Immer auf der Suche nach der besten Laufstrecke, wenn möglich mit vielen Höhenmetern. Das ist seit Anfang Januar die Mission der Ultraläufer Manfred Wicht und Angela Wegele, die regelmäßig für den Verein „WeRun4Fun“ an den Start gehen. Das laufverrückte Ehepaar aus Königsbronn ist mit dem Campingmobil und seiner Laufausrüstung in ganz Spanien unterwegs. Mit einem besonderen Ziel zum Abschluss: „Am 14. März laufen wir bei den katalanischen Meisterschaften mit“, sagt Manfred Wicht über die sportlichen Pläne. Sie stellen sich unweit von Tarragona der 54 Kilometer langen Geländestrecke, auf der rund 3000 Höhenmeter bewältigt werden müssen.
Und dafür sammeln Wicht und Wegele derzeit fleißig Trainingskilometer in schöner landschaftlicher Kulisse – die es auf der iberischen Halbinsel vielerorts gibt. „Wir sind immer zwei bis drei Tage an einem Ort und fahren dann weiter“, erzählt Manfred Wicht, der auch im Trikot der TSG Schnaitheim unterwegs ist. In der vergangenen Woche stoppten sie in der Region Murcia und machten bei einer Trainingsrunde im Gelände eine spannende Entdeckung, die in ein weiteres Laufabenteuer mündete.
Als Ehrengäste beim „Chinte Trail“ dabei
„Wir sind in Ojos gelandet und haben gesehen, dass da wohl ein Traillauf stattfindet“, erzählt Wicht. Mit ihrem geschulten Geländelauf-Auge hatten sie die Streckenmarkierungen ausfindig gemacht und die spontane Entscheidung gefällt: „Da wollen wir dabei sein.“ In der kleinen Gemeinde erfuhren sie, dass der „Chinte Trail“, ein traditioneller Geländelauf, am Wochenende dort stattfinden würde. In diesem Zug machten sie sogar einen der Mitorganisatoren ausfindig. Felipe Palazon Palazon hatte aber eine schlechte Nachricht für das laufende Ehepaar. Das Starterfeld war schon restlos ausgebucht. „Wir sind dann über das Laufen ins Gespräch gekommen und haben etwas geplaudert“, erzählt der 65-Jährige.

Und weil sich Läufer eben gut verstehen, suchten und fanden sie doch noch eine Lösung. Und die beeindruckte Manfred Wicht tief: „Wir haben noch zwei Startplätze bekommen und wurden dann sogar eingeladen.“ Quasi als Ehrengäste startete das Duo kostenlos über die 13-Kilometer-Strecke. „Wir haben eine unglaubliche Gastfreundlichkeit erlebt, jeder im Dorf wusste plötzlich über uns Bescheid und hat uns gegrüßt“, so Wicht.
Wiedersehen im nächsten Jahr?
Und auch das spanische Wetter zeigte sich am Wettkampftag von seiner besten Seite. Bei ihrem Erkundungslauf zwei Tage zuvor schlug ihnen noch böiger Wind entgegen. „Bei dem Lauf herrschte ein Traumwetter mit strahlendem Sonnenschein“, erzählt der Königsbronner. Und die spanische Herzlichkeit und das Wetter schienen die beiden auch sportlich zu beflügeln. In ihren Altersklassen liefen Manfred Wicht und Angela Wegele jeweils ganz nach vorn auf den ersten Platz.

Der Abstecher in das malerische Örtchen im Südwesten Spaniens dürfte aber nicht der letzte des Ehepaars gewesen sein. Nach der besonderen Laufbegegnung möchten die beiden wiederkommen. „Wir haben mit Felipe einen Kontakt aufgebaut, den wollen wir vertiefen“, sagt Wicht. Und so könnte die Beteiligung aus dem Landkreis Heidenheim beim „Chinte Trail“ im Jahr 2027 womöglich deutlich größer ausfallen.
Die nächsten Ziele im Visier
Die katalanischen Meisterschaften sind für Manfred Wicht und Angela Wegele aber nur ein Teil ihrer Vorbereitung. Rund zwei Monate nach dem Lauf unweit der Costa Daurada nehmen die beiden im Allgäu eine weitere sportliche Herausforderung ins Visier. „Anfang Mai sind wir bei den deutschen Meisterschaften in Nesselwang am Start“, verrät Wicht. Und weil sich beide schon einmal den Titel gesichert hatten, hätte das Ehepaar gegen eine Wiederholung sicherlich nichts einzuwenden. Rot angestrichen im Kalender haben die beiden auch den Schnaitheimer Frühlingslauf am Samstag, 25. April. Auf dem Moldenberg wird nämlich wieder ein Traillauf Teil des Wettkampfprogramms sein.

