Bei einer Niederlage, zumal einer überraschenden wie dem 29:38 der TSG Schnaitheim beim Tabellenvorletzten TSV Lindau, sucht man ja gerne nach Gründen. Lag es am Harzverbot in der Lindauer Halle, an der langen Anreise, an Neuzugängen des Gegners? Für TSG-Trainer Daniel Köpf war das alles nicht entscheidend. „Wir hatten einfach einen rabenschwarzen und der Gegner einen Sahnetag erwischt.“
Seine im Mittelfeld der Landesliga stehende Mannschaft reiste vergangenen Samstag als klarer Favorit an den Bodensee, Lindau hatte bis dahin erst ein Spiel gewonnen und in der Hinrunde gab es in Schnaitheim ein klares 31:18 für die TSG. Dennoch warnte der Trainer vor dem Gegner, der viele Spiele nur knapp verloren hatte und nun erstmals wieder mit komplettem Kader spielen konnte.
Schwache Abwehrarbeit
Doch die Warnungen verhallten wohl, die Schnaitheimer lagen von Anfang an im Hintertreffen. Lindau legte schnell eine 3:0-Führung vor und auch wenn sich die TSG bis zum Stand von 11:10 nach knapp 20 Minuten wieder herankämpfte, blieb die Defensive das große Problem. „Wir waren nicht bereit, richtig Abwehr spielen zu wollen“, sagt Köpf, dessen Team zur Pause bereits vier Tore zurücklag (16:12).
Nach dem Seitenwechsel bauten die Gastgeber ihren Vorsprung schnell auf zehn Treffer aus. Nur Aaron Benz mit starken zwölf Treffern und Johannes Mühlberger (9) hielten die TSG einigermaßen im Spiel, konnten aber die klare Niederlage auch nicht verhindern. „Vorn haben wir viele freie Würfe vergeben, hinten unsere Torhüter im Stich gelassen“, fasst Köpf zusammen. Er hatte vergangene Woche noch ohne Harz trainieren lassen und lässt den – immer schwierigen – Verzicht aufs Haftmittel nicht als Entschuldigung gelten: „Bei der Einstellung wäre es auch mit Harz schwer geworden.“
Abstiegsregelung noch unklar
Trotz der Niederlage bleiben die Schnaitheimer im Mittelfeld, allerdings waren die zwei Punkte zur weiteren Absicherung nach unten eingeplant. Denn auch nach der Fusion zum großen Handballverband Baden-Württemberg bleibt es bei den Handballern das alte Lied: Die Auf- und Abstiegsregelungen in den einzelnen Spielklassen sind sehr komplex und nicht leicht nachvollziehbar.
„Wir hatten mal die Information, dass es zwischen zwei und fünf Mannschaften erwischen kann“, sagt Köpf. In diesem Fall wäre sein Team noch nicht aus dem Schneider. Weiter geht es für die TSG in zwei Wochen mit dem Spiel bei Schlusslicht Weingarten, das vergangenes Wochenende ebenfalls punktete. Dann muss eine konzentrierte Leistung her. „Vielleicht war das jetzt auch der Weckruf zur rechten Zeit“, so Köpf.
TSG Schnaitheim: Aaron Benz (12), Mühlberger (9), Aeugle (4), Henning (2), Philipp Krafft (1), Wagner (1), Elias Benz, Braumann, Hermann, Kohler, Lukas Krafft, Montag, Mruk, Schmeißer,
TV Altenstadt - TV Steinheim 30:23 (15:13) – Zu erwarten war dagegen die Niederlage der Steinheimer beim neuen Tabellenführer Altenstadt. Dabei hielt die Truppe von Coach Klaus Nissle aber lange Zeit gut mit, führte nach 20 Minuten sogar mit 9:6. Doch bis zur Pause drehten die Gastgeber das Spiel. Nach der Pause bot sich dann dasselbe Bild wie schon in den vergangenen Spielen. Bis zur 40. Minute (18:17) hielt der TVS mit, doch dann fehlte einfach die Breite im weiterhin durch Verletzungen und Sperren und weitere Ausfälle dezimierten Kader.
Erfreulich ist zumindest, dass Maximilian Rau nach seiner Verletzungspause immer besser in Schwung zu kommen scheint – er war mit fünf Treffern dieses Mal erfolgreichster Werfer des TVS. Für die Steinheimer stehen nun vier Wochen Pause an, weiter geht‘s am 21. Februar bei der SG Lauterstein II. „Wir nutzen die Pause, um uns nochmals auf die finale Saisonphase einzustellen und einen super Endspurt hinzulegen“, so Nissle. Nach dem Spiel bei Lauterstein dürfen dann auch die gesperrten Tim Baur und Marc Zeger wieder mitmischen.
TV Steinheim: Rau (5), Fitzke (4), Wittlinger (4), Laible (3), Gaiser (2), Kolb (2), Hungerbühler (1), Jannik Pharion (1), Leon Pharion (1), Bader, Brosi, Mewitz, Schuster

