Herbrechtingen / Thomas Jentscher Die SG Herbrechtingen/Bolheim gerät gegen Heiningen von Beginn an ins Hintertreffen, hält die 26:33-Niederlage aber dank der Steigerung in Halbzeit zwei in Grenzen.

War's zuletzt ein Einbruch in der Schlussphase, so brachten sich die Handballer der SG Herbrechtingen/Bolheim gestern Abend im Heimspiel gegen Heiningen schon in den ersten zehn Minuten um alle Chancen. 6:15 stand es nach 20 Minuten – das war gegen so einen starken Gegner nicht mehr aufzuholen. Immerhin konnte die SHB die zweiten 30 Minuten ausgeglichen gestalten und die Niederlage in Grenzen halten.

Natürlich waren die „Staren“ aus dem Landkreis Göppingen – die durch den gestrigen Sieg auch vorübergehend die Tabellenführung übernahmen – klar favorisiert, so wie sich die Herbrechtinger in der Anfangsphase präsentierten, werden sie aber auch gegen schwächere Teams große Probleme bekommen.

Dabei ging es mit zwei Paraden von Steffen Stängle gut los, doch seine Vorderleute machten nichts daraus. Heiningen begann mit einer sehr offensiven 3:2:1-Abwehr und entweder fanden die SHBler die dadurch entstehenden Lücken am Kreis nicht oder sie vergaben freistehend gegen den zugegebenermaßen starken Yanik Braun im Kasten der Gäste.

Noch schlimmer war freilich die Abwehrleistung. Die enge Deckung gegen Heiningens Rückraum-Ass Felix Kohnle verpuffte wirkungslos, weil dessen Kollegen nach Belieben trafen. 0:4 stand es bereits, als Robert Rugaci nach knapp sechs Minuten endlich für die Hausherren erfolgreich war.

Comeback von Daniel Kovacs

Auch in der Folge fanden die Herbrechtinger in der Abwehr keinen Zugriff. Immer wieder gab es Lücken, die Rückraumschützen wurden nicht angegangen und wenn man mal am Mann dran war, dann nicht konsequent genug.

Beim 1:7 nahm Coach Michael Kling die Auszeit, danach gelangen Daniel Kovacs zwei Treffer in Folge. Nach seiner Zeit in Steinheim und einem halben Jahr Pause schloss er sich wieder seinem Heimatverein an und zeigte schon ganz gute Ansätze. Doch an eine Aufholjagd war nicht zu denken. Die von allen Positionen treffsicheren Gäste legten sofort wieder nach und beim 6:15 nach gut 20 Minuten sah es nach einem üblen Debakel aus.

Kling stellte dann auf eine defensivere Abwehr um und seine Mannschaft fing sich so langsam. Stängle konnte einige Würfe entschärfen und die Herbrechtinger zeigten sich nun entschlossener. So beim 11:19 durch Fabian Kresse, der einen weiten Pass seines Torhüters im Sprung fing und artistisch den Ball im gegnerischen Tor versenkte. Der Halbzeitstand von 13:20 war dennoch ernüchternd.

Erneut Chancen vergeben

Nach dem Seitenwechsel hielt die Abwehr zunächst, aber vorn vergaben die SHBler gleich die ersten drei Möglichkeiten. So erhöhte Heiningen bis zum Zwischenstand von 14:24 (38.) wieder auf zehn Tore – das war's dann endgültig.

Hoch anrechnen kann man der Kling-Truppe, dass sie bis zum Schluss alles versuchte. Der sichere Siebenmeterschütze Martin Mäck sowie Kresse und Kovacs brachten ihr Team bis zum 24:30 in der 55. Minute wieder etwas heran. Heiningen hatte inzwischen aber viel gewechselt und ließ das Spiel ein bisschen austrudeln.

Am Ende konnte auf Herbrechtinger Seite der junge Hannes Baur mit einigen Aktionen auf sich aufmerksam machen. So endete die zweite Hälfte mit 13:13 und die Niederlage fiel mit 26:33 noch moderat aus. Die Punkte für den Klassenerhalt muss die SHB ohnehin in anderen Partien holen.