Herbrechtingen / Jochen Gerstlauer Nach dem Abstieg steht unterm Buigen ein gewisser Umbruch bevor.

Turbulente und überaus erfolgreiche Jahre liegen hinter der Spielgemeinschaft Herbrechtingen/Bolheim, die nach drei Jahren in der Württembergliga nun wieder in der Landesliga gelandet ist.

„Den großen Qualitätsunterschied zwischen Landesliga und Württembergliga kann man über Jahre hinweg fast nicht halten, wenn die finanziellen Möglichkeiten für entsprechende externe Spieler mit höherklassiger Erfahrung fehlen. Deshalb ist es für einen Verein wie die SHB eine tolle Sache gewesen, drei Spielzeiten lang Spitzenhandball in der Bibrishalle gezeigt zu haben“, sagt Pressesprecher Jochen Gerstlauer.

Nach dem Abgang einiger Spieler und des Erfolgstrainers Sandro Jooß sei natürlich klar gewesen, dass es immens schwer werden würde. Es folgte trotz einiger kleinerer Lichtblicke der Abstieg als abgeschlagener Tabellenletzter. „Letztlich konnten wir die Abgänge nicht kompensieren und die A-Jugendlichen Luca Hauser und Hannes Baur sowie Torhüter Gehringer, welche schon enorm viel Spielzeit bekommen hatten, steckten die Doppelbelastung natürlich nicht in dem Maße weg“, erklärt Gerstlauer.

Nun habe man die Möglichkeit, mit eigenen jungen Spielern und einem ehrgeizigen Coach einen Neuanfang in der Landesliga zu starten. Gerstlauer sieht die Mannschaft generell gut aufgestellt. Nachdem in der letzten Saison Trainer Bernd Dunstheimer nach nur vier Monaten wieder gehen musste und Nachfolger Mickel Washington berufsbedingt für eine weitere Spielzeit nicht zur Verfügung stand, wurde händeringend ein neuer starker Mann an der Seitenlinie gesucht.

Nach etlichen Anfragen und Gesprächen mit potentiellen Kandidaten konnte man im Mai glücklicherweise mit Cosmin Popa einen überaus erfahrenen Coach verpflichten. Der gebürtige Rumäne hat immens viel erlebt in seiner aktiven Zeit als Torhüter und Trainer. Gerstlauer: „Er verfolgt eine klare Philosophie und ist in der Phase, in der sich die SHB befindet, sicherlich der richtige Mann für den angestrebten Neuanfang.“

SHB muss Abgänge verkraften

Die andere Baustelle war der Mannschaftskader. Mit Klotzbücher, Bauer, Zeiher, Mäck und Stängle sind nach dem Abstieg aus der Württembergliga erneut Leistungsträger gegangen. Verluste, die natürlich nur schwer zu kompensieren sind. Spielmacher Rugaci wird nach einem Knorpelschaden im Knie voraussichtlich seine Handballschuhe an den Nagel hängen müssen.

Aufgefangen wurden die Abgänge mit eigenen Talenten aus der A-Jugend, zusätzlich musste die Reservemannschaft Spieler wie Rene Kraft, Paddy Jäger und Moritz Elsenhans abgeben, so wird die Spielgemeinschaft in der kommenden Runde auch nur noch zwei Mannschaften melden.

Externe Zugänge gab es nur zwei, von beiden versprechen sich die Verantwortlichen aber viel auf dem Weg zum Etablierung in der Landesliga. Mit Adi Konkel haben die Herbrechtinger einen erfahrenen Torhüter als Ersatz für Steffen Stängle verpflichten können. Von seiner langjährigen höherklassigen Erfahrung (unter anderem in Blaustein) sollen, so die Hoffnung der SHBler, vor allem die jungen Spieler in der Mannschaft profitieren.

Zudem ist der ehemalige Biberacher Kreisläufer Bogdan Marin unter den Buigen gewechselt. Gerade nach dem Rückzug von Kreisläufer Zeiher und dem Wechsel von Kreisläufer Mäck nach Söflingen war dies ebenfalls ein wichtiger personeller Baustein.

Der Klassenerhalt muss nach dem Abstieg vorerst das Ziel sein. Kleinere Brötchen backen und sich langsam wieder an höhere Ziele herantasten lautet somit die Devise bei den Verantwortlichen der Spielgemeinschaft. Den freien Fall gilt es zu verhindern und mit der guten Mischung aus Erfahrung (Konkel, Wurelly, Kling, Bayik und Kresse) und jungen Wilden werden die gesteckten Ziele sicherlich erreicht werden können.

Freuen können sich die Gästemannschaften schon mal auf das neue 20-Millionen-Schmuckstück Bibrishalle, welche seit Juni für den Trainings- und Spielbetrieb offiziell freigegeben wurde. Hier wird nach drei Auswärtsspielen in Folge gleich Meisterschaftsfavorit Steinheim zum ersten Heimspiel erwartet. Neben Steinheim zählen die Herbrechtinger Reichenbach und Bad Saulgau zu den Topfavoriten um den Aufstieg in die neu gegründete Verbandsliga.

Zu Gast in Bad Saulgau

Los geht es für die SHB gleich beim enorm heimstarken TSV Bad Saulgau in der bestens bekannten Sporthalle im Kronried. Hier wird sich am Samstag ab 18 Uhr vielleicht schon zeigen, wo die Reise des Absteigers hinführen könnte.

Die Rückkehr der Verbandsliga

Zur Spielzeit 2020/21 wird laut einem Beschluss des Handballverbandes Württemberg (HVW) 21 wieder eine Verbandsliga einzuführen. So wird es nur noch eine Württembergliga-Staffel, darunter zwei Verbandsligen und darunter dann vier Landesligen mit nur zehn Mannschaften.

Unter anderem diese geplante Reduzierung und damit eine deutlich geringere Anzahl an Heimspielen führte dazu, dass die meisten Vereine im Verbandsgebiet der Strukturreform mit sehr gemischten Gefühlen entgegen sehen.

Der HVW setzte sie trotzdem durch. Als Grund dafür wurde vor allem der Schiedsrichtermangel angeführt, so müsse die Zahl der Spiele reduziert werden. Nach der Reform gibt es dann auch keine Relegationsspiele mehr. tj