Heidenheim / Andreas Uitz Die zweithöchste Teilnehmerzahl in der 17-jährigen Geschichte des Sportereignisses hatte nicht nur mit den Kilometern sondern auch mit den Temperaturen zu kämpfen.

Es war der bislang heißeste Tag des Jahres und das bekamen die 3221 gemeldeten Starter des diesjährigen Sparkassen-Stadtlaufs auch deutlich zu spüren.

Zwar waren zum Start um Punkt 9 Uhr in der Grabenstraße die Temperaturen noch erträglich, doch Minute um Minute kletterte dann das Thermometer höher. Die Läufer, die um 11 Uhr noch auf der Halbmarathon-Strecke unterwegs waren, bekamen das sehr deutlich zu spüren.

So fanden die insgesamt sieben Wasserstellen an der Strecke auch ordentlich Andrang, hatte Moderator Andy Bader doch schon vor dem Start die Läufer gemahnt, ordentlich zu trinken. „Dieses Mal waren die Wasserstellen etwas näher aneinander, das kam bei den Sportlern allgemein gut an“, sagte Swen Profendiener, Mitorganisator des Stadtlaufs.

Insgesamt ist er ebenso wie der Vorsitzende des Stadtlaufvereins, Dr. Thomas Welt, mit der gestrigen Großveranstaltung mehr als zufrieden. „Die Organisation hat super funktioniert, es hat alles geklappt“, sagt Welt. Schon im Vorfeld sei in diesem Jahr einiges einfacher gewesen, auch weil zum ersten Mal in der Geschichte des Stadtlaufs die Streckenführung gegenüber dem Vorjahr exakt beibehalten werden konnte. Darauf hatte auch OB Bernhard Ilg kurz vor dem Start die Läufer hingewiesen: „Obwohl wir sehr viel bauen, ist in diesem Jahr keine Baustelle im Weg, die zu Änderungen der Strecke geführt hätte.“

Besonders froh sind die Organisatoren darüber, dass es in diesem Jahr keine Verletzten und Zusammenbrüche gegeben habe. „Das ist bei einem Lauf mit mehr als 3000 Teilnehmern überhaupt nicht selbstverständlich“, betont Profendiener. Zwar seien im Ziel etliche Läufer sehr erschöpft gewesen, mit dem Rettungswagen habe jedoch kein einziger abtransportiert werden müssen. Und das trotz der hochsommerlichen Temperaturen.

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Von den insgesamt angemeldeten 3221 Läufern machten sich die meisten auf die 10-Kilometer-Distanz. 1099 Sportler waren gemeldet, ins Ziel kamen 949, darunter 318 Frauen. „Das bedeutet nicht, dass es die anderen nicht geschafft haben, denn es treten nie alle an, die sich angemeldet haben“, weiß Welt. Für die Halbmarathon-Distanz über 21,1 Kilometer lagen vor dem Start 236 Anmeldungen vor, 196 Läufer kamen ins Ziel, darunter 43 Frauen. Außerdem nahmen 1207 Kinder an den Schülerläufen teil.

Trend zu kurzen Distanzen

„Die Kurzstrecke wird immer beliebter, der Trend geht allgemein weg von den langen Distanzen“, erklärt Welt. Das sei auch in Heidenheim so. Im vergangenen Jahr wurde der Teilnehmerrekord beim Sparkassen-Stadtlauf auch deshalb geknackt, weil erstmals auch die 5-Kilometer-Distanz angeboten worden war. 2018 machten sich insgesamt stolze 3709 Sportler auf die Strecke, davon rannten 575 die fünf Kilometer. Am Sonntag waren es auf diese Distanz sogar schon 679 Läufer, eine Zahl, die Welts Aussage Recht gibt.

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Insgesamt gab es beim diesjährigen Stadtlauf auch nicht wenige kurzfristige Ummeldungen bei den Distanzen. Das könnte auch den doch recht warmen Temperaturen geschuldet gewesen sein. Um den Läufern ein wenig Kühlung zu verschaffen, war auch die Feuerwehr im Einsatz und spritzte mit Schläuchen.

„Zu den offiziellen Erfrischungsstellen kamen noch zahlreiche private Versorgungsstationen, vor allen Dingen in der Oststadt. Es ist toll, dass sich auch die Anwohner engagieren und den Sportlern etwas Gutes tun wollen“, sagt Profendiener. Die meisten Läufer beschränkten sich bei den Erfrischungen auf Wasser und Cola. „Die isotonischen Getränke waren weniger gefragt, und essen wollte fast niemand“, so Profendiener. Lediglich sechs Bananen seien verteilt worden.

Mit der Teilnehmerzahl sind die Organisatoren des Breitensport-Großereignisses mehr als zufrieden. „Das ist die zweitbeste Zahl, so viel wie im vergangenen Jahr müssen es gar nicht sein“, sagt Profendiener. Denn 2018 seien die Organisatoren an die Grenze des Leistungsfähigen gelangt.

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Und angesichts des Erfolges in diesem Jahr steht außer Frage, dass es auch im kommenden Jahr wieder einen Stadtlauf geben wird. „Der findet am 21. Juni statt, ich bin gespannt, ob es dann noch heißer wird“, so Profendiener.

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Der älteste Läufer war 90

Dass der Stadtlauf ein Breitensport-Ereignis ist, zeigt auch, dass nicht nur Hochleistungssportler daran teilnehmen – wenngleich auch die Amateure durchaus beachtliche Zeiten hinlegten. Der älteste Teilnehmer, der 90-jährige Erick Augusto Haak Ragoni bewältigte die 5-Kilometer-Distanz immerhin in 32:39 Minuten. Er wurde damit 190. von 332 männlichen Startern. Neben ihm traten noch zahlreiche weitere Senioren an. Die älteste Frau, die am Stadtlauf teilnahm, war Brigitte Kristl (73).

Über alle Distanzen gesehen lag das Durchschnittsalter der Sportler bei 27,2 Jahren. Beim Halbmarathon waren die Läufer durchschnittlich 41,9 Jahre alt, auf die 5-Kilometer-Distanz 33,6 und auf die 10-Kilomer-Strecke 39,3 Jahre. Das Durchschnittsalter bei den Schülerläufen betrug 9,5 Jahre.