Raus an die Luft und laufen, laufen, laufen: Während der Coronakrise sind viele aufs Joggen umgestiegen, das immerhin war noch problemlos möglich. Außerdem wurden unzählige kleine Wettbewerbe zwischen Vereinen, ganz privat oder innerhalb einer Abteilung, ins Leben gerufen. Der sportliche Ehrgeiz und das Training sollten schließlich auch alleine nicht zu kurz kommen.

Bei der Leichtathletik-Abteilung der TSG Schnaitheim hat sich auch etwas getan. Die Athleten haben joggen und einen kleinen Wettbewerb kombiniert – und zwar für einen guten Zweck. Sie haben, jeder für sich natürlich, beim Ditzinger Lebenslauf mitgemacht. Der findet jedes Jahr statt mit dem Ziel, Spenden für Mukoviszidose-Patienten zu sammeln.

Mukoviszidose ist die häufigste angeborene und unheilbare Stoffwechselerkrankung in Mitteleuropa. Circa 8000 Betroffene leiden in Deutschland darunter. Wegen eines veränderten Gens ist der Salz- und Wassertransport bei deren Zellen gestört, häufige Lungenentzündungen sind unter anderem die Folge.

Michael Bechler von der TSG weiß das alles sehr genau, weil sein Neffe zu den Betroffenen gehört. Deshalb ist er normalerweise immer beim Ditzinger Lebenslauf vor Ort, um seinen Schwager zu unterstützen. Vor drei Jahren hat der Trainer auch seine Athleten gefragt, ob sie mal Lust haben, mitzumachen. „Wir sind dann zu viert hin und es hat sich außerdem herausgestellt, dass es auch bei einer weiteren Familie meiner Sportler einen Fall gibt“, erzählt Bechler. Seither hat die Gruppe für das Thema ein offenes Ohr.

Jeder mit eigenem Sponsor

Als heuer beschlossen wurde, dass jeder den Lauf für sich absolvieren kann, schlossen sich der Aktion zwölf Läufer zwischen 11 und 17 Jahren an, hinzu kamen noch zwei Betreuer. Für etwas mehr als eine Woche konnten Kilometer gesammelt werden. Für jeden Kilometer haben sich die Jugendlichen einen Sponsor gesucht, der dafür spendet. „Meistens sind das die Eltern oder Großeltern. In dem Fall haben wir als Trainerteam aber gesagt, dass wir 400 Euro obendrauf geben. Egal, bei wie vielen Kilometern“, erklärt Bechler die Idee.

Gelohnt hat es sich auf jeden Fall, 358 Kilometer sind am Ende zusammengekommen. Das Geld wird unter anderem dafür genutzt, die Betreuer der Betroffenen zu finanzieren. „Das war eine Motivation für meine Jugendlichen“, freut sich Bechler. Er weiß, dass Laufen nicht bei allen seinen Athleten unbedingt die liebste Disziplin ist, aber Hammerwerfen oder Hochsprung war in den vergangenen Monaten schlicht nicht machbar. Und für die, die sehr gerne laufen, war es ein Trost für den ausgefallenen Frühlingslauf der TSG.

Ob im Winter der Nikolauslauf stattfinden werden kann, es wäre die 40. Auflage, bleibt noch abzuwarten. Falls nicht, gibt es vielleicht wieder eine schöne Alternative.