Einen Kapitän von außerhalb der Gemeindegrenze, das hat es bei den Handballern des TV Steinheim schon lange nicht mehr gegeben. Der letzte, der als Nicht-Steinheimer das Amt innehatte, war Torhüter Rainer Sprinzl. Doch das ist bereits über 20 Jahre her. In den vergangenen Jahren trug Klaus Nissle die Verantwortung, nach seinem Karriereende gibt er diese nun weiter – an Tobias Mewitz.

Und aus der Sicht des erfahrenen Spielführers ist das die richtige Wahl. „Da kann ich ohne jeden Zweifel sagen“, sagt Nissle über den gebürtigen Hofener.

Überrascht von der Wahl

Worte, die Tobias Mewitz sicherlich gerne hört. Denn: Ein bisschen überrascht sei er schon gewesen, dass die Wahl auf ihn gefallen, gibt der Rückraumspieler zu. „Es war ein knappes Ergebnis, natürlich freue ich mich über das Vertrauen der Mannschaft“, sagt er.

Bei den Steinheimern wird der Mannschaftsrat und der Kapitän nicht von den Trainern bestimmt, das Amt bekommt der, der bei der Abstimmung unter den Spielern die meisten Stimmen erhält. Und das war zur neuen Saison Tobias Mewitz. Verantwortung hat der 28-Jährige aber schon länger übernommen. Seit mehreren Jahren war er Teil des dreiköpfigen Mannschaftsrats. „Da haben wir viele Dinge gemeinsam entschieden“, blickt er zurück.

Als Bindeglied zu den Trainern

Nun ist er aber der erste Mann, auf und neben dem Spielfeld. Eine Kapitänsbinde und einen klassischen Spielführer gibt es im Amateur-Handball seit gut 15 Jahren nicht mehr. Der erste Ansprechpartner für die Schiedsrichter und der verlängerte Arm des Trainers ist aber Tobias Mewitz aber trotzdem.

„Es kommen noch viele organisatorische Aufgaben hinzu“, sagt der neue Kapitän. Wenn es im Team mal knirscht, seien er und der Mannschaftsrat außerdem der Vermittler und das Bindeglied zu den Trainern.

Die achte Saison beim TV Steinheim

Der angehenden Lehrer nimmt diese Verantwortung auch gerne an. „Ich gehe jetzt auch schon in meine achte Saison in Steinheim, ich bin einer der Dienstältesten“, sagt Mewitz, „Da ist das auch ein Stück weit selbstverständlich.“

Seine sportliche Bedeutung stand in den vergangenen Spielzeiten ohnehin außer Frage. In der Vorsaison war der Rechtshänder die Konstante im Steinheimer Rückraum. Mit 190 Treffern wurde er mit großem Abstand Torschützenkönig der Verbandsliga. Im ersten Spiel war er mit acht Toren erneut der Treffsicherste.

Große Verbundenheit zum Verein

Seine Teamkollegen schätzen aber nicht nur seine Qualitäten auf dem Platz, sondern auch ihn als Menschen. „Er ist eigentlich eher zurückhaltend und einer, der bedacht an die Sache herangeht“, schätzt Klaus Nissle seinen Nachfolger ein, fügt aber hinzu, „Er ist ein echter Freund geworden und gefühlt ein Steinheimer.“

Für den Hofener endeten nicht wenige Heimspiele mit einer Übernachtung in Steinheim, wodurch der 28-Jährige über die Jahre ohnehin ein Stück weit heimisch geworden ist. So geht er freilich als halber Steinheimer durch, ein ganzer TVler ist er allemal. „Wenn mal eine helfende Hand bei Turnieren und Veranstaltungen gebraucht wurde, hat er sich immer mit eingebracht“, erzählt Nissle.

Bald hinter dem Lehrerpult

Verantwortung wird Tobias Mewitz auch bald in seinem Beruf übernehmen. Sein Studium geht im kommenden Jahr zu Ende. Das daraufhin folgende Referendariat will der angehende Lehrer in den Fächern Sport, Mathematik, Naturwissenschaften und Technik auf jeden Fall in der Region machen.

Gut möglich also, dass die Amtszeit des neuen Steinheimer Kapitäns mehr als nur ein Jahr dauern könnte. Seine Teamkollegen und die Fans des TV Steinheim hätten sicherlich nichts dagegen einzuwenden.