg. Damit hat der Aufsteiger immer noch eine „weiße Weste“ und führt – nach dem unerwarteten Ausrutscher des bisherigen Spitzenreiters Dewangen/Fachsenfeld – die Oberliga an.

Trainer Bernd Biller hält aber den Ball flach: „Wir sind sehr zufrieden, aber bisher waren das alles enge Duelle in denen ein Kampf den Ausschlag gab. Die Liga ist meiner Meinung nach sehr ausgeglichen, da kann noch viel passieren.“

Glück im Aufstellungspoker

Biller räumt auch ein, dass der Sieg am Samstag etwas glücklich war. Während Musberg ohne ihre routinierten Leistungsträger Andreas Böpple und Stefan Stäbler auskommen musste, schien bei den „Bibrisfightern“ das Fehlen ihres Moldawiers Leo Colesnic (bis 66 kg Frst) ein großes Handicap zu sein. Doch dieses löste sich an der Waage plötzlich in Luft auf, denn Musberg ließ in Erwartung von Colesnic die Klasse unbesetzt und so durfte sich Herbrechtingens abtrainierter Nachwuchsringer Emir Kosan als Vertreter von Colesnic über vier kampflose Punkte freuen.

Dies war natürlich ein zusätzlich Stimmungsaufheller für die Gastgeber, die dann auch auf der Matte einen guten Start erwischten. Mihail Georgiev sorgte bis 80 kg Frst für die erhoffte Steilvorlage, indem er im zweiten Abschnitt eine knappe 5:1-Pausenführung gegen Angelos Apostolidis noch zu einem vorzeitigen 16:1 Techniksieg ausweitete.

Tasdelen gewinnt Spitzenkampf

Bis 57 kg Frst wurde zwischen Muhammed Tasdelen und dem rumänischen Ex-Meister Cornel Predoiu ein Spitzenduell ausgetragen, in dem der TSV-Akteur ebenfalls im zweiten Durchgang mit einem Ausheber einen Rückstand in eine 3:2-Führung umwandelte, um dann aus einem eigenen Aktivitätszeit-Zugzwang die entscheidende Wertung zum wichtigen 5:2-Punktsieg zu erzielen.

Bis 71 kg greco war Wladimir Berenhardt gegen den eher passiv eingestellten Julian Kellermann nach einem 5:0-Vorsprung stark gefordert. Musbergs Junioren-Spitzenringer verkürzte und spielte seine körperlichen Vorteile aus, Behrenhardt rettete aber einen knappen und alles in allem verdienten 6:5-Punktsieg. Es folgte der kampflose „Vierer“ für Kosan, ehe bis 86 kg greco Konstantin Schneider durch seine Routine den Kampf gegenüber Rico Rupp souverän mit 6:0 gewann. Somit nahm die TSV einen satten 13:0-Vorsprung mit in die Pause.

13:0-Führung zu Pause

Leon Rul fand hernach bis 74 kg Frst ein hervorragendes Kampfrezept gegen den rumänischen Ex-Meister und mit etlichen EM-Spitzenplätzen belegten Adrian Moise. Der junge Herbrechtinger überließ seinem Gegner lediglich fünf Einser-Wertungen zu einer knappen 0:5-Punktniederlage, welche sich für den 17-jährigen wie ein Sieg anfühlte. Bis 98 kg Frst stand Christoph Krämer (TSV) gegen den aktuellen WM-Fünften Radoslaw Marcinkiewicz bei einer 0:16 Technikniederlage auf verlorenem Posten.

„Henna“ Schmitt kämpfte bis 75 kg greco gegen den mit körperlichen Vorteilen ausgestatteten Robin Bauer, der im Kampfverlauf zu unnötigen „Mätzchen“ griff und mit Kopfstoßen die Pfiffe der Zuschauer provozierte. Mit einem Wurf aus der angeordneten Passivitätsbodenlage gelang dem Musberger die ausschlaggebende Wertung zum 5:0-Punktsieg, damit verkürzte Musberg zum 13:8.

Caricato mach alles klar

Riccardo Caricato musste es bis 130 kg greco gegen Jonas Skirlo nun richten und er legte entschlossen tatkräftig los. Der Herbrechtinger punktete im Bodenkampf nach belieben und drehte Ende der zweiten Minute seinen Gegner unter dem lautstarken Jubel der Zuschauer auf beide Schultern. Damit stand der Gesamtsieg fest, die Klasse bis 61 kg greco gab die TSF kampflos ab, war aber nur noch zu einer Resultatskosmetik führte. Mit dem 17:12-feierte die TSV den vierten Sieg im vierten Kampf und steht nun allein an der Tabellenspitze.

Denn die bisher so dominante KG Dewangen/Fachsenfeld leistete sich ein 12:12 gegen Weilimdorf. Mit ein Grund dafür war wohl das Fehlen von Karoly Kiss, dem Sohn des gleichnamigen langjährigen TSV-Leistungsträgers. Es zeigt sich also, dass es durch Verletzungen oder andere Ausfälle immer wieder Überraschungen geben kann. Umso froher sind die Herbrechtinger über die bisher 8:0 Punkte. „Was wir haben, haben wir und natürlich ist es auch für die Zuschauer schöner, wenn wir vorn dabei sind“, sagt Biller.

Aufstieg ist noch kein Thema

Als Aufsteiger war die Bibris-Truppe selbstbewusst genug, in der Oberliga einen Platz in der vorderen Tabellenhälfte anzupeilen, eine mögliche Meisterschaft und der Durchmarsch sind aber (noch) kein Thema. „Damit müssten wir uns dann erst einmal beschäftigen, die Regionalliga würde schon sehr großen Aufwand bedeuten“, erklärt der TSV-Trainer.