Heidenheim / Thomas Jentscher Die Voith Heideköpfe schlagen beim Europapokal in Brünn den weißrussischen Meister Minsk mit 20:0.

Noch eindrucksvoller als der Start gegen Varadzin verlief am Donnerstag das zweite Spiel der Voith Heidenheim Heideköpfe beim C.E.B.-Europacup im tschechischen Brünn. Den weißrussischen Meister Minsk fegten die HSB-Baseballer in nur fünf Innings mit 20:0 vom Platz.

Die Gegner im C.E.B.-Cup, gewissermaßen der Europaliga des Baseballs, sind zum Teil doch deutlich schwächer als im Champions-Cup, in dem die Heideköpfe in den vergangenen Jahren immer wieder spielten. Dennoch war Klaus Eckle am Donnerstag selbst ein wenig erstaunt.

„Minsk ist gleichbedeutend mit der weißrussischen Nationalmannschaft, athletisch sind die alle sehr gut und auch die finanziellen Mittel sind vorhanden“, berichtet der Trainer und Manager der Heideköpfe. Was aber fehlt, ist das Spielverständnis. Minsk war vom Tempo der Heidenheimer, sowohl im Pitching als auch im Baserunning, total überfordert.

14 Heidenheimer kamen an den Schlag

Und die Heideköpfe legten auf dem Nebenspielfeld in Hrosi auch los wie die Feuerwehr. Drei Freiläufe und drei Hits brachten eine schnelle 4:0-Führung, der erste Werfer der Minsker musste vom Feld, noch ehe er ein Aus geschafft hatte.

Aber auch seinen Nachfolgern erging es nicht besser. Bereits im ersten Inning baute die Eckle-Truppe ihren Vorsprung auf 8:0 aus. Nach einem weiteren Zähler im zweiten Durchgang brachen dann im dritten alle Dämme. Sage und schreibe 14 Heidenheimer kamen an den Schlag und sammelten – unter anderem durch einen Homerun von Gary Owens – elf Punkte.

Das war natürlich mehr als die Vorentscheidung, in den folgenden beiden Spielabschnitten ließen es die Heidenheimer etwas ruhiger angehen. Eckle wechselte auf vielen Positionen, einen Ehrenpunkt gestatteten die fehlerfreie Defense und der überragende Pitcher Logan Grigsby, der nur einen Hit und zwei Walks abgab, dabei zehn Strike-outs warf, dem weißrussischen Meister aber nicht mehr. So war nach fünf Innings aufgrund der Mercy Rule (Gnadenregel) bereits Schluss.

Nächstes Spiel gegen Zürich

Im letzten Gruppenspiel treffen die HSBler am Freitag bereits um 10.30 Uhr auf die Zürich Challengers. Selbst bei einer Niederlage wäre der Einzug ins Halbfinale nicht gefährdet, aber die Heidenheimer wollen natürlich Gruppenerster werden. „Wir werden vielleicht den ein oder anderen Spieler schonen“, kündigt Eckle an, dessen Einsatzpläne bisher voll aufgehen. Als Werfer wird Marcel Giraud beginnen, Mike Bolsenbroek, Enorbel Márquez-Ramirez und Justin Erasmus wären damit fürs Halbfinale und ein mögliches Endspiel frisch. Allerdings darf man die Schweizer, die gestern etwas überraschend Varadzin besiegten, nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Spätestens ab dem Halbfinale am Samstag wird ein ganz anderes Niveau gefordert sein, vor allem die Gastgeber von Draci Brno, die unter anderem einen Pitcher mit acht Jahren Erfahrung in der amerikanischen Major League Baseball in ihren Reihen haben, könnten sicher auch im Turnier der Champions mitspielen.

Dort läuft es übrigens für die Bonn Capitals bisher ganz schlecht. Der amtierende deutsche Meister verlor alle drei Gruppenspiele – kurioserweise nach zum Teil deutlicher Führung. Die Bonner müssen sich nun darauf konzentrieren, nicht Letzter zu werden und so den deutschen Startplatz für 2020 zu erhalten. Bei einem Turniersieg der Heideköpfe in Brünn dürfen dann sogar wieder zwei deutsche Teams im Champions-Cup spielen.

Namen und Zahlen

Voith Heideköpfe – Minsk 20:0
Hits: 12:1, Errors: 0:1
Heidenheim: Schulz (SS; 1 Hit bei 3 Schlagversuchen, 3 Runs, 2 RBI, 2 Walks), Gühring (1B; 1/2, 1 Run, 1 RBI, 1 Walk), Owens (CF; 2/3, 1 Double, 1 Homerun, 3 Runs, 4 RBI), Dunsmore (RF; 2/3, 1 Double, 2 Runs, 2 RBI, 1 Walk), Glaser (3B; 2/3, 3 Runs, 2 RBI, 1 Walk), Larry (DH; 2/2, 1 Double, 1 Run, 1 RBI), Gentner (LF; 0/2, 1 Run, 2 RBI, 2 Walks), Escarra (C/1B; 2/4, 1 Double, 1 Run, 2 RBI), Liedtke (2B; 0/1, 3 Runs, 1 RBI, 3 Walks), Tsopatalo (1B/C; 0/1, 1 Walk), Valentin (CF; 0/1), Giraud (RF; 0/1), Seyfried (3B; 0/1), Sommer (DH; 1 Run, 1 Walk) – Pitcher: Grigsby (5 Innings, 0 Runs, 10 Strike-outs)