Heidenheim / HZ Sambo: Bei der Deutschen Meisterschaft in Berlin gab's für den Heidenheimer Sportbund fünfmal Gold, viermal Silber und zweimal Bronze.

Nur ein Berliner Klub war am Ende erfolgreicher als die Heidenheimer Sambo-Kämpfer, die mit 13 Sportlern und fünf Betreuern zu den deutschen Meisterschaften in die Bundeshauptstadt gereist waren.

Artöm Izrailov erkämpfte sich den Titel in der Gewichtsklasse bis 68 kg bei der U 18. Artöm gehört der Sambo-Abteilung des HSB bereits seit seinem achten Lebensjahr an und sammelte schon zahlreiche Titel. Für die Europameisterschaft konnte er sich aber erst dieses Jahr qualifizieren, da eine Teilnahme an der Junioren–EM erst ab 15 Jahren möglich ist.

Für Junioren-EM qualifiziert

Fast denselben Weg ging Tim Schelhorn, der sich in Berlin ebenfalls Platz eins erkämpfte (U 18, bis 74 kg). Auch er konnte in jungen Jahren schon viele Siege einfahren und darf nun gemeinsam mit Artöm am 18. April mit der deutschen Nationalmannschaft nach Prag reisen, wo die Junioren-EM ausgetragen wird.

Ebenfalls deutscher Meister in Berlin wurde Vladimir Berg Senior in der Gewichtsklasse bis 74 kg (Veteranen). Damit qualifizierte er sich für die EM und WM.

Seit diesem Jahr gibt es die Möglichkeit für U-14-Kämpfer, an der Kadetten-EM teilzunehmen. Der 13-jährige Daniel Fesenko konnte die Chance mit Platz eins in der Klasse bis 57 kg nutzen und sich für diese Titelkämpfe in Kroatien am 1. Dezember qualifizieren.

Auch Wladislaw Fuhrmann (U 14) stand in Berlin auf dem obersten Treppchen. In der Klasse bis 54 Kg sicherte er sich seinen ersten DM-Titel und ist ebenfalls in Kroatien startberechtigt.

Jeweils zweite Plätze gab es Melina Fuhrmann bei den Mädchen (U 12, bis 51 kg) und für Kevin Berg (U 14, bis 46 kg).

Etwas besonderes war die DM-Teilnahme für den afghanischen Flüchtling Subhan Muzafari. In seiner Heimat betrieb er die Sportart Afghan Kurash, eine judoähnliche Kampfsportart mit Elementen aus dem Sambo. Subhan kam im April 2016 durch das Projekt „Start e. V.“ zum Sambo. Dank starker Trainingsleistungen konnte er sich für die DM qualifizieren, verletzte sich aber drei Wochen vor dem Start am Ohr. Mit ärztlicher Genehmigung und mit Hilfe einer Bandage kämpfte er in Berlin und wurde auf Anhieb Zweiter.

Afghanischer Flüchtling dabei

Ebenfalls Zweiter wurde der aus Moldawien stammende Ion Basoc, der beim HSB auch als Trainer engagiert ist. Er holte Silber in der Klasse bis 82 kg bei den Aktiven.

Vladimir Berg Junior bestritt sein DM-Debüt im Combat Sambo in der Gewichtsklasse bis 82 kg, verpasste den Einzug ins Finale denkbar knapp und wurde am Ende ebenso Dritter wie Daniel Kotlinski in der Klasse bis 57 kg in der U 14.

Eduard Marker, Sambo-Abteilungsleiter beim HSB, führt die Erfolge vor allem auch darauf zurück, dass es gelungen sei, ehemalige Kampfsport-Profis als Trainer zu gewinnen. Vladimir Lybko gehörte einst der sowjetischen Judo- und Sambo-Nationalmannschaft an, kämpfte später in der Judo-Bundesliga und ist einer der wenigen Kurash-Trainer in Deutschland (Kurash ist eine usbekische Kampfsportart).

Weitere HSB-Trainer sind Weacheslav Lipcan, ehemaliger moldauischer Meister im Judo und Sambo, ein Spezialist für den Nahkampf, sowie Basoc Ion, der lange als Mitglied einer Spezialeinheit der moldauischen Polizei im Einsatz war und viel Erfahrung im Bereich Selbstverteidigung hat.