Heidenheim / Thomas Jentscher Die HSB-Athleten sind in eine wie immer vollgepackte Saison gestartet – und die Abteilung befindet sich weiter in einer Zeit des Umbruchs.

Die ersten Wettkämpfe waren schon gefochten, als die HSB-Fechtabteilung kürzlich im Rahmen ihrer traditionellen Saisoneröffnung einen Ausblick auf das Geschehen im Wettkampfzeitraum 2017/18 gab. Auch wenn es bis zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio noch etwas dauert, warten in den nächsten zwölf Monaten große Herausforderungen auf den Heidenheimer Sportbund – und dies nicht nur auf der Planche.

Seit Anfang Juli ist klar, dass das Fechtzentrum im Zuge der Leistungssportreform des Deutschen Olympischen Sportbundes seinen Status als Bundesstützpunkt verliert. Mit dieser Situation gilt es umzugehen, auch wenn sich die finanziellen Einbußen im Rahmen halten und dem Prädikat keine allzu große Bedeutung beizumessen ist.

„Wir haben auch so einen guten Namen, den Fechtern ist egal wie das heißt“, betont Abteilungsleiter Jochen Kassel und verweist beispielsweise auf die ständigen Anfragen von ausländischen Fechtern, die zum Training ins Heidenheimer Fechtzentrum kommen möchten. Aktuell ist es eine Delegation aus Kasachstan.

Änderung der Meisterschaftsstruktur

Die Stützpunktfrage ist nicht das einzige Thema. Eine Zusammenlegung der Fechtverbände Württemberg, Nordbaden und Südbaden und damit auch eine Änderung der Meisterschaftsstruktur steht wohl bevor. Die Kategorien der Kader im Deutschen Fechterbund wurden geändert, aus dem A-Kader wurde der Olympia-Kader aus dem B-Kader der Perspektivkader.

Damit geht allerdings einher, dass die Nachwuchsfechter keine Grundförderung mehr bekommen. Bei der Jagd nach mehr Olympia-Medaillen setzt der DOSB auf eine verstärkte Unterstützung der Spitzenathleten – zu Lasten der Basis. Schließlich steht auch eine Änderung der Altersklassen im Raum.

Zahlreiche Titel und Medaillen

All dies ist aber nicht so wichtig wie der sportliche Erfolg. Der soll sich in Heidenheim wieder verstärkt einstellen. Dabei sei die vergangene Saison mit sechs deutschen Titeln und 16 weiteren DM-Medaillen über alle Altersklassen hinweg keine schlechte gewesen, betont Kassel. Allerdings hatte sich kein HSBler für die Weltmeisterschaft der Aktiven in Leipzig qualifiziert.

In diesem Jahr findet die WM im chinesischen Wuxi statt, zur Europameisterschaft treffen sich die Fechter in Novi Sad (Serbien). Im Blickpunkt stehen für die HSBler natürlich auch die deutsche Meisterschaft im April 2018 in Leipzig, WM und EM der Junioren und Kadetten, die zahlreichen Weltcupturniere und die Wettkämpfe vor heimischer Kulisse (siehe Infokasten unten). „Alle Jahre reden wir davon, dass es zu viele Turniere sind, aber alle Verbände haben eben ihre Veranstaltungen und so gibt es auch in dieser Saison quasi kein freies Wochenende“, erklärt Kassel.

Aushängeschild Riedmüller

Und bei all diesen Turnieren sollen sich natürlich auch die Erfolge einstellen. Eines der Aushängeschilder ist Vanessa Riedmüller, die bei der Saisoneröffnung mit dem Paul-Gnaier-Pokal für den besten Nachwuchssportler ausgezeichnet wurde. Bei der U-23-Europameisterschaft in Minsk holte sie Bronze im Einzel und mit der Mannschaft. Nun rückt Riedmüller zu den Damen auf. Dafür wird der Nachwuchsbereich durch vielversprechende Neuzugänge verstärkt. Vom TSF Laupheim kam Vanessa Heinz (Jahrgang 2000) und aus Neu-Ulm Franziska Geist (Jahrgang 2002). Pauline Loh (Jahrgang 2001) wechselte vom TV Wetzlar nach Heidenheim, geht hier ins Sportinternat und auf das Max-Planck-Gymnasium.

Leonhard Müller vom TV Lahr bleibt dagegen in seinem Heimatort wohnen, startet aber nun für den HSB. Allerdings ging mit Alexandra Ehler, die nach Leverkusen wechselte, auch eine starke Fechterin verloren.