Handball-Oberliga

Wie Kreisläuferin Susi Frey über ihren Wechsel zur SHB scherzt

Tore, bitte! Zuletzt vergaben die Handballerinnen der Spielgemeinschaft Herbrechtingen/Bolheim viele Chancen. Ausgerechnet jetzt empfangen sie den TV Gerhausen um die ehemalige deutsche Nationaltorhüterin Alexandra Meisl. Was wiederum Kreisläuferin Susi Frey aber ziemlich kalt lässt:

Wer Action will, geht zu Spielen der Handballerinnen der Spielgemeinschaft Herbrechtingen/Bolheim (SHB). Die Mannschaft von Trainer Sebastian Kieser hat bislang die fünftmeisten Tore erzielt (370 in 13 Spielen) – und das als Aufsteiger. Allerdings musste die SHB als Tabellenzwölfter bislang auch die mit Abstand meisten Gegentore hinnehmen (406/dahinter kommt Pfullingen mit 379).

Diese Bilanz lässt sich mit dem hohen Tempo erklären, den die Spielgemeinschaft Herbrechtingen/Bolheim geht. „Wir spielen mit und nehmen nicht Tempo raus, auch gegen die Topteams der Liga, was nicht alle machen“, so Kieser. Was sich wiederum an den Ergebnissen mit vielen Treffern niederschlägt. „Eine höhere Wahrscheinlichkeit an vielen Gegentoren ist dann absehbar“, sagt der SHB-Coach.

Aber: Es sollten nicht zu viele werden. Bei der 31:33-Niederlage bei der HSG Bargau/Bettringen hatte die SHB zur Pause bereits 20 Tore kassiert. „Das sind einfach zu viele“, bemängelt Kieser. In der Folge stellte der 47-Jährige auf eine 6:0-Abwehrformation um, was der SHB sichtlich guttat. „So ein Spiel kann auch schnell kippen“, zählt Kieser einen Vorteil des hohen Tempos auf, dass sein Team geht.

Trainer der SHB-Handballerinnen: Sebastian Kieser. Foto: SHB

Allerdings müssten dafür auch entsprechend viele Treffer erzielt werden, was in Bettringen nicht zur Genüge gelang. Der SHB-Trainer hat 19 Paraden der gegnerischen Torhüterinnen gezählt. Heißt für die SHB: Die Qualität der Torwürfe war nicht immer ausreichend. Was wiederum auch Susi Frey weiß. „Die Würfe kommen dann nicht stark und platziert genug aufs Tor“, sagt die Kreisläuferin, der aber immerhin sechs Treffer gelangen. Allerdings sei die Bettringer Torhüterin überragend gewesen, so Frey.

Apropos überragende Torhüterin: Im Heimspiel am Samstag gegen den Tabellenelften TV Gerhausen (18.15 Uhr, Bibrishalle) dürfen Frey & Co sich auch mit einer Torhüterin messen, die bei zwei Europameisterschaften (2004 und 2006) und einer Weltmeisterschaft (2005) dabei gewesen ist: Alexandra Meisl ist 63-fache deutsche Nationalspielerin. Zudem wurde die gebürtige Düsseldorferin 2003 mit Trier deutsche Meisterin.

Eigentlich hatte ich schon abgesagt. Doch dann dachte ich: Warum eigentlich nicht?

Susi Frey, über ihren Wechsel zur SHB

Susi Frey lässt sich davon aber nicht beirren. „Am Donnerstag gibt’s bei uns die Videoanalyse. Da werden wir schon darauf eingestellt“, sagt die Mutter zweier Kinder. Als Urgestein der TSG Schnaitheim hatte sie vom Handball zunächst eine Auszeit genommen. Bis sie vor der aktuellen Saison dem Werben von SHB-Teammanagerin Angelika Biller nachgab. „Eigentlich hatte ich schon abgesagt. Doch dann dachte ich: Warum eigentlich nicht?“, erzählt Frey, die mit ihrer Familie in Eselsburg lebt, rückblickend. Bei der ersten Anfahrt zur Bibrishalle sei sie sehr nervös gewesen. „Ich wollte fast schon wieder umdrehen“, beschreibt Frey im Scherz ihre Bedenken aufgrund ihrer Vergangenheit bei der TSG Schnaitheim – und dass sie den Wechsel doch nicht einfach so vollziehen könne.

Kreisläuferin bei der SHB: Susi Frey. Foto: SHB

Doch letztlich habe es sich gelohnt, ein neues Kapitel in ihrer Handball-Laufbahn aufzuschlagen. „Die Mädels sind echt cool, wir haben eine tolle Mannschaft“, sagt die Kreisläuferin, die eigenen Angaben nach zuletzt immer besser in Tritt gekommen ist. Was Frey an der SHB imponiert: „Wir geben nie auf, haben einen besonderen Kampfgeist.“ Dies habe man zuletzt auch bei der Niederlage in Bettringen gesehen. „Wir haben Moral bewiesen und sind gleich zweimal zurückgekommen. Das schafft nicht jedes Team“, zieht Frey das Positive heraus. „Wir können in der Liga mithalten. Das zeigen die knappen Ergebnisse.

Genau dies macht auch Sebastian Kieser Mut für die kommenden Spiele. „Die Einstellung stimmt“, sagt der SHB-Trainer, der aber auch betont: „Gegen Gerhausen brauchen wir wieder bessere Abschlüsse.“ Und das auch gegen die ehemalige deutsche Nationaltorhüterin Alexandra Meisl. Einer Herausforderung, die sich Susi Frey gerne stellt, was sie so zum Ausdruck bringt: „Mit fünf Toren wäre ich zufrieden.“

Augen zu und durch: Alexandra Meisl im Februar 2010 als Türhüterin von Frisch Auf Göppingen.

Kommender SHB-Gegner: So tickt die ehemalige deutsche Nationaltorhüterin Alexandra Meisl

Was für eine Herausforderung! Die Oberliga-Handballerinnen der Spielgemeinschaft Herbrechtingen / Bolheim bekommen es am Samstag nicht nur mit dem TV Gerhausen zu tun (18.15 Uhr, Bibrishalle). Bei den Gästen ist mit Alexandra Meisl eine Torhüterin dabei, die 2003 mit Trier deutsche Meisterin wurde. Wen die 47-Jährige bei der SHB lobt, warum sie überhaupt wieder mit dem Handball angefangen hat und worauf sie sich freut:
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