Mit neuem Schwung traten die Oberliga-Handballerinnen der Spielgemeinschaft Herbrechtingen/Bolheim nach dem ersten Sieg des neuen Jahres gegen die SG Dornstetten bei Mitaufsteiger SG Bargau/Bettringen an. Bis zum 9:9 nach 15 Minuten war es ein ansehnliches Spiel, ehe sich bei den Gästen wieder der Schlendrian einschlich und sie fahrlässig mit den Torchancen umgingen. Bargau/Bettringen nutzte die Schwächephase aus und zog Tor um Tor davon. Zur Halbzeit lagen die SHB-Handballerinnen schon mit 14:20 hinten und kassierten erneut zu viele Gegentore. „Das war eine schlechte erste Halbzeit ohne Zugriff in der Abwehr“, bemängelte Sebastian Kieser und stellte seine Abwehrformation in der ersten Hälfte öfter um. „In der Halbzeitpause wurde ich wieder etwas direkter, denn wir mussten etwas ändern an unserem Deckungsverhalten“, so der Trainer. Nach der Umstellung auf die 6:0-Formation wurde es auch etwas besser.
Beim 19:21 nach 34 Minuten durch die agile Kreisläuferin Susi Frey waren die Gäste wieder auf Schlagdistanz. Auch beim 25:27 knapp zehn Minuten vor dem Ende durch Marie Brachert hoffte man im SHB-Lager auf ein Erfolgserlebnis. Innerhalb von knapp fünf Minuten stellten die Gastgeberinnen, angeführt von ihrer 14-fachen Torschützin Anja Schwenk, auf 33:26, was sechs Minuten vor dem Ende die vermeintliche Entscheidung bedeutete. Doch ein fulminanter Schlussspurt der wackeren SHB-Damen brachte knapp 100 Sekunden vor dem Ende ein 31:33 und Spannung keimte auf einmal auf. Die Gastgeberinnen nahmen sogar noch einmal eine Auszeit, um den Spielfluss der Gäste zu stoppen. Und das mit Erfolg, denn der knappe Vorsprung wurde von den favorisierten Hausherrinnen vollends über die Zeit gebracht.
Coach Kieser ärgerte sich über den großen Chancenwucher seiner Mannschaft. „Wir lassen zu viel hochkarätige Chancen liegen, was man an 19 Paraden der Bettringer Torhüterin sieht. Und da waren noch nicht mal die Würfe neben das Tor dabei“, so der 46-Jährige in seiner ersten Analyse nach dem Spiel. Doch der SHB-Trainer lobte auch. „Für die Schlussphase, in der wir bis auf zwei Tore herangekommen sind, möchte ich den Mädels ein großes Lob aussprechen. Da haben sie sich nicht aufgegeben“, freute sich Kieser zumindest über den Kampfgeist seiner Mannschaft. „Dieser super Kampf macht Hoffnung für das nächste Spiel, wenn wir diesen Kampfgeist aus der Endphase des Spiels 60 Minuten auf das Parkett bringen.“
Schneefall zwingt die SHB zum Warten
Nach dem Spiel folgte eine Überraschung für die SHB auf dem Parkplatz. Aufgrund des Schneefalls gab es für Zuschauer und Spielerinnen kein Rauskommen aus der Halle. Nach knapp einer Stunde war die Zwangspause beendet – und der Räumdienst machte die Straße frei.
Namen und Zahl zum Spiel
SHB: Serwe-Hug und Hirsch im Tor; Grupp (1), Fleischer, Sahin (2), Schweda (2), Braun (1), Brachert (5/1), Krempien (5), Schönefeldt (3), Lindenmaier (2), Frey (6), Siller (4)
Zeitstrafen: SHB 5 (Grupp, Sahin, Brachert, Krempien, Lindenmaier); SG Bargau/Bettringen 5
Strafwürfe: SHB 3 (einen verwandelt); SG Bargau/Bettringen 6 (alle verwandelt)
Zuschauer: 250
Schiedsrichter: Rojan Bali und Daniel Hirsch

