Eigentlich wollte die SHB den Rückenwind aus dem Erfolg gegen den anderen österreichischen Vertreter Hohenems in das Abstiegsduell gegen den Tabellenvorletzten nehmen. Doch die Körpersprache über weite Strecken der Partie lies schon erahnen, dass dieses Spiel in Feldkirch nicht so laufen wird wie erhofft. Routinier Dennis Wurelly brachte es nach dem Schlusspfiff auf den Punkt: „Keiner von uns hat sein Potential abrufen können und so gewinnst du dann halt auch nicht in Feldkirch“, so der SHB-Abwehrchef.

Anfangs sah es aber noch nach einer engen Begegnung für die Mannschaft von Trainer Cosmin Popa aus, der mit Adi Konkel (Sperre) und Tönnis Trittler (Studium) zwei weitere Leistungsträger neben den angeschlagenen und verletzten Spielern ersetzen musste.

Zu viele Chancen nicht genutzt

Beljic, Weller und Jäger brachten ihre Farben nach knapp neun Minuten mit 4:2 in Führung. Die Abwehr um Torhüter Gehringer stand bis Dato hervorragend, doch in der Folge kamen die Vorarlberger immer besser in das Spiel. Vor allem die Rückkehr ihrer beiden Leistungsträger Springhetti und Hintringer war für die BW Feldkirch in den zurückliegenden Wochen Gold wert. Ein 5:0-Lauf bescherte den Hausherren einen 10:7-Vorsprung nach knapp 24 Minuten. Vorne ließen die SHB-Recken zu viele Chancen liegen und so baute man den Gegner – wie schon so oft in dieser Saison – unnötig auf. Den Vorsprung (13:10) nahm die Heimmannschaft dann auch mit in die Pause.

Trainer Popa war mit der gezeigten Leistung vor allem im Angriff nicht zufrieden. Mehr Durchschlagskraft forderte er von seiner Mannschaft, doch davon war in den ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit nichts zu sehen. Feldkirch nutzte einige Abstimmungsprobleme in der Deckung der SHB gnadenlos aus und enteilte auf einen komfortablen 19:12-Vorsprung.

Kurzer Aufschwung

Zu viel für Trainer Popa, der mit Hilfe der „Grünen Karte“ den Lauf der Gastgeber unterbrach. Tatsächlich kam die SHB in der Folge wieder auf fünf Tore heran, aber der Stachel des Feldkirchener Zwischenspurtes saß tief. So sehr sich die Sieben noch ins Zeug legte, es brachte letztlich nichts mehr. Die Hausherren spielten mit dem großen Vorsprung im Rücken routiniert weiter und kamen zu einem in dieser Höhe unerwarteten Kantersieg.

Mit leeren Händen kehrten die Landesliga-Handballer der SHB von ihrer Länderspielreise nach Hause zurück. Somit stehen ihnen noch brisante Wochen der Wahrheit ins Haus, um den Klassenerhalt klar zu machen. Ein großer Vorteil dürfte sein, dass man in den nächsten beiden Spielen zu Hause gegen Friedrichshafen und Lauterstein zwei Teams auf Augenhöhe zu Gast hat, mit denen man aus den Hinspielen noch diverse Rechnungen offen hat. In Panik zu verfallen, wäre falsch angesichts der drei noch ausstehenden Heimspiele, aber der Brisanz sollte sich schon jeder unter dem Buigen bewusst sein.

Namen und Zahlen zum Spiel


SHB - Feldkirch

21:30 (10:13)

SHB: Gehringer, Hitzler; Kling (3), Hauser (2), Ruoff (3), Baur (2), Mecenzev, Kraft, Wurelly, Beljic (5/1), Elsenhans, Jäger (1), Akermann (4), Weller (1/1)

Zeitstrafen: SHB 5 (Jäger 2, Beljic, Elsenhans, Ruoff) – Feldkirch 5

Strafwürfe: SHB 3/2 verwandelt – Feldkirch 4/alle verwandelt

Zuschauer: 165

Schiedsrichter: Frommer aus Wernau und Fahrion aus Reichenbach