Im „Vier-Punkte-Spiel“ gegen den direkten Konkurrenten TV Gerhausen zeigten die Handballerinnen der SG Herbrechtingen/Bolheim am Samstag in der heimischen Bibrishalle von Beginn an eine starke und konzentrierte Leistung. Der auch in dieser Höhe verdiente 30:19-Sieg nährt die Hoffnung auf den Klassenerhalt in der Oberliga.
„Da sieht man, wie viel Respekt die vor uns haben, das müssen wir heute auch auf die Platte bringen“, sagte Trainer Kieser vor dem Spiel zu seiner Mannschaft, denn bei Gerhausen kehrte zu diesem für beide Teams wichtigen Spiel mit Marie Prinz eine sehr gute Linkshänderin aus einer Babypause zurück. Zudem steht mit Alexandra Meisl bei den Gästen eine ehemalige Nationaltorhüterin zwischen den Pfosten. Auch wenn diese schon 48 Jahre alt ist, hat sie immer noch ein gutes Stellungsspiel.
Personell konnte Trainer Kieser bis auf die Langzeitverletzten aus dem Vollen schöpfen und auch die Zuschauerränge in der Bibrishalle waren gut gefüllt. Das Spiel begann sehr zerfahren und mit vielen technischen Fehlern auf beiden Seiten. Linkshänderin Anne Schweda erzielte zwar nach 30 Sekunden schon den Führungstreffer, danach war es aber magere Handballkost, welche die Zuschauer serviert bekamen. Sabrina Krempien erhöhte nach fünf Minuten auf 2:0 und nach über sechs Minuten durften auch die Gäste das erste Mal jubeln.
Zerfahrene Anfangsphase
Die Abwehr der Hausherrinnen stand bombensicher und erlaubte erst nach fast elf Minuten den zweiten Gegentreffer. Nach der 5:2-Führung durch die flinke Sabrina Krempien nahm der Gästecoach schon früh im Spiel die Auszeit. „Wir haben heute endlich in der Defensive überzeugt“, freute sich Kieser, der beim 10:5 durch Carmen Siller doch schon sehr entspannt wirkte. Geduldig spielte der abstiegsbedrohte Aufsteiger weiter und konnte mit einer 15:11-Führung in die Pause gehen.
Den perfekten Start in die zweite Halbzeit legten dann Susi Frey und Marie Brachert hin. Auf der Anzeigetafel stand schon früh ein 18:11 und beim 22:14 durch Anki Lindenmaier in der 40. Minute legte der Trainer der Gerhauser schon wieder früh die grüne Karte zur Auszeit. Wie entfesselt spielten die Blau-Weißen aber weiter und ließen sich nicht aus dem Konzept bringen. Gerhausen fand kein Mittel gegen die gut gestaffelte Abwehr, welche tatsächlich über die ganzen 60 Minuten ohne Zeitstrafe auskam.
SHB kommt ohne Zeitstrafe aus
Lockerheit und Spielfreude sind zurück bei den SHB-Damen und so brachten sie auch den großen Vorsprung ins Ziel. In der Tabelle zieht man somit an Gerhausen vorbei und schöpft weiter Hoffnung, die Liga zu halten. Kieser analysierte ruhig und gewohnt sachlich: „Es war ein entspanntes Spiel für uns, weil wir über 60 Minuten dominiert und eine sehr gute Deckung gestellt haben“, freute sich der SHB-Trainer über die konstante und geschlossene Leistung seiner Mannschaft. „Wir haben geschafft, das Spiel der Gerhauser heute zu zerstören“, so Kieser, der damit meinte, dass man den Rückraum und das gefürchtete Kreisspiel des Turnvereines gut im Griff hatte.
Linkshänderin Anne Schweda fasste das Spiel kurz und knapp zusammen. „Wir waren gut vorbereitet und hatten heute richtig Bock“. Am kommenden Wochenende tritt die SG Herbrechtingen/Bolheim beim Tabellenletzten Kinzigtal und kann weiter wichtige Punkte sammeln.
Namen und Zahlen
SG Herbrechtingen/Bolheim - TV Gerhausen 30:19 (15:11)
SHB: Serwe-Hug und Hirsch im Tor; Grupp (2), Fleischer (2), Sahin (1), Schweda (4), Brachert (5/1), Krempien (5), Schönefeldt, Lindenmaier (4), Frey (3), Siller (4/2)
Zeitstrafen: SHB 0 – Gerhausen 3
Strafwürfe: SHB 5/3 verwandelt – Gerhausen 5/4
Zuschauer: 250
Schiedsrichter: Yannik Bauer und Maik Wörner vom VfL Pfullingen

