36:39-Pleite im Spitzenspiel

Niederlage mit fadem Beigeschmack: Warum HSG-Trainer Tim Hoga nach Spitzenspiel in Treffelhausen vor Wut schäumte

Die HSG Oberkochen/Königsbronn hat es in der Handball-Landesliga verpasst, sich mit der Tabellenführung ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk zu machen. Beim TV Treffelhausen verlor die HSG das Spiel, drei Spieler – und Trainer Tim Hoga angesichts einiger Schiedsrichterentscheidungen die Fassung:

Das Spitzenspiel in der Handball-Landesliga zwischen dem TV Treffelhausen und der HSG Oberkochen/Königsbronn hielt, was es versprach. Vor knapp 350 Zuschauern in der Böhmenkircher Albhalle fielen insgesamt 75 Tore, am Ende setzten sich die Gastgeber aus Treffelhausen mit 39:36 durch und übernahmen die Tabellenführung der Landesliga. Für die HSG war es ein bitterer Abend: Neben der Niederlage sorgten mehrere Verletzungen und umstrittene Schiedsrichterentscheidungen für Frust.

Die Partie war von Beginn an intensiv geführt. Die HSG setzte früh auf eine offensive Deckung, die jedoch nur kurz Wirkung zeigte. „Die offensive Abwehr hat nicht funktioniert und da habe ich relativ schnell wieder umgestellt“, erklärte HSG-Trainer Tim Hoga. Nach zehn Minuten lagen die Gäste bereits mit 5:8 zurück, fanden danach aber besser ins Spiel. Das Tempo blieb hoch, die Zweikämpfe wurden härter, die Stimmung zunehmend aufgeheizt.

Knackpunkt in der ersten Hälfte: HSG-Spieler Tim Jäschke kassiert die Rote Karte

In der voll besetzten Albhalle hatten die Unparteiischen laut Hoga Mühe, eine klare Linie zu finden. Mehrfach kam es zu hektischen Szenen und längeren Unterbrechungen. Co-Trainer Joachim Hoga hatte die Intensität bereits im Vorfeld erwartet: „Ich habe noch zu den beiden Schiedsrichtern bei der Besprechung gesagt, dass sie eine laute Pfeife einpacken sollen, denn heute wird es sicher hektisch.“

Ein Knackpunkt der ersten Hälfte war die 28. Minute. Nach einem harten Einsteigen sah HSG-Außenspieler Tim Jäschke die Rote Karte. „Wenn es da Rot gibt, dann muss es heute ganz schön häufig Rot geben“, sagte Tim Hoga nach dem Spiel. Seine Mannschaft ging mit einem 14:18-Rückstand in die Pause, blieb damit jedoch in Reichweite.

Anne Schweda (Nr. 7) erwischte mit acht Treffern einen richtig guten Tag, aber auch sie konnte nicht verhindern, dass die Mannschaft von Trainer Sebastian Kieser die achte Niederlage in Folge kassierte.

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Personell verschärfte sich die Lage nach dem Seitenwechsel weiter. Aufgrund der Unterzahl auf Linksaußen musste der erkrankte Ivo Dragicevic eingesetzt werden. „Das wollte ich eigentlich nicht, dass Ivo spielt, aber es ging nicht anders und er hat es dann sehr gut gemacht“, so Hoga, der seinem Rückraumspieler die fehlende Fitness jedoch deutlich anmerkte. Bis zum Stand von 23:27 blieb die HSG in Schlagdistanz, doch Treffelhausen agierte abgeklärt und hatte auf jeden Treffer der Gäste die passende Antwort.

Sebastian Trittenbach und Niklas Engel müssen verletzt vom Feld

Zusätzlich musste Oberkochen/Königsbronn im Spielverlauf die verletzungsbedingten Ausfälle von Sebastian Trittenbach (Sprunggelenk) und Niklas Engel (Schulter) verkraften. Der Rückstand wuchs zeitweise auf sechs Tore und war nicht mehr aufzuholen. In der Schlussphase sorgte eine weitere Szene für Aufregung, als Nico Sailer Dragicevic bei einem Gegenstoß in den Wurfarm griff und die Rote Karte sah. Das HSG-Trainerteam forderte vergeblich die Blaue Karte.

Am Ende haben sie den Faden verloren, wenn man die Spieler liegen sieht, da war die Leistung der Beiden heute teilweise ganz unten.

HSG-Trainer Tim Hoga über das Schiedsrichtergespann

Nach dem Abpfiff überwog bei den Gästen die Enttäuschung. Treffelhausens Trainer Jakob Weigandt zeigte sich respektvoll: „Wir haben heute gegen die beste Mannschaft in der Liga gespielt, da muss einfach alles passen.“ Tim Hoga kritisierte zunächst die harte Gangart und die Spielleitung: „Am Ende haben sie den Faden verloren, wenn man die Spieler liegen sieht, da war die Leistung der Beiden heute teilweise ganz unten.“ Zugleich räumte er ein: „Wir haben verdient schon heute verloren, man kann nicht alles auf die Schiedsrichter schieben.“

Angesichts der Verletzungen rückte das Ergebnis für ihn in den Hintergrund. „Ich hoffe, dass es Niklas, der auf dem Weg ins Krankenhaus ist, bald wieder gut geht.“ Die Schulter von Engel sprang glücklicherweise selbstständig zurück. Mit Blick auf die erste Saisonhälfte zog Hoga dennoch ein positives Fazit: „Wir haben eine tolle Hinrunde gespielt. Mir geht es gerade nur darum, dass alle wieder fit werden, das ist im Moment das Allerwichtigste.“

Namen und Zahlen zum Topspiel

HSG: Stanke und Schweikert im Tor; Lumpp (3), Trittenbach (1), Dragicevic (3), Eckardt (8/5), Alfes (2), Hug (4), Hafner (2), Balle (1), Engel (1), Grohsler (2), Schneider (8),

Jäschke (1)

Zeitstrafen: HSG Oberkochen/Königsbronn: 5 (Eckardt 2, Engel 2, Hafner) Rote Karte: 28. (Jäschke)  TV Treffelhausen: 7  Rote Karte: 59. (Seiler)

Strafwürfe: HSG Oberkochen/Königsbronn: 5 (alle verwandelt)  TV Treffelhausen:  5 (4 verwandelt)

Zuschauer: 350

Schiedsrichter: Deibert und Linsenmaier von der SG Hofen/Hüttlingen