Steinheim / Thomas Jentscher Am Albuch will man nicht um den heißen Brei reden: Das klare Ziel ist die neue Verbandsliga.

Die Favoritenrolle bürdet sich keiner gerne auf, aber Sebastian Kieser, Trainer der Steinheimer Handballer, hält auch nichts von Tiefstapelei: „Ganz klar, der Aufstieg ist nicht utopisch und auch die Mannschaft hat dieses Ziel.“

Nach Rang drei in der zurückliegenden Saison sowie guten Verstärkungen wären die TVler wohl ohnehin zu den Aufstiegsanwärtern gerechnet worden. Da nun vier Teams den Sprung in die neue Verbandsliga schaffen, sind die Chancen natürlich noch deutlich höher.

Es wäre auch nur ein „halber Aufstieg“, denn durch die Strukturreform des Verbandes feiert die Verbandsliga ein Comeback, wird zwischen den Landesligen und der dann nur noch eingleisigen Württembergliga zwischengeschaltet.

Landesliga wird unattraktiv

Dies bringt mit sich, dass dann nur noch zehn Teams in den Landesligen spielen, jeder Verein also nur noch neun Heimspiele hat. Viele sind aber auf die Einnahmen angewiesen. Kieser sagt dann auch klar: „Wir müssen aufsteigen, sonst haben wir ein wirtschaftliches Problem.“ Und dafür hat man in Steinheim viel getan. Seit Mitte Juni läuft die Vorbereitung, da die Wentalhalle geschlossen war, wurde zunächst viel an Ausdauer und Athletik gearbeitet.

„Die Jungs haben gut mitgezogen“, resümiert Kieser, der in der Folge vor allem an der Abwehr gearbeitet hat. „Wir haben immer noch zu viele Tore bekommen“, sagt der TV-Coach, der nicht zuletzt dank der Neuzugänge in der Defensive auch wieder mehr Variationsmöglichkeiten hat.

Personell hat sich einiges getan, auch Kieser selbst bekommt Unterstützung. Peter Geiger fungiert künftig als Co-Trainer mit dem Schwerpunkt Torwarttraining, betreut zudem die zweite Männermannschaft.

Außerdem kamen drei Spieler. Nachdem Paul Dommer seinen Abschied bekannt gab, tat sich auf der Torhüterposition eine Lücke auf. Mit Steffen Stängle vom Kreisrivalen SG Herbrechtingen/Bolheim holten die Steinheimer sicher einen der besten Keeper im Kreis, der 25-Jährige wird mit Steffen Maier das Torhüter-Duo bilden.

Nach zwei Spielzeiten beim TSV Bad Saulgau kehrt Dennis Kaumann zurück. Berufliche Gründe, aber auch das immer gute Verhältnis zu den Steinheimern gaben für den umworbenen 28-Jährigen den Ausschlag.

Der Dritte im Bunde kommt ebenfalls von einem Ligakonkurrenten: Rechtsaußen Dominik Anlauf (24) von der Spielgemeinschaft Hofen/Hüttlingen hatte schon vor dem Aufstieg seiner Mannschaft in die Landesliga geplant, sich sportlich neu zu orientieren.

Dazu kann David Wittlinger eigentlich auch noch als Neuzugang/Rückkehrer bezeichnet werden, nach zweieinhalb Jahren beim Drittligisten Pfullingen zog er mit Abschluss des Studiums wieder in die Region und bestritt bereits in der Schlussphase der vergangenen Saison einige Spiele. „Jetzt zu denken, der kommt aus der 3. Liga, der macht’s alleine, wäre aber definitiv falsch“, warnt Kieser. Handball ist ein sehr komplexer Teamsport, in dem das Zusammenspiel meist mehr wiegt als gelungene Einzelaktionen.

Aber natürlich ist der im Verein groß gewordene Wittlinger auch eine Identifikationsfigur und irgendwie hat man das Gefühl, er wäre nie weg gewesen. „Alle passen prima rein, das ist eine sehr homogene Truppe. Die machen auch außerhalb des Trainings sehr viel miteinander“, erklärt Kieser und freut sich über die Mentalität seiner „Steinheimer Jungs“. So hätten alle Angebote gehabt, sich aber klar für den TV entschieden.

Mit Wittlinger, Mewitz, Rau und Kaumann sind nun vier Rückraumschützen im Team, die sich abwechseln und auch auf verschiedenen Positionen spielen können. Zudem profitieren die Kreisläufer, so sollen die gegnerischen Abwehrreihen vor große Probleme gestellt werden.

Trotz allem: Auch ein Platz unter den ersten vier ist kein Selbstläufer. Vor allem der amtierende Vizemeister aus Reichenbach sowie Vöhringen, Bad Saulgau und der österreichische Vertreter Hohenems sind stark einzuschätzen, die Kirchheimer mit ihrer Harzverbot-Halle immer gefährlich.

Alles in allem ist Kieser, der in sein drittes Jahr als Trainer des TV geht, aber zuversichtlich. Wie lange er das Amt noch ausfüllen wird, er nicht. „Ich habe mir noch keine weiteren Gedanken gemacht. Man muss sich auch als Trainer immer wieder neu erfinden“, sagt der 40-Jährige. So wurde auch diesmal in der Vorbereitung wieder einiges geändert, unter anderem standen Einheiten im Speedcourt, Thaiboxen und ein 10-km-Hindernislauf auf dem Programm.

Start gegen Hofen/Hüttlingen

Zum Start gibt’s gleich ein Nachbarschaftsduell, am Samstag (20 Uhr) kommt Aufsteiger Hofen/Hüttlingen in die Wentalhalle. Eine machbare, aber sicher nicht einfache Aufgabe für den TV.