Sonstige Sportarten / Edgar Deibert Die Siegerin Julia Laub vom SV Mergelstetten realisierte ihren Erfolg von Ulm erst am Montag so richtig. Einer kurzen und unruhigen Nacht folgte die Freude über den Pokal.

Schmerzen und Erfolg sind im Sport oft eng miteinander verknüpft. Das weiß Julia Laub aus eigener Erfahrung zur Genüge. Die 26-Jährige gewann am Sonntag in Ulm den 14. Einstein-Marathon der Frauen (41,125 Kilometer) in 3:09,24 Stunden.

Was folgte, war eine unglaubliche Freude über den Kindheitstraum, der in Erfüllung gegangen war, wie sie sagt. Und eine kurze, dafür unruhige Nacht. „Meine Beine schrien förmlich laut: ,Lass uns in Ruhe‘. Sie waren brutal müde“, so Laub, die in Geislingen zwar lebt, aber seit eineinhalb Jahren für den SV Mergelstetten startet.

Daher ging's am Sonntag auch relativ früh ins Bett. Allerdings sei sie angesichts des großen Erfolgs noch sehr aufgewühlt gewesen. Und: Der Kopf wollte nicht so richtig abschalten: „Er lief jeden Meter noch einmal nach“, sagt Laub, die auch noch entsprechend Muskelkater hat. Gestern Morgen sei sie zudem mit dem Gefühl aufgewacht, alles wäre nur ein Traum gewesen, so die Läuferin. „Doch dann habe ich den Pokal gesehen und es realisiert“, so Laub. „Das hat mir noch mal Tränen in die Augen getrieben.“

In Ulm ging Laub zwar für ihren Arbeitgeber (SC Filstal) an den Start, im SV Mergelstetten fühlt sie sich allerdings heimisch. Und das nicht nur wegen ihres Freundes Marcus Wieszt. „Der ganze Verein stand hinter mir. Das ist ein schönes Gefühl, dass man nicht alleine ist“, betont Laub, die im Rückblick auf die Vorbereitungszeit aber auch ein Sonderlob für ihren Freund nachschob: „Er hatte wohl die meisten Strapazen zu meistern.“

Dieser habe sie auch in schwierigen Phasen, in denen sie an sich zweifelte, stets motiviert. So auch am Sonntag: Wieszt lief selbst zehn Kilometer mit, um dann auszusteigen und für seine Freundin an der Strecke da zu sein.

Im Ziel sei Julia Laub „mit Pauken und Trompeten“ empfangen worden, sagt Ulrike Kinzler vom SVM, die als Coach und Motivatorin dabei gewesen sei. „Wir sind unheimlich stolz auf sie.“ Am Donnerstag soll im Training gefeiert werden.

Bereits heute möchte Laub eine „kleine“ Laufrunde über fünf Kilometer angehen. Am 7. Oktober steht für sie ein Halbmarathon in Köln an, bei dem vom SVM auch Marcus Wieszt und Philip Scholz an den Start gehen wollen.

Dabei sei das Wetter am Sonntag nicht optimal gewesen. Die Läufer hätten besonders auf der zweiten Hälfte der Strecke mit starkem Gegenwind zu kämpfen gehabt, so Kinzler. Dennoch sei die Stimmung an der Strecke toll gewesen, sagt Matthias Willer, der die Athleten der TSG Giengen vor Ort unterstützt hat.

Denn auch andere Vereine aus dem Landkreis Heidenheim waren in Ulm erfolgreich. So gingen für den SV Gerstetten mit 18 Athleten, so viele wie noch nie, an den Start. Die TSG Giengen wurde von 16 Athleten vertreten. Dabei ging Muhammed Drammeh beim Marathon an den Start. Aufgrund eines gewissen Trainingsrückstands blieb der Läufer aus Gambia mit 2:47,35 h etwas hinter seinem Ergebnis aus dem Vorjahr zurück. Letztlich konnte sich der 26-Jährige aber über einen fünften Platz in der Männerwertung und über den ersten Platz in seiner Altersklasse freuen.

Auszug aus der Ergebnisliste/Teilnehmer aus dem Kreis Heidenheim:

Marathon Männer (41,1 km): 5. Muhammed Drammeh (TSG Giengen/LG Brenztal), 2:47,35 h

Marathon Frauen: 1. Julia Laub (SC Filstal, SV Mergelstetten), 3:09,24 h, 63. Katharina Ko- netzke (Radio-7-Laufteam/SVM), 4:29,21

Halbmarathon Männer (21,1 km): 27. Stefan Kattner (Radio-7-Laufteam/SVM), 1:21,03, 41. Manfred Schumann (Radio-7-Laufteam/ SVM), 1:23,04 (8. M 35), 124. Philipp Hauer (TSG Giengen/LG Brenztal), 1:29,07 (27. M 35), 131. Tobias Elsholtz (TSG Giengen/LG Brenztal), 1:29,19 (11. M 50),

Halbmarathon Frauen: 10. Karin Elsholtz (TSG Giengen/LG Brenztal, 1:29, 58 h (2. W 45), 20. Anja Neubauer (SV Zang), 1:33,23 (3. W 45), 28. Sina Maier (TSG Giengen/LG Brenztal, 1:36,32, 51. Regina Rettenberger (TSG Giengen/LG Brenztal), 1:39,56 (7. W 45), 113. Anja Langer (TSG Schnaitheim), 1:47,05 (16. W 45), 147. Laura Strahl (Lauf geht's), 1:49,48 (30. W 30), 189. Carolin Langenbucher (TSG Giengen/LG Brenztal), 1:51,36 (11. U 23)

Zehn-Kilometer-Lauf Männer: 29. Max Fei- nauer (Team Uni und Uniklinikum Ulm, TSG Giengen/LG Brenztal), 40,09 min, 127. Ulrich Maier (TV Steinheim), 46,05 (5. M 55)

Zehn-Kilometer-Lauf Frauen: 6. Stefanie Grimmeisen (SV Mergelstetten), 44,19 min (1. W 45), 134. Aline Heller (Schnaitheim), 55,23, 135. Katharina Schädle (Gerstetten), 55,23, 182. Christiane Scheele (Gerstetten), (22. W 45)

Fünf-Kilometer-Lauf Männer: 7. Sascha Baß (LG Region Karlsruhe/TSG Giengen/LG Brenz- tal), 19,08 min, 22. Reto Haas (TSG Giengen), 22,00, 26. Linus Benz (TSG Giengen/LG Brenztal), 22,12, 80. Ronan Elsholtz (TSG Giengen/LG Brenztal), 24,19

Fünf-Kilometer-Lauf Frauen: 4. Maike Alt ((Team Uni Uniklinikum Ulm/TSV Herb- rechtingen), 23,07, 5. Mona Mateos Romero (TSG Giengen/LG Brenztal), 23,30, 13. Ciara Elsholtz (TSG Giengen/LG Brenztal), 24,49, 18. Ute Fetzer (TSG Giengen), 26,02, 136. Madeleine Franz (Sontheim), 29,36

Marathon-Staffel/Männer (42,1 km/11,9 km – 10,8 km – 12,4 km – 7 km): 9. SV Gerstetten (Tim Wiedenmann, Rainer Weng, Swen Hilprecht, Jan Hilprecht) in 3:25,20 h (5. bei der AK Herren)

Marathon-Staffel/Frauen: 17. SV Gerstetten Ladies (Caro Oßwald, Silke Pusch, Carmen Grüningen, Margit Welzmüller) in 3:35,09 h (1. Damen)