Mergelstetten / Patrick Vetter Läufer Muhammed Drammeh wird vier Monate geduldet, zum Silvesterlauf musste er aber überredet werden.

Seit Wochen trainiert der Giengener Langstreckenläufer Muhammed Drammeh nur noch sporadisch mit dem Team der TSG Giengen. Er habe Angst vor einer Abschiebung und im Augenblick nur sein Asylverfahren im Kopf, sagte er am Rande des Silvesterlaufs in Mergelstetten. Die Teilnahme dort fiel ihm nicht leicht. „Wir haben ihn überredet, mitzulaufen. Er fürchtete, dass die Polizei ihn hier abholen könnte“, verriet der Trainer der Giengener Läufer, Matthias Willer.

Drammeh selbst berichtete, dass er nun für vier Monate eine Duldung habe. Trotz allem rechnet der Gambier jederzeit mit einer Abschiebung, denn Vertrauen habe er keines in seinen Status.

Bekommt den Pass zurück

Mit einer Duldung ist er rechtlich vorerst vor einer Abschiebung geschützt, aber weiterhin selbst zur Ausreise verpflichtet. Seinen Ausweis musste er zunächst abgeben: „Nächste Woche kann ich ihn aber auf dem Rathaus wieder abholen“, sagte Drammeh.

Da es in jedem Land unterschiedliche Identifikationspapiere gebe, müsse in jedem Fall geprüft werden, um was für eine Art Pass es sich handelt und ob das Dokument wieder herausgegeben werden kann, erklärt Uwe Wannenwetsch vom Ordnungsamt Giengen. Drammeh arbeitete während seines Asylverfahrens zwei Jahre in Hermaringen, das darf er jedoch jetzt seit seine Duldung feststeht nicht mehr.

Drammeh kam nach Deutschland, weil seine Familie ihn bedrohte und er nach eigenen Angaben um sein Leben fürchten musste. „Ich bin geflüchtet, weil ich musste. Ich kann nicht zurück nach Gambia“, sagte er beim Silvesterlauf. Seine Duldung kann je nach Situation kurz vor Ablauf verlängert werden. „Es könnte auch sein, dass ich dann noch länger bleiben darf“, erklärte der Läufer.