Frauenhandball-Oberliga

Trotz gutem Start: Der ersatzgeschwächten SHB gehen gegen die SG Weinstadt die Kräfte aus

Trotz einer guten kämpferischen Leistung gegen die SG Weinstadt kassieren die Oberliga-Handballerinnen der SG Hebrechtingen/Bolheim eine 23:30-Niederlage. Für die Mannschaft von Trainer Sebastian Kieser stehen in den kommenden Wochen wichtige Partien im Abstiegskampf bevor.

Die kleine Siegesserie der Oberliga-Handballerinnen der Spielgemeinschaft Herbrechtingen/Bolheim ist gerissen. Bei der 23:30-Heimniederlage gegen die SG Weinstadt gingen der Mannschaft von Trainer Sebastian Kieser aufgrund der angespannten personellen Situation in der zweiten Halbzeit die Kräfte aus, weshalb sie die zwei Punkte am neuen Tabellenzweiten überlassen musste. Sebastian Kieser konnte mit der Niederlage aber gut leben und schöpfte aus dem Auftritt Hoffnung für die kommenden Spiele.

Die Wochen der Wahrheit stehen bei den Oberligadamen der SHB an. Nach den Erfolgen gegen Gerhausen und Kinzigtal hat man unter dem Buigen wieder Hoffnung auf den Klassenerhalt geschöpft und wollte das Spitzenteam aus Weinstadt möglichst lange ärgern – und vielleicht auch etwas Zählbares holen. Leider wusste Kieser im Vorfeld schon, dass er nicht in Bestbesetzung antreten kann, da er mit einigen angeschlagenen Spielerinnen auflaufen musste. Nilda Sahin fiel aus und Hanna Grupp und Sabrina Krempien, die während der Woche krankheitsbedingt nicht trainieren konnten, gingen angeschlagen ins Spiel. Carmen Siller biss trotz ihrer Knöchelverletzung auf die Zähne, konnte ihre volle Leistungsfähigkeit aber nicht abrufen.

Die SHB legt einen starken Start hin

Dennoch startete der Aufsteiger vor über 200 Zuschauern in der Bibrishalle am Faschingssamstag gut ins Spiel. Die Deckung stand hervorragend und vorn nutzte man die sich bietenden Chancen, sodass es nach acht Minuten 5:1 stand und die Gäste zum ersten Mal die Grüne Karte zur Auszeit legen mussten. Ein probates Mittel, um den Spielfluss des Gegners zu stören, und bei der SHB zeigte es genau diese Wirkung. Die wiederkehrende Schwäche bei der Chancenverwertung kehrte ins Spiel ein, und so kamen die stark spielenden Weinstädterinnen wieder heran und gingen nach 24 Minuten sogar nach einem 5:0-Lauf mit 12:8 in Führung. Anne Schweda und Lisa Schönefeldt konnten den Rückstand bis zur Halbzeitpause noch verkürzen, und sorgten damit für eine ordentliche Ausgangslage für die zweite Spielhälfte (10:12). Trainer Kieser war nach den ersten 30 Minuten aber nur bedingt zufrieden. „Es war ein Spiegelbild vom Hinspiel. Die zwölf Gegentore waren zwar gut, aber nur zehn Tore bei 23 Versuchen waren der Knackpunkt in der ersten Hälfte“, so der 46-Jährige über die Chancenverwertung seiner Schützlinge.

Zu Beginn der zweiten Hälfte kam die SHB nur schwer in die Gänge. Angeführt von Kreisläuferin Susi Frey konnten die Gastgeberinnen aber bis auf 15:16 nach 40 Minuten aufschließen und schöpften Hoffnung auf eine Überraschung. Die personelle Situation machte sich dann aber mehr und mehr bemerkbar und der breiter aufgestellte Gegner zog mit einem 6:0-Lauf zwölf Minuten vor dem Ende der Partie auf 22:15 vorentscheidend davon. „Da war der Verschleiß sichtbar und dann konnten wir leider nicht mehr dagegenhalten“, ärgerte sich Kieser, der zeitweise sogar seine Außenspielerinnen Lindenmaier und Krempien in den Rückraum beorderte. Nach 60 Minuten stand für die Gastgeberinnen gegen ein Spitzenteam eine deutliche Niederlage, die mit anderen personellen Voraussetzungen wohl knapper ausgefallen wäre.

Direktes Duell gegen den TSV Köngen

Trainer Sebastian Kieser war dennoch mit der kämpferischen Leistung seiner Spielerinnen zufrieden. „Wir waren heute lange dran und am Ende finde ich, dass die Niederlage etwas zu hoch ausgefallen ist“, begann der 46-Jährige seine Analyse und fuhr fort: „Es war eine verdiente Niederlage, mit der ich gut leben kann, weil wir gegen eine sehr gute Mannschaft gespielt haben.“ Auf die Frage, wie groß weiterhin die Hoffnung ist, den Klassenerhalt zu schaffen, meinte Kieser abschließend: „Die nächsten beiden Spiele zu Hause gegen Köngen und Pfullingen können wir an einem guten Tag gewinnen. Wir müssen jetzt die Punkte mitnehmen, damit wir weiter an den Nichtabstiegsplätzen dranbleiben.“

Der Optimismus ist mit Blick auf die Tabellen berechtigt: Der Rückstand der SHB auf den TSV Köngen, der als Zehnter „über dem Strich“ steht, beträgt weiterhin einen Punkt. Und am kommenden Samstag, 21. Februar, hat es der Aufsteiger selbst in der Hand, mit einem Heimsieg gegen die Köngenerinnen die Plätze in der Tabelle zu tauschen. Spielbeginn in der Bibrishalle ist um 18 Uhr.