Giengen / Patrick Vetter Der Gambier wird erst einmal nicht mehr für die TSG Giengen starten.

Erst vergangene Woche berichtete die HZ vom Giengener Langstreckenläufer Muhammed Drammeh. Der Mann, der für die TSG Giengen viele Wettkämpfe gewann, war aus Gambia nach Deutschland geflüchtet.

Jetzt gibt es schon wieder Neuigkeiten von Drammeh. Ohne Aufenthaltsgenehmigung lebte er bisher in einer Unterbringung für Asylanten in Giengen. Laut eigenen Angaben verließ er sein Zimmer dort und flüchtete weiter in den Raum Stuttgart. Der Grund dafür: Die Polizei habe in seiner Unterkunft nach ihm gesucht. Zu Fuß sei der Läufer vor den Beamten von Giengen nach Herbrechtingen geflohen und habe sich immer wieder vor den Polizeiautos versteckt. Von dort wollte er weiter in Richtung der Landeshauptstadt. „Ich kann nicht zurück nach Gambia. Dort könnte ich sterben“, erklärt Drammeh. Von dort verbannt ihn die Angst vor der eigenen Familie, die ihn mit körperlicher Gewalt vertrieben hatte, so der Sportler.

In dieser Saison war es läuferisch etwas still um Drammeh geworden. Er traute sich nicht, bei öffentlichen Läufen anzutreten, aus Furcht, er könne verhaftet und abgeschoben werden. Auch in der nahen Zukunft wird der Läufer wohl keine sportlichen Erfolge feiern.

„Ich stehle nicht, ich verkaufe keine Drogen und streite mich mit niemandem. Ich versuche mein eigenes Geld zu verdienen und mache meinen Sport“, drückt der Gambier sein Unverständnis darüber aus, wieso er nicht in Deutschland bleiben darf.

Seit Monaten lebte er mit einer Duldung in Giengen und war theoretisch zur Ausreise verpflichtet. Zuletzt hegte er aber die Hoffnung, wieder arbeiten zu dürfen. „Ich möchte irgendwann wirklich wieder nach Giengen zurückkommen“, sagt er auch jetzt noch, wo er wieder auf der Flucht ist. Wann und ob das möglich sei, wisse er aber nicht.

Der Gambier lebt schon seit Monaten mit ungewissem Status in Giengen. Manchmal hat er Angst, im eigenen Bett zu schlafen.

Läufer Muhammed Drammeh wird vier Monate geduldet, zum Silvesterlauf musste er aber überredet werden.